Statt ei­ner Pre­mie­re ei­ne Er­klä­rung des Di­rek­tors

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Feuilleton -

hat­te dort im April 1969 Pre­mie­re und wird seit­dem ge­ge­ben. Flan­kie­rend an ih­rer Seite stand jahr­zehn­te­lang ei­ne To­s­ca-Ins­ze­nie­rung von Carl Ri­ha an der Staats­oper Ber­lin, dort ge­spielt von 1976 bis 2014. Wo­bei ge­sagt wer­den muss, dass bis 1989 die Mau­er die Häu­ser trenn­te.

Ge­schich­ten ran­ken sich um sol­che Dau­er­bren­ner vie­le. An der Staats­oper Wi­en fing es mit der „Bo­he­me“von Fran­co Zef­firel­li näm­lich denk­bar schlecht an: Das Pu­bli­kum be­kam am 3. No­vem­ber 1963 näm­lich nicht die Pre­mie­re zu se­hen, son­dern nur den Di­ri­gen­ten Her­bert von Ka­ra­jan und den Di­rek­tor Egon Hil­bert, der dem Pu­bli­kum um­ständ­lich er­klär­te, dass die Künst­ler streik­ten, weil das Haus statt ei­nes Souf­fleurs ei­nen Ma­e­s­tro Sug­ge­ri­to­re – ei­nen ita­lie­ni­schen Souf­fleur – ver­pflich­tet ha­be. Ei­ne Wo­che spä­ter fand die Pre­mie­re statt – oh­ne Souf­fleur, da­für aber mit ei­nem be­geis­ter­ten Pu­bli­kum, das die Ak­teu­re fei­er­te. Seit­dem ist die­se Zef­firel­li-Ins­ze­nie­rung ein fes­ter Be­stand­teil des Wie­ner Opern­re­per­toires.

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