Schwe­re Ent­schei­dung

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Region Augsburg - VON ANDREA WEN­ZEL nist@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Ist ei­ne Än­de­rung der Ar­beits­zeit­re­ge­lung sinn­voll oder nicht? Ei­ne kla­re Ant­wort fällt schwer. Was spricht da­ge­gen, wenn man am Abend von zu Hau­se aus noch ein Te­le­fo­nat mit Über­see führt, man da­für aber frü­her ge­hen konn­te, um mit den Kin­dern zu Abend zu es­sen? Manch ei­ner wä­re auch be­reit, an drei Ta­gen zwölf St­un­den zu ar­bei­ten, wenn da­für spä­ter ein ver­län­ger­tes Wo­che­n­en­de für ei­nen Kurz­trip her­aus­springt. So­lan­ge es ein Ge­ben und Neh­men ist und man als Mit­ar­bei­ter das Ge­fühl hat, für sei­nen Ein­satz wert­ge­schätzt und an an­de­rer Stel­le ent­schä­digt zu wer­den, spricht nichts da­ge­gen, sich auf fle­xi­ble Zeit­mo­del­le ein­zu­las­sen. Kri­tisch wird es, wenn Re­ge­lun­gen vom Ar­beit­ge­ber nur zum ei­ge­nen Vor­teil ge­nutzt wer­den. Mot­to: „Wir wün­schen, Sie spie­len“. Schwar­ze Scha­fe sor­gen da­für, dass Fir­men­chefs, die sich an die Spiel­re­geln hal­ten wür­den, aus­ge­bremst und Mit­ar­bei­tern Frei­räu­me ver­wehrt blei­ben. Des­halb muss man lei­der zu dem Schluss kom­men, dass ein Ge­setz mit fes­ten Re­geln nö­tig ist, um Mit­ar­bei­ter vor solch ei­nem Miss­brauch zu schüt­zen.

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