Die Zu­kunft des Sports in Berg­heim

Ver­ei­ne Der SV Berg­heim ist an sei­ne Ka­pa­zi­täts­gren­zen ge­langt. Weil es kei­ne Mög­lich­kei­ten zum Wach­sen gibt, will der Vor­stand neue We­ge ge­hen

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Nachbarschaft - VON FRIDTJOF ATTERDAL

Augsburg Berg­heim

Der SV Berg­heim hat ein Pro­blem, von dem an­de­re Ver­ei­ne träu­men: Die Sport­be­geis­te­rung ist so groß, dass der Ver­ein nicht weiß, wo er die In­ter­es­sen­ten un­ter­brin­gen soll. Denn ein­ge­klemmt zwi­schen Wohn­be­bau­ung und dem Na­tur­park West­li­che Wäl­der, hat der SV Berg­heim nur sehr be­grenz­te Mög­lich­kei­ten zu wach­sen, was der neue Vor­stand Ro­bert Kratsch be­dau­ert. „Wenn die Nach­fra­ge wei­ter steigt, müs­sen wir über ei­nen Mit­glie­der­stopp nach­den­ken“, sagt er.

Vor al­lem im Fuß­ball sei das En­de der Fah­nen­stan­ge er­reicht. „Wir ha­ben in den letz­ten Wo­chen al­le nur er­denk­li­chen Ide­en durch­ge­spielt, oh­ne ei­ne wirk­li­che Lö­sung für un­ser Platz­pro­blem zu fin­den“, so Kratsch. 670 Mit­glie­der hat der SV-Berg­heim, da­von 270 Fuß­ball­spie­ler. In den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren hat sich die Mit­glie­der­zahl im Fuß­ball na­he­zu ver­drei­facht. Vie­le der neu­en Mit­glie­der kä­men aus den neu­en Wohn­ge­bie­ten im Sü­den, vor al­lem aus Pfer­see. Ei­ne Be­son­der­heit sei die Al­ters­struk­tur, so der Vor­stand. Rund zwei Drit­tel der Sport­ler sind un­ter 20.

Und ge­ra­de un­ter den jun­gen Mit­glie­dern rech­ne man in der nächs­ten Zeit mit ei­nem star­ken Zustrom. Dass jun­ge Fa­mi­li­en im Orts­teil an­ge­sie­delt wür­den, sei klar, die Fra­ge sei nur noch, wo. Die­se Fra­gen wer­den der­zeit im Orts­ent­wick­lungs­kon­zept für Berg­heim dis­ku­tiert. „Wir müs­sen uns für die Zu­kunft gut auf­stel­len“, ist Kratsch über­zeugt. Beim Fuß­ball könn­te dies über Spiel­ge­mein­schaf­ten mit an­de­ren Ver­ei­nen, wie der SSV In­nin­gen, ge­lin­gen. „Wir könn­ten von­ein­an­der pro­fi­tie­ren, wir ha­ben bei­spiels­wei­se ei­ne at­trak­ti­ve Hal­le und der SSV In­nin­gen ge­nü­gend Fuß­ball­fel­der“, so der Vor­stand. Nicht in­fra­ge kä­me es, in Berg­heim noch ei­nen Fuß­ball­platz zu bau­en.

Auch auf an­de­ren Ge­bie­ten will der SV Berg­heim neue We­ge ge­hen. „Jun­ge Leu­te ha­ben an­de­re In­ter­es­sen als noch vor ei­ni­gen Jah­ren“, so Kratsch. So sei­en Kur­se wie Zum­ba oder Hip-Hop der­zeit der Ren­ner. Die El­tern er­war­te­ten heu­te ein at­trak­ti­ves An­ge­bot mit pro­fes­sio­nel­len Übungs­lei­tern. Das stel­le die eh­ren­amt­li­chen Übungs­lei­ter vor neue Her­aus­for­de­run­gen. Man müs­se nach­den­ken, ob die der­zeit vor­han­de­nen Struk­tu­ren auch für die Zu­kunft so aus­reich­ten.

Der SV Berg­heim ver­fügt auf sei­nem Ge­län­de Am Lan­gen Berg über ei­ne gro­ße Mehr­zweck­sport­hal­le und über ei­ne Gast­stät­te, die von ei­nem Päch­ter be­trie­ben wird. Bei­de Ge­bäu­de wur­den in den 80er-Jah­ren ge­baut und be­dür­fen in ab­seh­ba­rer Zeit ei­ner Sa­nie­rung, so Kratsch. „Dann müs­sen wir sehr ge­nau nach­den­ken, wo­für wir Geld in die Hand neh­men“, sagt Kratsch. Vor­stell­bar sei, ei­nen Teil der Gast­stät­te künf­tig in Übungs­räu­me um­zu­wan­deln. „Die ent­schei­den­de Fra­ge wird sein: Will man den Sta­tus quo bei­be­hal­ten oder in sport­li­che Ent­wick­lung in­ves­tie­ren?“, so der Vor­stand.

Fo­to: An­net­te Zo­epf

Ro­bert Kratsch, Vor­stand des SV Berg heim, sieht das gro­ße In­ter­es­se an der Fuß­ball­ab­tei­lung des Ver­eins mit Freu­de und Sor­ge.

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