Be­flü­gelt vom Welt­cup­sieg

Ka­nu­sla­lom Si­de­ris Ta­sia­dis wür­de beim „Heim­spiel“am Eis­ka­nal sei­nen Er­folg von Prag gern wie­der­ho­len. War­um der Ca­na­di­er­fah­rer zu al­ter Stär­ke zu­rück­ge­fun­den hat

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Sport Regional -

Wie war das Ge­fühl, als Sie am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de in Prag Ih­ren ers­ten Welt­cup-Sieg be­ju­beln durf­ten?

Ta­sia­dis: Es war un­be­schreib­lich. Ich konn­te es gar nicht glau­ben. Aber im Ziel ha­be ich dann auf der An­zei­gen­ta­fel die Eins ge­se­hen, ich hat­te ge­won­nen. Ich war in dem Mo­ment so über­glück­lich, dass ich al­le Emo­tio­nen raus­ge­las­sen ha­be. Man ar­bei­tet als Sport­ler so lan­ge dar­auf hin und wenn es dann end­lich klappt, ist man froh und stolz, das er­reicht zu ha­ben.

War­um hat es bei Ih­nen bis­her nicht mit ei­nem Ein­zel-Welt­cup-Sieg ge­klappt. Den Ge­s­amt-Welt­cup ha­ben Sie ja schon ein­mal im Jahr 2013 ge­won­nen.

Ta­sia­dis: Ich war meis­tens Zwei­ter oder Drit­ter. Zum Sieg hat mir im­mer ir­gend­ei­ne Klei­nig­keit ge­fehlt. Mal ein Zeit­feh­ler, mal ei­ne Stan­gen­be­rüh­rung. Aber ich bin im Ge­gen­satz zur Kon­kur­renz im­mer kon­stant ge­fah­ren und ha­be gu­te Punk­te ge­sam­melt. Das hat für den Ge­sam­tWelt­cup-Sieg ge­reicht.

Hat Sie das ge­är­gert?

Ta­sia­dis: Nein, für mich als Sport­ler war der Ein­zel­sieg im Welt­cup nur ein wei­te­res Ziel, das ich mir ge­setzt ha­be. Jetzt ge­hört auch der zu mei­ner Samm­lung.

Was be­deu­tet die­ser Er­folg für den Heim-Welt­cup am Wo­che­n­en­de auf dem Augs­bur­ger Eis­ka­nal?

Ta­sia­dis: Ich kann jetzt mit ei­nem gu­ten Ge­fühl in die nächs­ten Ren­nen ge­hen und will in Augs­burg na­tür­lich mei­ne Leis­tung be­stä­ti­gen, da­mit ich auch im Ge­s­amt-Welt­cup ganz vor­ne lan­den kann.

Ist der Druck vor hei­mi­schem Pu­bli­kum dann nicht be­son­ders groß?

Ta­sia­dis: Ja schon, in Augs­burg gibt es im­mer be­son­de­ren Druck. Von den Zu­schau­ern, aber auch von der Fa­mi­lie. Die sa­gen, er hat’s drauf. Aber ich bin mitt­ler­wei­le so rou­ti­niert, dass ich das aus­blen­den kann. Ich wer­de mein Bes­tes ge­ben. Ich schaue, wie mei­ne Ta­ges­form ist. Wenn die passt, kann ich mei­nen Sieg vom letz­ten Wo­che­n­en­de durch­aus wie­der­ho­len.

Nach Ih­rem Sieg in Prag ha­ben Sie noch ein­mal be­tont, wie wich­tig ein gu­ter Rück­halt im Pri­vat­le­ben ist. Trotz des Schick­sals­schlags vor zwei Jah­ren schei­nen Sie nun zu al­ter Stär­ke zu­rück zu fin­den (Anm. der Red.: Ta­sia­dis´ da­ma­li­ge Freun­din, die Ka­nu­tin Clau­dia Bär, starb 2015 auf­grund ei­ner Krebs­er­kran­kung).

Ta­sia­dis: Es stärkt ei­nen, wenn man im Hin­ter­kopf nicht über so viel an­de­res nach­den­ken muss. Wenn der Kopf frei ist, kann man sich ein­fach bes­ser auf sei­ne Auf­ga­be im Sport kon­zen­trie­ren.

Ein wich­ti­ger Punkt ist da­bei si­cher auch Ih­re neue Freun­din Den­sise, mit der Sie jetzt schon ei­ni­ge Zeit zu­sam­men sind?

Ta­sia­dis: Ja, auf je­den Fall. Sie ist mit ih­rer Fa­mi­lie nach Prag ge­kom­men. Am Sonn­tag ha­ben sie die Stadt an­ge­schaut und am Sonn­tag mich im Wett­kampf un­ter­stützt. Auch in Augs­burg sind wie­der al­le da­bei. Ih­re Fa­mi­lie wohnt im Land­kreis Aichach-Fried­berg und fährt zum Eis­ka­nal nur ei­ne Vier­tel­stun­de.

Auch be­ruf­lich sind Sie ei­nen gro­ßen Schritt wei­ter ...

Ta­sia­dis: Stimmt, En­de Ja­nu­ar ha­be ich mei­ne Aus­bil­dung bei der Po­li­zei be­en­det und seit 1. Fe­bru­ar bin ich Po­li­zei­meis­ter. Aber ich wer­de jetzt nicht die Augs­bur­ger auf den Stra­ßen auf­hal­ten und kon­trol­lie­ren, son­dern wei­ter mei­nen Sport ma­chen. Die Po­li­zei stellt mich da­für frei und hilft mir, dass ich mei­nen Sport wei­ter aus­üben kann.

Von Andrea Bogenreuther

Fo­to: Ul­rich Wa­gner

Dau­men drü­cken für den nächs­ten Coup: Sla­lom Ka­nu­te Si­de­ris Ta­sia­dis ge­hört beim Welt­cup Ren­nen am Eis­ka­nal zu den gro­ßen Fa­vo­ri­ten im Ca­na­di­er Ei­ner. Ver­gan­ge­ne Wo­che in Prag hat er schon mal ge­won­nen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.