Leih­ar­bei­ter schlägt Freun­din tot und steht jetzt vor Ge­richt

Pro­zess Hat ein 31-Jäh­ri­ger aus Ei­fer­sucht ge­mor­det? Er soll die Frau in ei­ner Bo­bin­ger Kli­nik ab­ge­lie­fert ha­ben, als sie schon hirn­tot war

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Region Augsburg - VON JÖRG HEINZLE

Augs­burg

Es war der 25. Ok­to­ber vo­ri­gen Jah­res, als ein Mann ei­ne Frau in den Wert­ach­kli­ni­ken in Bo­bin­gen ab­lie­fer­te und schnell wie­der ver­schwand. Hin­ter­her zeig­te sich: Bei der Frau war be­reits der Hirn­tod ein­ge­tre­ten, als sie in der Kli­nik an­kam. Das Er­geb­nis ei­ner Un­ter­su­chung in der Rechts­me­di­zin ist ein­deu­tig: Die 33-jäh­ri­ge Frau aus Po­len wur­de zu To­de ge­prü­gelt.

Am heu­ti­gen Di­ens­tag be­ginnt vor dem Augs­bur­ger Land­ge­richt der Mord­pro­zess ge­gen den mut­maß­li­chen Tä­ter, ei­nen 31-jäh­ri­gen Mann, der eben­falls aus Po­len stammt. Er war über ei­ne Leih­ar­beits­fir­ma in ei­ner Fir­ma in Lands­berg be­schäf­tigt. Er be­wohn­te mit Kol­le­gen ei­ne her­un­ter­ge­kom­me­ne Un­ter­kunft in Groß­ait­in­gen im Kreis Augs­burg. Hier soll sich auch die Tat ab­ge­spielt ha­ben, nach­mit­tags ge­gen 16.30 Uhr. Der An­ge­klag­te soll die Frau wie­der­holt und mas­siv in den Ge­ni­tal­be­reich, ge­gen den Kopf und den Ober­kör­per ge­schla­gen ha­ben. Die 33-Jäh­ri­ge er­litt da­durch laut An­kla­ge­schrift un­ter an­de­rem ei­ne ex­tre­me Hirn­schwel­lung. Den Er­mitt­lun­gen zu­fol­ge brach­te er sie aber erst rund drei St­un­den spä­ter, ge­gen 19.20 Uhr, in die Kli­nik.

Die Staats­an­walt­schaft geht da­von aus, dass die Tat ein Mord war. Als Mo­tiv nennt Spre­cher Mat­thi­as Nickolai „grund­lo­se, über­stei­ger­te Ei­fer­sucht“. Das Op­fer ist die ehe­ma­li­ge Le­bens­ge­fähr­tin des An­ge­klag­ten. Auch sie ar­bei­te­te für die Zeit­ar­beits­fir­ma. Er glaub­te wohl, dass die 33-Jäh­ri­ge ihn mit ei­nem an­de­ren Mann be­trügt. Er hat­te ein Ge­spräch zwi­schen der 33-Jäh­ri­gen und ei­ner Freun­din, das aus sei­ner Sicht auf ei­ne Af­fä­re hin­deu­te­te, heim­lich auf­ge­nom­men.

Dass er sei­ne Ex-Freun­din an je­nem Tag ge­schla­gen hat, hat der Ver­däch­ti­ge im Po­li­zei­ver­hör zu­ge­ge­ben. Er war noch in der Nacht nach der Tat fest­ge­nom­men wor­den. Al­ler­dings schil­der­te er es so, dass sei­ne Freun­din noch leb­te, als er in die Kli­nik fuhr. Er ha­be nicht ge­wusst, so der Mann, wie kri­tisch der Zu­stand der Frau ge­we­sen sei. Wird er wie an­ge­klagt we­gen Mor­des ver­ur­teilt, droht dem An­ge­klag­ten ei­ne le­bens­lan­ge Haft­stra­fe.

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