Al­les wird tot­ge­spritzt

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Meinung & Dialog -

Eben­falls da­zu: Tja, da kom­men die lie­ben Po­li­ti­ker erst jetzt drauf – das weiß ich schon seit zig Jah­ren.

Grün­de hier­für sind viel­zäh­lig. Die Bau­ern sprit­zen auf Teu­fel komm raus al­les tot. Frü­her ha­ben die Wie­sen bunt ge­blüht, heu­te sind sie nur noch grün. In den Gär­ten ist es doch ge­nau­so. Hier muss al­les aufs Feins­te aus­ge­rot­tet wer­den. Ha­sen und Re­he fin­den kei­ne Kräu­ter mehr in der Apo­the­ke der Na­tur. Eng­li­scher Ra­sen oh­ne das kleins­te Un­kraut – Laub wird ver­nich­tet, da­mit ja kein Igel mehr ei­nen Un­ter­schlupf fin­det. Häu­ser wer­den ge­dämmt – al­te Bäu­me ver­nich­tet, Höh­len­brü­ter und Fle­der­mäu­se ver­lie­ren ihr Zu­hau­se.

Ist das ein Wun­der, dass es im­mer we­ni­ger In­sek­ten gibt und da­durch und durch die Dämm­wut im­mer we­ni­ger Vö­gel? Sie fin­den kei­ne Nist­plät­ze mehr, da al­les ge­killt wird, was sie zum Le­ben be­nö­ti­gen. Aber halt, wir ha­ben ja ei­nen Schul­di­gen ge­fun­den – die Kat­zen, die kil­len ja die Vö­gel. Der Mensch hat dar­an kei­ner­lei Schuld. Es wird nicht mehr lan­ge dau­ern und wir er­le­ben ein Früh­jahr oh­ne Vo­gel­ge­sang und In­sek­ten­ge­brumm.

Andrea Lang, Augs­burg

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