Kommt zu­rück!

Die Hei­mat als Aben­teu­er­raum – geht das noch? Aber ja! Wir ha­ben uns für den Jour­nal-Som­mer ein paar Auf­trä­ge er­teilt, die als Her­aus­for­de­run­gen nicht dra­ma­tisch sind, aber erst ein­mal ge­meis­tert wer­den wol­len Die Auf­ga­be die­se Wo­che: Aus­ge­setzt oh­ne Geld

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Wochenend Journal -

Auf dem Mond kann man nicht aus­ge­setzt wer­den. Es bringt ei­nen da ja kei­ner hin. Ins Ries aber schon. Da gibt es ei­ne sehr schö­ne Wie­se, oben am Kra­ter­rand, wo­mög­lich ha­ben da so­gar einst die Apol­lo-As­tro­nau­ten für ih­ren Mond­ein­satz trai­niert. Auf der Wie­se ste­hen Bu­chen, Lär­chen, Kie­fern und da­zwi­schen im­mer wie­der klei­ne Wa­chol­der­bü­sche. Viel­leicht wuss­ten die Kol­le­gen nicht, wie ver­rä­te­risch die­se Bü­sche sind, wie ty­pisch für die Ge­gend, als sie nach ei­nem Ort such­ten, an dem sie ei­nen aus­set­zen kön­nen, viel­leicht ha­ben sie es auch ein­fach gut ge­meint. Aber es ist je­den­falls so: Als die Kol­le­gin die Au­gen auf­schlägt, die Hei­de mit den Bü­schen sieht, da­zwi­schen stei­ni­ger Bo­den, ruft sie aus: „Wir sind ja im Ries.“Steht dann auch auf dem et­wa hand­tel­ler­gro­ßen Weg­wei­ser am ers­ten Baum. Die ers­ten Men­schen, de­nen wir ei­ne hal­be St­un­de spä­ter be­geg­nen, sind üb­ri­gens En­g­län­der: Ein grau­haa­ri­ges Ehe­paar aus Man­ches­ter, das nicht weiß, wie man den Kof­fer­raum des Leih­au­tos öff­net. Das Na­vi aber läuft ein­wand­frei… Fängt al­so schon mal gut an die­se Ge­schich­te.

Zehn Mi­nu­ten vor elf, die Wie­se

„Was ma­che ich hier?“, hat der gro­ße Rei­sen­de Rim­baud sich mal in ei­nem Brief ge­fragt, da trieb er sich gera­de in Äthio­pi­en her­um. Rim­baud war ei­ner, den hielt es nir­gends. Wir da­ge­gen wür­den ger­ne ge­nau hier­blei­ben, auf der Wie­se, im Schat­ten der gro­ßen Bu­che, zwi­schen den Wa­chol­der­bü­schen. Ein­fach ein biss­chen auf die Land­schaft bli­cken, Bröt­chen es­sen, nach­den­ken. Über die ers­te Auf­ga­be zum Bei­spiel: Wie ei­gent­lich so oh­ne Geld an das Ki­lo Kar­tof­feln kom­men? Sel­ber aus­bud­deln? Und sind die dann schon reif? Vor uns liegt der Kra­ter, ver­läuft fast pfeil­ge­ra­de ei­ne Stra­ße auf ei­ne grö­ße­re Stadt zu. Im Som­mer­dunst zeich­net sich un­scharf ein Turm ab. Was ma­chen wir ei­gent­lich noch hier? Die Kol­le­gen wer­den ja nicht wie­der­kom­men.

Gut, die En­g­län­der sind nun wirk­lich ein Glück. Mar­tin und Kath­rin Bar­nes, von Mün­chen auf dem Weg nach Nörd­lin­gen. Wenn man ins Au­to ein­steigt, kann man gar nicht an­ders, man muss ja qua­si auf das rie­si­ge Na­vi in der mitt­le­ren Kon­so­le schau­en. Da steht al­les. Wo wir sind, Punkt, wo sie hin­wol­len, Fah­ne. Her­um­ir­ren geht an­ders. 11.45 Uhr, ex­ak­te Or­tung er­le­digt. Die Bar­nes’ sind im Üb­ri­gen froh, dass sie uns auf­ge­le­sen ha­ben. Weil die Kol­le­gin ih­nen gleich ge­zeigt hat, wie man den Kof­fer­raum öff­nen kann. Im­mer die­se deut­schen Au­to­bau­er mit ih­ren Tricks. Jetzt sind die Kof­fer hin­ten drin und wir da­für auf dem Rück­sitz. Kur­zes Ge­plau­der. Ei­ne Wo­che sind sie hier. Nicht zum ers­ten Mal. Spä­ter wird es noch wei­ter nach Ro­then­burg ge­hen. Das Na­vi plärrt: „Plea­se fol­low the road for 1000 me­ters.“Plea­se stop now, hier an der Kreu­zung und na­tür­lich „Thank you“und „Good­bye“. Jetzt wol­len wir mal was ma­chen!

Kurz nach zwölf, Hop­pin­gen Hin­ter uns Groß­so­rin­gen, vor uns Hop­pin­gen. So steht es auf den Schil­dern. Links wie rechts blü­hen Dis­teln, Schaf­gar­be und Klee, ein Som­mer­tep­pich am Stra­ßen­rand. Ein Bus­sard kreist. Je hö­her er sich schraubt, um­so mehr gleicht er ei­nem Schmet­ter­ling. Ver­harm­lost könn­te man das nen­nen, wenn es das Wort gä­be. Die Kol­le­gin sagt: „Der sucht Beu­te.“Und lacht ein biss­chen dre­ckig. Hop­pin­gen sieht im Üb­ri­gen nicht so aus, als könn­te man Beu­te ma­chen. Lee­re Stra­ßen, Vor­gär­ten, so sau­ber, als sei ei­ner mit dem Staub­sau­ger drü­ber­ge­fah­ren. Aber, wie­der ein Glück, in der Spit­zen­gas­se, gleich hin­term ehe­ma­li­gen Schul­haus, steht Uschi Lein­fel­der, plau­dert mit ei­ner Be­kann­ten über den Zaun hin­weg. Als wir ihr un­se­re Ge­schich­te er­zäh­len, zieht ein Lä­cheln breit übers Ge­sicht. „A guts Witz­le …“

Uschi Lein­fel­der trägt üb­ri­gens ein ge­streif­tes Top, knie­lan­ge Ho­sen. Und hin­ten am Rü­cken zwei gro­ße, fast durch­sich­tig schei­nen­de Flü­gel. Wo­bei das mit den Flü­geln jetzt na­tür­lich nur so da­zu­er­fun­den ist, aber wä­re das ei­ne Mär­chen­ge­schich­te, hät­te sie ganz si­cher wel­che … Typ gu­te Fee näm­lich! Sie er­füllt drei Wün­sche so­fort. Bier, Kar­tof­feln und ei­ne Fahrt zum nächs­ten Rat­haus für den Stem­pel.

Was man hier nicht al­les über Uschi Lein­fel­der schrei­ben könn­te. Das Wich­tigs­te aber nur in Kür­ze: Seit 50 Jah­ren ver­hei­ra­tet, „mit dem­sel­ben Mann“, so lan­ge auch in Hop­pin­gen. Haus, tipp­topp! Wenn man fragt, ob man drin­nen die Schu­he aus­zie­hen soll, sagt sie „Ihr könnt ma­chen, was ihr wollt.“Lacht. Bringt Was­ser, wür­de auch Ku­chen brin­gen, stellt die von der Re­dak­ti­on ver­lang­ten zwei hal­be Bier auf den Tisch, wiegt Kar­tof­feln ab – „Bau­ern­hof­kar­tof­feln, 1 Ki­lo und 37 Gramm, passt das so?“– und ent­wirft mit den Aus­ge­setz­ten ei­ne Tak­tik. „Jetzt ruft mal bei der Ge­mein­de Har­burg an, ob die noch of­fen ha­ben.“Hält ei­nem das Te­le­fon hin, ge­wählt hat sie schon. In Har­burg geht Frau Rie­del an den Ap­pa­rat. Wir sol­len ein­fach vor­bei­kom­men. 1. Stock, ers­te Tü­re links… Wenn ei­nem je­den Tag ei­ne Uschi Lein­fel­der be­geg­nen wür­de, man wür­de es weit brin­gen im Le­ben. Jetzt aber reicht erst ein­mal der nächs­te Ort.

Kurz vor halb eins, Har­burg Vor dem Rat­haus lässt Uschi Lein­fel­der uns aus dem Au­to aus­stei­gen. War­tet na­tür­lich. Die Sa­che mit dem Stem­pel ist schnell er­le­digt. Trep­pe hoch, Tü­re auf: Bit­te, ha­ha, dan­ke, auf Wie­der­se­hen. Deut­sche Rat­häu­ser kön­nen herr­lich un­kom­pli­ziert sein. Und deut­sche Park­über­wa­cher so fröh­lich und ent­spannt, als wür­den sie Frei­eis und nicht Kn­öll­chen ver­tei­len. Uschi Lein­fel­der aber be­kommt keins. Al­so Kn­öll­chen. Ob­wohl sie die Park­schei­be nicht aufs Ar­ma­tu­ren­brett ge­legt hat! Weil Pe­ter Schnei­der, blaue Kap­pe, blau­es Hemd, wei­ßes Aus­weis­schild über dem Herz, näm­lich im­mer ein paar Mi­nu­ten war­tet, in der Re­gel zehn, und dann lie­ber münd­lich be­lehrt. Er wol­le doch die Leu­te nur da­zu brin­gen, ver­nünf­tig zu par­ken. „Vie­le den­ken, ich hät­te ei­nen Schei­ß­job. Aber es kommt dar­auf an, wie man auf die Men­schen zu­geht!“Ach Herr Schnei­der, ach Frau Lein­fel­der, wenn das so wei­ter­geht, was sol­len wir dann ei­gent­lich ma­chen? Das glaubt uns doch kei­ner mehr!

Nach eins, im­mer noch Har­burg

...weil wir Uschi Lein­fel­der dann doch ha­ben fah­ren las­sen. Fahr­läs­sig! Weil wir was er­le­ben woll­ten. Uns noch ein biss­chen satt­se­hen. Oh wie schön ist Har­burg. Burg, Fels, Fluss, Fach­werk. Die Kol­le­gin fo­to­gra­fiert, ruft von der an­de­ren Stra­ßen­sei­te hin­über: „Was meinst du, wie heißt der Fri­seur von Har­burg? – ,Haar­burg‘.“Aber dann ist Schluss mit lus­tig: Der nächs­te Bus fährt in ei­ner knap­pen hal­ben St­un­de. Dau­men raus al­so. Es gibt die­ses ir­re ko­mi­sche Buch „Per An­hal­ter durch die Ga­la­xis“, da wird Tram­pern ge­ra­ten, im­mer ein Hand­tuch mit­zu­neh­men. Weil man aus den Ecken ei­nes seit län­ge­rem ver­wen­de­ten Hand­tuchs Nähr­stof­fe für meh­re­re Wo­chen sau­gen kön­ne. Kein schlech­ter Rat, wenn man zum Bei­spiel zum Mond will – oder ein­fach nur raus aus Har­burg.

Ein Trak­tor­fah­rer hält. Aber ein Trak­tor hat kei­nen Rück­sitz. Ei­ne Frau hält. Die aber muss vor­ne gleich ab­bie­gen. Ein Pa­ket­bo­te winkt ent­schul­di­gend. Dann gibt es noch ein paar, da wol­len wir jetzt nicht drauf rum­ha­cken, aber ja, die ge­ben Gas, wenn sie zwei schon ein biss­chen er­schöpf­te Frau­en am Stra­ßen­rand ste­hen se­hen. Nicht nett! Viel­leicht tun sie’s ja aber auch aus Ver­le­gen­heit. Die Kol­le­gin trampt zum ers­ten Mal in ih­rem Le­ben. Stra­ßen­bahn­ver­wöhn­tes Stadt­kind eben! Stef­fen Rös­ner aber liebt das Land. Rös­ner, das ist der jun­ge Mann, der bei Air­bus ar­bei­tet, auf dem Weg von Huis­heim zur Spät­schicht ist und der ei­nen schließ­lich fort­bringt in sei­nem kli­mage­kühl­ten BMW.

Vier­tel vor zwei, Do­nau­wörth Es gibt ja die­se Ta­ge, da läuft’s! Rös­ner muss oh­ne­hin durch Do­nau­wörth, setzt uns di­rekt vor dem Rat­haus ab. Gott ist das schon wie­der schön. Viel­leicht ha­ben des­we­gen Tou­ris­ten Mün­zen in den Brun­nen ge­wor­fen: Weil sie wie­der kom­men wol­len. Piaz­za del mu­ni­ci­po. Die Kol­le­gin denkt aber prak­tisch: Da glit­zern fünf­zig Cent im Was­ser, da zwan­zig, dann noch ein paar aus­län­di­sche Mün­zen. Wenn man mit der Hand nur hin­kä­me. Aber klar: Dann lä­gen sie ja auch schon nicht mehr da … Fort­set­zung auf Sei­te V2

Hop­pin­gen sieht nicht aus, als könn­te man Beu­te ma­chen Die Kol­le­gin trampt zum ers­ten Mal im Le­ben

Im Bür­ger­bü­ro sind sie miss­trau­isch, schi­cken uns wei­ter, im Fund­bü­ro nicht. Wir sind ja auch ein biss­chen ver­lo­ren. „Ich bin Mäd­chen für al­les“, sagt Chris­tia­ne Kra­mer, haut den Stem­pel drauf. Viel­leicht soll­ten sie Pa­tent­amt an die Tür schrei­ben, pa­tent wür­de dann für Frau Kra­mer ste­hen. Was noch fehlt: ei­ne Kin­der­zeich­nung von uns bei­den. Wo fin­det man Kin­der? Dort, wo es Eis gibt. Beim Rie­der­tor. Der Kell­ner gibt ei­ne Ku­gel aus. „Aber schrei­ben Sie, Ca­fé Raf­fa­el­lo ist ei­nes von den bes­ten.“Für ein Eis an ei­nem hei­ßen Som­mer­tag tun man­che Men­schen ja fast al­les. Das Ca­fé Raf­fae­lo ist ei­nes von den bes­ten! Und es gibt Kin­der!

La­na aus Bel­gi­en, mit Mut­ter und Schwes­ter zu Be­such bei der Groß­mut­ter, der Eis­be­cher ist be­reits in Be­ar­bei­tung. La­na, 7, nimmt den Stift und das Blatt mit der Läs­sig­keit des gro­ßen Künst­lers ent­ge­gen. Aber möch­te dann doch lie­ber ver­deckt ma­len, die Mut­ter hält die Eis­kar­te da­vor und er­zählt der­weil: Dass sie nach 13, oder sind es doch schon 14 Jah­ren in Bel­gi­en manch­mal nach dem deut­schen Wort su­chen muss. La­na malt stumm. Schaut uns prü­fend an, beugt sich wie­der über die Zeich­nung. Das Er­geb­nis macht uns fast stumm: Wir sind ja Zwil­lin­ge! Wenn die Son­nen­bril­len nicht wä­ren. Ei­ne in den Haa­ren, ei­ne auf dem Kopf. Groß­ar­tig! Es ist 14.18 Uhr. Al­le Auf­ga­ben er­le­digt, der Rest? Ein Kin­der­spiel!

Zwan­zig vor drei, Bahn­hof Do­nau­wörth,

An ei­nem Bahn­hof kommt man an. Und man fährt ab. Was man aber ja ger­ne ver­gisst, dass man am Bahn­hof vor al­lem war­tet. Was macht das ei­gent­lich mit ei­nem Ort, wenn al­le, die da sind, nichts wie weg­wol­len? Blö­der Ge­dan­ke, aber ir­gend­wann ist man halt auch mal mü­de. Und hört dem Zug­be­glei­ter zwar zu, wenn er ei­nen be­lehrt, war­um er ei­nen nun kei­nes­falls um­sonst mit­neh­men kann, aber denkt sich: Frau Lein­fel­der wä­re uns lie­ber.

Die Kol­le­gin ver­sucht die Stim­mung zu he­ben: „Schau, im­mer­hin ha­ben wir uns noch nicht ge­strit­ten.“Ob es in Deutsch­land ei­gent­lich Ho­bos gibt? So nennt man in Ame­ri­ka je­ne, die in fah­ren­de Gü­ter­zü­ge sprin­gen, durchs Land rat­tern. So weit aber sind wir noch nicht! Viel­leicht fährt ei­ne an­de­re Idee vor­bei. Vier­tel nach drei, Bahn­hof Was man tun könn­te: Ein­fach in ei­nen Zug nach Augs­burg stei­gen. Oh­ne Fahr­schein. Und zwar in letz­ter Mi­nu­te, wenn man weit und breit kei­nen Zug­be­glei­ter ge­se­hen hat. Dann könn­te man sich auf die blau­en Sit­ze des Fug­ger­ex­press fal­len las­sen, das letz­te Bröt­chen es­sen, ein biss­chen trin­ken, Schwa­ben vor­bei­rau­schen las­sen, Fahr­gäs­te be­lau­schen. Und hö­ren, wie der ei­ne Mann zum an­de­ren sagt: „Wenn du dich setzt, merkst du erst, ob du mü­de bist oder nicht.“Und wie der an­de­re er­wi­dert: „Ich ho­cke den gan­zen Tag.“Das könn­te man tun. Oder auch nicht. Dann wä­re man um vier Uhr in Augs­burg am Bahn­hof. Aber wür­de dar­über kein Wort ver­lie­ren. Weil die Kol­le­gin zu Recht sagt: „Schwarz­fah­ren und auch noch dar­über schrei­ben, wie schlau ist das denn.“Je­den­falls …

Kurz nach vier, Augs­burg

Ge­fühlt lie­gen kei­ne fünf­zig oder sech­zig Ki­lo­me­ter hin­ter ei­nem, son­dern min­des­tens hun­dert­fünf­zig. Und vor uns die letz­ten Me­ter. Was ei­nem plötz­lich ein­fällt: Die Ge­schich­te von Ernst Fast, dem schwe­di­schen Leicht­ath­le­ten, der beim olym­pi­schen Ma­ra­thon in Pa­ris in Füh­rung lag. Dann frag­te er ei­nen Po­li­zis­ten nach dem Weg, der zeig­te in die fal­sche Rich­tung, und Fast ver­lor. Der Po­li­zist er­schoss sich ei­ni­ge Ta­ge spä­ter aus Gram. Das al­les pas­sier­te vor 117 Jah­ren, aber wenn man es ein­mal er­zählt be­kommt, kann man es nicht mehr ver­ges­sen.

An Ta­gen wie die­sen aber tref­fen wir auf ei­nen Bus­fah­rer, der in die rich­ti­ge Rich­tung fährt. Der ei­nen auch nicht schwarz fah­ren lässt und uns statt­des­sen die Kar­te zahlt. Er sagt, nach zwan­zig oder drei­ßig Jah­ren in dem Be­ruf wis­se man, ob ei­ner Hil­fe brau­che. Vie­le Kol­le­gen wür­den das auch so ma­chen. „Aber wir sind nicht in Not“, sa­gen wir. „Seid ihr doch“, sagt er. Na­me? Bit­te nicht, er ma­che das nicht, um be­rühmt zu wer­den. Falls Sie aber je­mals ei­nen Bus­fah­rer tref­fen, an des­sen Bril­le ein Bü­gel fehlt, weil der En­kel da­mit ge­spielt hat, der aus Ber­lin kommt, schon in vie­len Städ­ten in Deutsch­land ge­ar­bei­tet hat, von den Fahr­küns­ten der Augs­bur­ger lei­der nicht viel hält, die Fahr­gäs­te aber mag … und der ger­ne ei­nen Scherz macht, dann rich­ten Sie ihm doch bit­te ein „Dan­ke“aus.

Zwan­zig vor fünf, Lech­hau­sen

Weil wir vor ei­ner Fahr­schu­le ste­hen: Das wä­re doch jetzt lus­tig, im Fahr­schul­au­to vor­ge­fah­ren wer­den. Aber der Fahr­leh­rer ist noch nicht da, kommt erst um sie­ben. Viel­leicht kann man zu­min­dest die Sa­che mit den Augs­bur­ger Au­to­fah­rern klä­ren. Si­mo­ne Pa­pa­do­pou­los kann nur die ei­ge­ne Er­fah­rung bei­steu­ern: „An die­ser Ecke, da könn­te ja ei­gent­lich et­was pas­sie­ren.“Neu­bur­ger Stra­ße, ir­rer Ver­kehr näm­lich. „Aber seit ich hier bin, gab es noch kei­nen Un­fall.“Ge­klärt.

Bit­ten macht mü­de. Wir lau­fen al­so. Bis sich das al­te Vier­tel ins neue ver­wan­delt, schi­cke Town­hou­ses statt an­ge­grau­ter Miets­häu­ser, die let­zen Me­ter an bun­ten Ein­fa­mi­li­en­häu­sern ent­lang, die so aus­se­hen, als sei­en sie gera­de aus­ge­packt wor­den. Wir wür­den ger­ne schnel­ler ge­hen. Wir den­ken ans Bier im Ruck­sack. Wenn das nun kühl wä­re. Wir sind auch ein biss­chen still. Die Kol­le­gin fo­to­gra­fiert noch ein­mal, sagt: „Die Bat­te­rie ist gleich leer.“

Kurz vor halb sechs, Re­dak­ti­on.

Die Kol­le­gen ha­ben ein Pla­kat an die Tür ge­hängt. „Will­kom­men zu­rück. Schön, dass ihr es noch im Ju­li ge­schafft habt.“Tür auf, gro­ßes Hal­lo. Als ob wir auf dem Mond ge­we­sen wä­ren …

Un­ter­wegs im Schil­der­land: Ori­en­tie rungs­los um­her­ir­ren geht an­ders.

So sau­ber, als ha­be ei­ner mal durch­ge saugt: Hop­pin­gen.

Uschi Lein­fel­der er­füllt Wün­sche. Die Sa che mit den Kar­tof­feln – er­le­digt.

Die ers­ten Men­schen, die man trifft? Mar­tin und Kath­rin Bar­nes aus En­g­land.

– ab zu Wenn man sich ver­lo­ren fühlt auch. Chris­tia­ne Kra­mer! Stem­pel gibt’s

Künst­le­rin La­na, 7, aus Bel­gi­en: Malt un be­irrt los. Groß­ar­tig.

An­kunft am Ver­lags­haus: Kurz vor h sechs. Und nicht ge­strit­ten!

Höll­gas­se in Har­burg, schön hier! Wie kommt man aber wie­der weg?

Was man an ei­nem Bahn­hof tut? War­ten na­tür­lich.

…zum Bei­spiel im Au­to von Stef­fen Rös ner, der auf dem Weg zur Spät­schicht ist.

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