Die EU hat kei­ne Er­laub­nis, Kriegs­schif­fe zu schi­cken

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Politik -

da­für, dass die Be­sat­zun­gen von eu­ro­päi­schen Kriegs­schif­fen zu­künf­tig auch di­rekt vor der Küs­te des nord­afri­ka­ni­schen Lan­des ope­rie­ren kön­nen.

Schif­fe der Bun­des­wehr und an­de­rer eu­ro­päi­scher Streit­kräf­te sind im Rah­men der Ope­ra­ti­on Sophia be­reits seit 2015 im zen­tra­len Mit­tel­meer im Ein­satz, um den Men­schen­schmug­gel aus Li­by­en zu be­kämp­fen. Weil sie bis­lang nicht in den Küs­ten­ge­wäs­sern des vom Bür­ger­krieg zer­rüt­te­ten Lan­des ope­rie­ren dür­fen, konn­ten da­bei al­ler­dings kaum Er­fol­ge er­zielt wer­den. Als mög­li­che Grün­de für die aus­ge­blie­be­ne Bit­te um Un­ter­stüt­zung an die EU gel­ten in­nen­po­li­ti­sche Kon­flik­te in Li­by­en, aber auch in der EU selbst. Di­plo­ma­ten hat­ten zu­letzt deut­lich ge­macht, dass es vor al­lem an der EU sei, die „Ein­la­dung“der Li­by­er ein­zu­for­dern und da­für Un­ter­stüt­zung in an­de­ren Be­rei­chen zu zu­zu­sa­gen.

Un­ter den EU-Staa­ten gab es zu­letzt Dis­kus­sio­nen dar­über, ob die Ope­ra­ti­on zum der­zei­ti­gen Zeit­punkt über­haupt aus­ge­wei­tet wer­den soll­te. Bis­lang konn­ten die li­by­schen Be­hör­den nicht den Ein­druck ver­mit­teln, dass sie den Be­trof­fe­nen fai­re Ge­richts- be­zie­hungs­wei­se ei­ne menschwür­di­ge Un­ter­brin­gung und Asyl­ver­fah­ren ge­währ­leis­ten kön­nen.

Fo­to: G. La­mi, dpa

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