Be­las­te­te Eier: Kun­den schät­zen Re­gio­na­les

Skan­dal Vie­le Ver­brau­cher sind ver­un­si­chert. War­um hei­mi­sche Pro­duk­te ge­fragt sind

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburger Land -

Vie­le Ver­brau­cher im Augs­bur­ger Land sind alar­miert: Der ak­tu­el­le Le­bens­mit­tel­skan­dal um Eier, die Spu­ren von In­sek­ten­gift ent­hal­ten, hat sich bei vie­len Ein­käu­fern schnell her­um­ge­spro­chen. Auch un­ter den Kun­den von And­re­as Krat­zer, der ei­nen Hof­la­den in Ga­b­lin­gen be­treibt. Er sagt: „Vie­le Ver­brau­cher sind ver­un­si­chert und schät­zen die Re­gio­na­li­tät um­so mehr.“An die­sem Frei­tag sei dem­nach be­son­ders viel in sei­nem La­den los ge­we­sen.

Ihm tun die Bau­ern leid, die ih­ren Stall mit dem In­sek­ti­zid Fi­pro­nil des­in­fi­ziert ha­ben, das für den Skan­dal ver­ant­wort­lich ist. Im Prin­zip kön­ne das je­dem pas­sie­ren, der die­ses Mit­tel ver­wen­det hat, er­klärt Krat­zer. Das In­sek­ten­gift wird als Pflan­zen­schutz­mit­tel und im Kampf ge­gen Ze­cken und Flö­he ein­ge­setzt.

Statt der che­mi­schen Keu­le setzt Krat­zer auf ei­ne me­cha­nisch-bio­lo­gi­sche Lö­sung: Die Hüh­ner neh­men ein Bad in Quarz­sand und -staub. „Der Sand hat schar­fe Kan­ten, die Flö­he wer­den ver­letzt und trock­nen dann aus“, er­klärt er. Für klei­ne Be­trie­be kön­ne ein sol­cher Skan­dal schnell zu gro­ßen Schä­den füh­ren, so­wohl fi­nan­zi­ell, aber auch beim Ver­trau­en der Kun­den. Groß­be­trie­be da­ge­gen, so ist er sich si­cher, „stal­len aus und wie­der ein“, und da­mit sei das The­ma für sie er­le­digt.

Der ak­tu­el­le Le­bens­mit­tel­skan­dal be­schäf­tigt auch die Kun­den auf dem Meit­in­ger Wo­chen­markt. Am Eier­ver­kauf­stand der Wie­de­mann Hof­la­den GbR aus Wes­ten­dorf ste­hen vie­le Frau­en und Män­ner, die an die­sem Frei­tag­vor­mit­tag ge­nau nach­fra­gen. „Das wa­ren heu­te rund 70 Pro­zent der Kund­schaft. Die Leu­te wol­len wis­sen, wo­her die Eier stam­men“, be­rich­tet Va­len­tin Wie­de­mann, der Bru­der des Ge­schäfts­füh­rers, der ger­ne Aus­kunft gibt. Er er­klärt, dass sei­ne Wa­re aus dem Stall aus Wes­ten­dorf stam­me. An­ders als im Stall von Krat­zer wer­de dort zur Des­in­fek­ti­on Kalk ein­ge­setzt.

Ag­nes Mei­ser aus Her­berts­ho­fen, die heu­te an dem Stand ein­kauft, holt ih­re Eier nor­ma­ler­wei­se in ei­nem Hof­la­den. Sie ver­sucht, wenn es ihr mög­lich ist, die re­gio­na­len An­bie­ter zu un­ter­stüt­zen, auch des­halb, weil sie die­sen mehr Ver­trau­en schenkt.

Dass den Kun­den die Re­gio­na­li­tät der Le­bens­mit­tel wich­tig ist, be­stä­tigt auch Rosemarie Kra­mer, die auf dem Wo­chen­markt in Fi­schach Eier für die Metz­ge­rei Leu­ten­mayr ver­kauft. „Un­se­re Eier stam­men vom Ge­flü­gel­hof Weiß aus Mot­zen­ho­fen“, er­klärt sie. Bis­her ha­be sie zwar nie­mand we­gen des Eier­skan­dals an­ge­spro­chen, den­noch rech­net sie da­mit, dass spä­tes­tens nächs­te Wo­che die ers­ten Kun­den nach­fra­gen wer­den. Ih­rer Er­fah­rung nach, müs­se die Nach­richt bei den Kun­den erst rich­tig an­kom­men, be­vor die­se re­agie­ren.

Zu wis­sen, wo­her die Eier kom­men, spielt nicht nur für die Kun­den von Krat­zer, Wie­de­mann und Leu­ten­mayr ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Anel Mid­jan, Markt­lei­ter des Ede­kas in Steppach, rät sei­nen Kun­den: „Kau­fen Sie im Zwei­fel im­mer re­gio­nal.“Noch sei die Nach­fra­ge nach der Her­kunft über­schau­bar, aber er ha­be sich be­reits auf das The­ma ein­ge­stellt. Mid­jan er­klärt, dass die Eier in sei­nem La­den aus­schließ­lich aus dem Augs­bur­ger Um­land stam­men, et­wa vom Augs­bur­ger Bach­bau­ern­hof oder dem Ge­flü­gel­hof Wirth in Hor­gau. (el­hö,

Fo­to: Mar­cus Merk

And­re­as Krat­zer konn­te sich ges­tern vor An­fra­gen kaum ret­ten.

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