Bun­tes Frie­dens­fest be­en­det den Streit

Thea­ter Kin­der füh­ren „Kampf um den Frie­den“im Die­dor­fer Eu­ki­tea auf

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Zwischen Lech, Wertach Und Schmutter - VON JO­NAS KLIMM

Diedorf

„Frie­den“– das ist das dies­jäh­ri­ge Mot­to des eu­ro­päi­schen Kin­der- und Ju­gend­thea­ters Eu­ki­tea in Diedorf. Vier Ta­ge lang konn­ten sich Kin­der im Al­ter von sie­ben bis zwölf Jah­ren bei ei­nem Fe­ri­en­work­shop un­ter der Über­schrift „Le­arning Arts“der Schau­spie­le­rei nä­hern. Am letz­ten Tag prä­sen­tier­ten sie das Stück den be­geis­ter­ten El­tern und an­de­ren Zu­schau­ern.

Da­bei durf­te sich der Nach­wuchs die Ge­schich­te größ­ten­teils sel­ber aus­den­ken; auch die Dia­lo­ge wur­den von den Kin­dern mit­ver­fasst. Beim büh­nen­wirk­sa­men Aus­ar­bei­ten der Sze­nen wur­den sie von den Schau­spie­lern Micha­el Gleich und Ly­dia Nas­sall be­glei­tet. „Die schwie­rigs­te Auf­ga­be ist, die Wün- sche der Kin­der un­ter ei­nen Hut zu brin­gen“, er­klärt die Lands­ber­ge­rin. „Da­bei kön­ne es hin und wie­der zu klei­nen Strei­te­rei­en kom­men.“Die­ses Jahr je­doch sei die Grup­pe gut zu­sam­men­ge­wach­sen und es ha­be kei­ne Un­stim­mig­kei­ten we­gen der Rol­len­ver­tei­lung ge­ge­ben. Au­ßer­dem herr­sche na­tür­lich ein ge­wis­ser Zeit­druck, die Ko­s­tü­me und das Büh­nen­bild recht­zei­tig fer­tig zu be­kom­men. Im Stück „Kampf um den Frie­den“ste­hen sich zwei ver­fein­de­te Ban­den schein­bar un­ver­söhn­lich ge­gen­über. Sie be­kämp­fen sich seit vie­len Jah­ren und be­schul­di­gen die je­weils an­de­re Grup­pe, den Stein des Frie­dens ge­stoh­len zu ha­ben. Nach­dem zwei Mit­glie­der aus den Ban­den die­sen zu­sam­men mit der Hil­fe ei­nes Vo­gels ge­fun­den ha­ben, hal­ten sie ihn bei ei­nem er- neu­ten ge­walt­sa­men Auf­ein­an­der­tref­fen der Grup­pen in die Hö­he. Die Ver­fein­de­ten er­ken­nen dar­auf­hin die Sinn­lo­sig­keit ih­rer Aus­ein­an­der­set­zung. Sie le­gen die far­bi­ge Klei­dung, die sie trennt, ab und fei­ern ein gro­ßes Frie­dens­fest. Mit dem En­de der Vor­stel­lung fei­er­ten die Zu­schau­er die Schau­spie­ler mit ei­nem mi­nu­ten­lan­gen Ap­plaus.

Es ist nicht das ein­zi­ge Pro­jekt

Die Thea­ter­er­leb­nis­wo­che ist üb­ri­gens nicht das ein­zi­ge Pro­jekt, wel­ches das in­ter­na­tio­na­le Schau­spiel­haus im Jah­re sei­nes zehn­jäh­ri­gen Be­ste­hens in Diedorf an­bie­tet. So gab es be­reits im Ju­ni und Ju­li ei­ne Wald­thea­ter-Per­for­mance, wel­che pas­send zum dies­jäh­ri­gen Mot­to mit „Frie­den ist!“be­zeich­net wur­de. Vom 15. bis 17. Sep­tem­ber soll es ei­ne klei­ne Vor­schau zum Ju­bi­lä­ums­jahr des in­ter­na­tio­na­len Thea­ter­hau­ses ge­ben.

Der acht­jäh­ri­ge Ja­kob aus Augs­burg war mit sei­nem Auf­tritt je­den­falls sehr zu­frie­den: „Es hat total Spaß ge­macht, ich hat­te zwar vor­her Lam­pen­fie­ber, aber das hat sich auf der Büh­ne schnell ge­legt.“Auch der gleich­alt­ri­ge Ras­mus und sein zehn­jäh­ri­ger Bru­der Jan­nis, der be­reits im vier­ten Jahr beim Work­shop da­bei ist, fass­ten nach der Vor­stel­lung zu­sam­men: „Wir ha­ben al­les so hin­be­kom­men, wie wir woll­ten.“Dass die An­hau­ser Brü­der in geg­ne­ri­schen Ban­den wa­ren, sei je­doch Zu­fall ge­we­sen. Es ha­be ih­nen auf je­den Fall ei­nen gro­ßen Spaß ge­macht und sie wol­len auch nächs­tes Jahr wie­der da­bei sein.

Fo­to: Mar­cus Merk

Im Thea­ter­work­shop „Le­arning Arts“im Eu­ki­tea Thea­ter in Diedorf ging es in ei­nem Stück um Frie­den.

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