Für wen sich die Die­sel De­als loh­nen

Ver­kehr Volks­wa­gen bie­tet Kun­den beim Neu­wa­gen­kauf un­ter­schied­lich ho­he Ra­bat­te an, wenn sie ihr al­tes Au­to ver­schrot­ten las­sen. An­de­re Her­stel­ler ma­chen es ähn­lich

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Geld & Leben - VON CHRIS­TI­NA HEL­LER

Gera­de ver­su­chen Au­to­her­stel­ler, sich ge­gen­sei­tig mit Ra­bat­ten für al­te Die­sel-Fahr­zeu­ge zu über­bie­ten. Für Ver­brau­cher wird das un­über­sicht­lich – und ge­nau hin­zu­schau­en lohnt sich. Wor­auf Sie ach­ten soll­ten:

Wel­che De­als bie­ten die Her­stel­ler an?

Der VW-Kon­zern bie­tet Fah­rern von al­ten Die­sel­fahr­zeu­gen Ra­bat­te von bis zu 10 000 Eu­ro an. Wer sein al­tes Au­to et­wa ge­gen ei­nen up! ein­tauscht, be­kommt 2000 Eu­ro Nach­lass, bei ei­nem Po­lo sind es 3000 Eu­ro, bei ei­nem Pas­sat 8000 Eu­ro und beim SUV Toua­reg, be­trägt die so­ge­nann­te Um­welt­prä­mie 10000 Eu­ro. Der Kun­de be­kommt das Geld, wenn er sein al­tes Fahr­zeug nach­weis­lich ver­schrot­ten lässt und gleich­zei­tig ei­nen mo­der­nen Die­sel, ein E-Au­to oder ein Hy­brid-Fahr­zeug kauft. Den Rest­wert des Au­tos gibt es zu­min­dest beim VW-Kon­zern nicht er­stat­tet. Das An­ge­bot gilt bis zum 31. De­zem­ber 2017. Die­sen Zei­t­raum ge­ben auch die meis­ten an­de­ren Au­to­fir­men an. Al­ler­dings wei­chen die Ra­bat­te ab. Au­di schlüs­selt nicht ge­nau auf, wie hoch der Ra­batt bei wel­chem Mo­dell ist, er liegt zwi­schen 3000 und 10 000 Eu­ro. BMW ver­spricht eben­falls 2000 Eu­ro, wenn der Kun­de ein Elek­tro­au­to, ein Hy­brid-Fahr­zeug oder ei­nen Die­sel der Schad­stoff­klas­se Eu­ro 6 kauft und sein Au­to in Zah­lung gibt. Das heißt: BMW be­rück­sich­tigt im Ge­gen­satz zu VW den Rest­wert des Fahr­zeugs. Al­le Fir­men ge­wäh­ren die Nach­läs­se auf Die­sel­fahr­zeu­ge je­der Mar­ke.

Wie lässt sich her­aus­fin­den, wel­che Schad­stoff­klas­se das ei­ge­ne Au­to hat?

Die Ra­bat­te gel­ten nur für Die­sel­fahr­zeu­ge, die die Schad­stoff­klas­sen Eu­ro 1 bis Eu­ro 4 ha­ben. Nach ak­tu­el­len Be­rech­nun­gen des Kraft­fahrt­bun­des­amts fal­len knapp 57 Pro­zent der Die­sel­fahr­zeu­ge in die­se Ka­te­go­ri­en. Der Rest der Au­tos hat die Emis­si­ons­klas­se Eu­ro 5 oder Eu­ro 6. Vie­le Her­stel­ler wol­len die­se mit ei­nem Soft­ware-Up­date so nach­rüs­ten, dass der Aus­stoß des schäd­li­chen Stick­oxids sinkt. Wel­che Schad­stoff­klas­se das ei­ge­ne Au­to hat, steht im Fahr­zeug­schein un­ter Punkt 14.

Wo­her weiß man, wie viel das ei­ge­ne Au­to noch wert ist?

Wer sich über­legt, die Ra­bat­te der Au­to­her­stel­ler zu nut­zen, soll­te zu­erst ein­mal her­aus­fin­den, wie viel das ei­ge­ne Au­to wert ist. Das geht zum Bei­spiel auf der Seite der Deut­schen Au­to­mo­bil Treu­hand (DAT). Dort lässt sich kos­ten­los ein Ori­en­tie­rungs­wert von bis zu elf Jah­re al­ten Fahr­zeu­gen er­mit­teln. Grund­la­ge da­für sind an­ony­mi­siert Markt­da­ten, die das Un­ter­neh­men von Händ­lern zu­ge­schickt be­kommt, er­klärt ein DAT-Spre­cher. Das Er­geb­nis hängt et­wa von Ki­lo­me­ter­stand, Al­ter und PS-Zahl des Wa­gens ab. „Al­ler­dings be­rück­sich­ti­gen wir in der On­li­ne-Va­ri­an­te kei­ne Son­der­aus­stat­tun­gen“, fügt er an.

Lohnt sich der Um­tausch?

Wer ein al­tes Au­to fährt und über den Kauf ei­nes Neu­wa­gens nach­denkt, für den könn­te jetzt ein güns­ti­ger Zeit­punkt sein. Denn 5000 Eu­ro für ei­nen neu­en Golf oder 8000 Eu­ro für ei­nen Pas­sat kön­nen et­wa ein Vier­tel des Lis­ten­prei­ses aus­ma­chen. Al­ler­dings ge­wäh­ren vie­le Händ­ler so­wie­so groß­zü­gi­ge Ra­bat­te, sagt ADAC-Spre­cher Christian Bu­ric. Nun könn­ten sie die­se zu­rück­fah­ren und statt­des­sen die Prä­mi­en der Her­stel­ler an­bie­ten. Au­to­ex­per­te Fer­di­nand Du­den­hö­fer warnt, ein neu­er Die­sel sei kein Ga­rant, von dro­hen­den Fahr­ver­bo­ten ver­schont zu blei­ben.

Fo­to: Jeff Ko­wals­ky, afp

Wer ei­nen al­ten Die­sel hat, kann ihn zu Volks­wa­gen brin­gen. Denn der Kon­zern bie­tet Ab­wrack­prä­mi­en für die Fahr­zeu­ge an, so­fern sich der Kun­de statt­des­sen ei­nen neu­en VW kauft. An­de­re Au­to­her­stel­ler ge­hen ähn­lich vor. Nicht im­mer ist das ein gu­tes Ge­schäft.

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