TVA ver­kauft sich gut

Trai­ner trotz Nie­der­la­gen zu­frie­den

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Sport Regional -

Nach fast zwei Jahr­zehn­ten stei­gen die Ska­ter­ho­ckey-Spie­ler des TV Augs­burg aus der Bun­des­li­ga ab. Ent­spre­chend ent­täuscht be­ur­teil­te Mar­tin Zent­ner be­reits vor zwei Wo­chen sei­ne ers­te Sai­son als Trai­ner, die er sich ganz an­ders vor­ge­stellt hat­te. Zent­ner hat­te nach dem be­sie­gel­ten Ab­stieg er­klärt, man wol­le die Sai­son mit An­stand über die Büh­ne brin­gen. Das ist den Spie­lern auf ih­rer Rei­se zu Spit­zen­rei­ter Crash Eagles Kaarst und den Sa­mu­rai Iser­lohn ge­lun­gen, ob­wohl der TVA oh­ne Punk­te blieb.

In Kaarst bo­ten die Schütz­lin­ge von Zent­ner ei­ne star­ke Leis­tung beim 7:9 (1:3, 3:5, 3:1). „Mei­ne Mann­schaft hat al­les ge­ge­ben, aber auch et­was Pech ge­habt. Wir wer­den lei­der nicht be­lohnt. Kaarst steht mit sei­ner Mann­schaft nicht von un­ge­fähr an der Spit­ze“, be­fand Zent­ner. Po­si­tiv war vor al­lem das Schluss­drit­tel, das die Augs­bur­ger 3:1 für sich ent­schie­den.

In Iser­lohn un­ter­lag der TVA mit 9:12 (1:2, 3:7, 5:3). Der Ein­bruch im Mit­tel­drit­tel brach­te Augs­burg auf die Ver­lie­rer­stra­ße. „Po­si­tiv war, dass sich das Team nicht auf­gab, son­dern das Schluss­drit­tel für sich ent­schied. Lei­der kön­nen wir nicht kon­stant über die vol­len 60 Mi­nu­ten spie­len“, re­sü­mier­te TVA-Trai­ner Zent­ner.

Jär­vi­nen (Mat­heis); F. Nies (3), Nik. Lu­ther (1), Wald­hier (1), Ber­ger (1), Bulln­hei­mer, Dot­ter­weich (1), M. Nies (3), Gir­sig (1), Glä­sel (2), Be­che­rer (2), Hübl (1), Vogt

TVA

tun. Letzt­lich geht es auch dort dar­um, ei­nen Zu­gang zu den Men­schen zu fin­den. Der Co-Trai­ner kann nä­her an ei­ner Mann­schaft dran sein, weil er kei­ne Ent­schei­dun­gen ver­ant­wor­ten muss.

Jetzt ha­ben Sie Ver­ant­wor­tung.

Rich­tig. Ich ha­be Per­so­nal­ver­ant­wor­tung und muss ge­währ­leis­ten, dass das Nach­wuchs­kon­zept wei­ter­ent­wi­ckelt wird.

Fran­ken­ber­ger:

In der Bun­des­li­ga ha­ben sich jun­ge Trai­ner eta­bliert, die aus den ei­ge­nen Nach­wuchs­zen­tren kom­men. Ei­ne lo­gi­sche Ent­wick­lung?

Der Deut­sche Fuß­ball-Bund hat nach der EM 2000 die Nach­wuchs­ar­beit re­vo­lu­tio­niert. Mit der ers­ten Wel­le wur­den Spie­ler ge­för­dert, mit der zwei­ten Wel­le die Trai­ner. Sie wer­den ge­ziel­ter aus­ge­bil­det und ha­ben sich be­reits in jun­gen Jah­ren rund um die Uhr mit Fuß­ball be­schäf­tigt. Sie sam­meln früh als Trai­ner Er­fah­rung und sind gut, das hat we­nig mit dem Al­ter zu tun.

Fran­ken­ber­ger:

Als Co-Trai­ner hat­ten Sie per­ma­nent mit Bun­des­li­ga­trai­ner Ma­nu­el Baum Kon­takt. Wie sieht die Zu­sam­men­ar­beit jetzt aus?

Fran­ken­ber­ger:

Wir tau­schen uns stän­dig aus, al­ler­dings nicht mehr täg­lich, weil sich sei­ne und mei­ne Ar­beits­fel­der nicht mehr flä­chen­de­ckend über­schnei­den. Das In­ter­es­se von Ma­nu­el Baum für den Nach­wuchs ist aber wei­ter­hin hoch.

Nach dem Rück­tritt von Christian Wörns sind sie vor­über­ge­hend auch U23-Trai­ner. Wie lässt sich dies mit ih­rer Fuß­ball­leh­rer­aus­bil­dung ver­ei­nen?

Fran­ken­ber­ger:

Der Deut­sche Fuß­ball-Bund er­laubt mir, nicht im­mer in der Sport­schu­le Hen­nef an­we­send sein zu müs­sen. Au­ßer­dem ab­sol­vie­re ich dem­nächst ei­ne drei­wö­chi­ge Pra­xis­pha­se bei den Bun­des­li­ga­pro­fis. Dau­er­haft soll der Chef­trai­ner Nach­wuchs aber kei­ne Trai­ner­po­si­ti­on be­klei­den.

Was sind Ih­re Zie­le als Chef­trai­ner Nach­wuchs?

Fran­ken­ber­ger:

Wir wol­len Spie­ler in den Pro­fi­be­reich brin­gen und un­se­re Mann­schaf­ten in den höchs­ten Li­gen eta­blie­ren. Die gro­ße Her­aus­for­de­rung ist, je­den Jahr­gang stark zu be­set­zen. Ne­ben Mann­schafts­trai­ning, Schu­le oder Be­rufs­aus­bil­dung ist wich­tig, den Spie­ler in­di­vi­du­ell zu för­dern.

Wel­che Spiel­idee ver­folgt der Ver­ein? Ak­tiv sein, ag­gres­siv

Fran­ken­ber­ger:

ver­tei­di­gen, die Un­ord­nung des Geg­ners nut­zen und schnell kon­tern. Und das im­mer an­ge­passt an die Ent­wick­lung des Sports. Da­nach wäh­len wir auch die Spie­ler aus.

Wie wich­tig sind Spie­ler wie Dan­so, Rie­der oder Fram­ber­ger für die Au­ßen­wir­kung des Ver­eins und des NLZ?

Das hilft uns na­tür­lich. Und mo­ti­viert uns, dass wir wei­te­re Spie­ler in den Pro­fi­be­reich brin­gen.

Fran­ken­ber­ger:

Wie über­zeu­gen Sie Ta­len­te und de­ren El­tern, beim FCA zu blei­ben oder hier­her zu wech­seln?

Wir stel­len mit der In­di­vi­dua­li­sie­rung den Spie­ler in den Mit­tel­punkt, er er­fährt ei­ne ho­he Wert­schät­zung. Das kann so weit ge­hen, dass er ei­nen Jahr­gang über­springt, weil das ei­ne bes­se­re Ent­wick­lung ver­spricht. Zu­dem punk­ten wir mit Spiel­idee, Durch­läs­sig­keit zu den Pro­fis und in­zwi­schen auch mit der In­fra­struk­tur.

Fran­ken­ber­ger:

Wie weit kann man sich in der Aus­bil­dung von Er­geb­nis­sen lö­sen?

Be­deu­tend ist, die höchs­ten Li­gen zu hal­ten. Nie­mand

Fran­ken­ber­ger:

ist Pro­fi ge­wor­den, weil er in der Ju­nio­ren-Bun­des­li­ga mit sei­ner Mann­schaft Meis­ter ge­wor­den ist.

Wie um­kämpft ist der Markt der Ta­len­te?

Fran­ken­ber­ger:

Im­mer frü­her wer­den Ta­len­te hei­mat­fremd trans­fe­riert. Ob das zum Wohl des Kin­des ge­schieht, sei da­hin­ge­stellt. Wir bil­den gut aus, des­halb gibt es ver­stärkt In­ter­es­se an un­se­ren Spie­lern. Mitt­ler­wei­le bin ich grund­sätz­lich op­ti­mis­tisch, wenn wir ei­nen Spie­ler von uns über­zeu­gen wol­len, dann schaf­fen wir das.

In­ter­view: Jo­han­nes Graf

Alex­an­der Fran­ken­ber­ger

ist seit Som­mer Chef­trai­ner des FCA Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trums. Über gangs­wei­se trai­niert er nach dem Rück­tritt von Christian Wörns zu­dem die U23. Zu­vor war der 30 Jäh­ri­ge als Ju­gend­trai­ner beim FC Augs­burg ak­tiv und stand ein hal­bes Jahr lang als Co Trai­ner an der Seite von Bun­des­li­ga­trai­ner Ma­nu­el Baum. Par­al­lel ab­sol­viert er sei­ne Fuß­ball leh­rer­aus­bil­dung.

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