Din­kel­scher­ben feh­len Ba­de­gäs­te

Frei­bä­der Wäh­rend die Sai­son an­dern­orts bis­lang über­all groß­ar­tig läuft, ge­hen die Be­su­cher­zah­len auf dem Kai­ser­berg ten­den­zi­ell zu­rück. Nun gibt es ei­nen Vor­schlag, wie sich das än­dern soll

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburger Land - VON JES­SI­CA SOCHER UND MA­NUE­LA BAU­ER

Land­kreis Augs­burg

Auch wenn der Som­mer gera­de ei­ne Pau­se macht – bis­lang lief die Sai­son für die meis­ten Frei­bä­der im Augs­bur­ger Land bom­big. Mit ei­ner Aus­nah­me pro­fi­tier­ten al­le von der wo­chen­lan­gen Schön­wet­ter­pe­ri­ode, die schon an Pfings­ten an­ge­bro­chen war. Wer es nicht mehr weiß: Der Som­mer kam heu­er schon im Ju­ni und be­scher­te dem Augs­bur­ger Land über­durch­schnitt­li­che Tem­pe­ra­tu­ren und Son­nen­schein­dau­er. Die­ser Trend schwäch­te sich zwar im Ju­li ab, ei­nen rich­ti­gen Durch­hän­ger gab es aber nicht. Und das gilt auch für die Frei­bä­der. ● Dort wur­de jüngst die 40 000. Be­su­che­rin be­grüßt – bis Mit­te Sep­tem­ber könn­te das Bad al­so noch die 50000-Be­su­cher-Mar­ke kna­cken und in Reich­wei­te sei­ner bis­he­ri­gen Re­kord­som­mer kom­men. ● Et­was nei­disch schaut Ed­gar Kalb, Bür­ger­meis­ter von Din­kel­scher­ben, nach Fi­schach. Von den dor­ti­gen Zah­len ist das Wald­frei­bad Din­kel­scher­ben noch weit ent­fernt: „Wir hat­ten heu­er noch nicht mal 30000 Be­su­cher“, sagt Kalb. Mit Sor­ge be­ob­ach­tet der Bür­ger­meis­ter, dass die Gäs­te­zah­len ten­den­zi­ell ab­neh­men – und da­mit auch das De­fi­zit steigt, das die Ge­mein­de je­des Jahr be­zah­len muss: In den Acht­zi­ger- und Neun­zi­ger­jah­ren ha­be das Bad häu­fig 60000 bis 65000 Be­su­cher ge­zählt. Im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren es et­was über 30000 Gäs­te, im hei­ßen Som­mer 2015 mehr als 44 000.

In die­sem Som­mer gab es zwei be­son­ders gu­te Tage, an de­nen mehr als 1000 Be­su­cher ka­men: der 22. Ju­ni und der 1. Au­gust.

Das Din­kel­scher­ber Frei­bad wur­de 1964 ge­baut. Es liegt idyl­lisch am Wald­rand mit ei­nem schö­nen Blick über die Rei­schen­au. Doch Kalb sieht es kri­tisch: „Für die At­trak­ti-

Na­tur­frei­bad Fi­schach Wald­frei­bad Din­kel­scher­ben

wur­de 50 Jah­re lang ei­gent­lich nichts ge­tan.“Zwar hat das Schwim­mer­be­cken vor ei­ni­gen Jah­ren ei­ne Edel­stahl­aus­stat­tung be­kom­men, die An­ge­bo­te sind über die Jahr­zehn­te aber gleich ge­blie­ben: Schwim­mer­be­cken, Sprung­turm, klei­ne Rut­sche, Pl­ansch­be­cken. Da­mit das Bad wie­der mehr Gäs­te an­lockt, müs­se es ei­ne be­son­de­re At­trak­ti­on ge­ben, fin­det der Bür­ger­meis­ter. Der Ge­mein­de­rat hat be­reits be­schlos­sen, den Kin­der­be­reich neu zu ge­stal­ten und den Um­klei­de­be­reich zu sa­nie­ren. Ge­schätz­te Kos­ten: et­wa 760 000 Eu­ro. Doch das reicht Kalb nicht. Er hät­te ei­ne gro­ße Rut­sche – „und zwar nicht nur ei­ne Breit­wel­len­rut­sche wie in Fi­schach, son­dern ei­ne be­son­de­re, die es im Um­kreis noch nicht gibt“, sagt er. Ein Rut­schen­bau­er hat sich das Bad schon mal an­ge­se­hen. Die La­ge am Hang wä­re ide­al. Doch das al­les kos­tet na­tür­lich – und die Nach­barn müs­sen mit­spie­len. ● Wäh­rend es in der letz­ten Sai­son bis An­fang Au­gust un­ge­fähr 61000 Be­su­cher wa­ren, sind es die­ses Jahr im sel­ben Zei­t­raum mehr als 80 000. Der An­drang sorgt er­fah­rungs­ge­mäß für Eng­päs­se bei den Park­plät­vi­tät

Ger­frieds­wel­le Gersthofen

zen. Kla­ra Si­mon von den Stadt­wer­ken sagt: „Es kommt auf die Uhr­zeit an. Manch­mal muss man noch ei­ne Run­de dre­hen, um ei­nen Park­platz zu fin­den, oder auch mal ein paar Mi­nu­ten zum Frei­bad lau­fen.“. ● An­ton Schmid vom Frei­bad Kut­zen­hau­sen kann es nur be­stä­ti­gen: Das gu­te Wet­ter lockt die Be­su­cher an. „Es ist ver­gleich­bar mit un­se­rem bes­ten Jahr 2015. Die Re­gen­ta­ge sind an ei­ner Hand ab­zu­zäh­len, wes­we­gen so vie­le Men­schen ins Frei­bad ge­hen.“2014 wur­de der Park­platz er­wei­tert, so­dass nun ge­nug Platz für die vie­len Au­tos ist. Schmid ist froh, denn hät­gern

Frei­bad Kut­zen­hau­sen

ten sie es da­mals nicht ge­macht, gä­be es nun ein Pro­blem. ● Ex­akt 61 090 Be­su­cher wa­ren bis zum Mon­tag im Sun Splash in Meit­in­gen. Das sind deut­lich mehr als im ver­reg­ne­ten Som­mer 2016 mit nur 46 000 Ba­de­gäs­ten. Karl-Heinz May­er, Käm­me­rer in Meit­in­gen, kennt so­gar den Re­kord­tag: „Am Mitt­woch, 19. Ju­li, hat­ten wir den hei­ßes­ten Tag des Jah­res und mit 2635 Be­su­chern ei­ne Best­mar­ke.“

Der gro­ße Park­platz, der mit der Sport­hal­le ver­knüpft ist, kann die Men­schen im Re­gel­fall al­le un­ter­brin­gen.

Sun Splash Meit­in­gen »Auf­ge­fal­len

Fo­to: Mar­cus Merk

Wer ein ru­hi­ges Ba­de­er­leb­nis sucht, hat im Din­kel­scher­ber Wald­frei­bad gu­te Chan­cen. Dort gab es frü­her deut­lich mehr Be­su­cher.

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