Ab­tau­chen

Wann im­mer Sie wol­len

Auszeit - - IN DER WANNE - AN­NET­TE BEHR

Ver­gnügt plansch­te und sang auch Ju­lia Ro­berts einst zu „Kiss“in der run­den Lu­xus-Ho­telBa­de­wan­ne her­um. Spä­ter im Film ba­de­ten „Pret­ty Wo­man“und Richard Ge­re ge­mein­sam. Wun­der­bar wär­men­de Sze­nen...

Im­mer­hin: Den Sport-Walk­man in Gelb, den Ju­lia Ro­berts in der Wan­nen­sze­ne trug, ha­be auch ich mir da­mals ge­gönnt und be­sit­ze ihn noch heu­te.

Das wa­ren noch Zei­ten! Und der Walk­man ei­ne ech­te Er­run­gen­schaft. Denn dem Kas­set­ten-Ge­rät konn­ten Was­ser und Sand (fast) nichts an­ha­ben. Heut­zu­ta­ge wirkt die­se Tech­nik wie aus der St­ein­zeit. Un­ter Mit­wir­kung ih­res neu­es­ten Smart­pho­nes un­ter­nimmt mei­ne Toch­ter stun­den­lan­ge Bä­der-Ses­sio­nen. Das Ba­den wird re­gel­recht zur Ze­re­mo­nie! Da­bei te­le­fo­niert sie, ver­schickt fast se­künd­lich Nach­rich­ten und schaut Film­chen an. Und ja, manch­mal hört sie so­gar Mu­sik...!

Spa für Zu­hau­se

Mu­si­ka­li­sche Un­ter­ma­lung ist auch für mein ge­nüss­li­ches Pfle­geBa­de­ver­gnü­gen wich­tig. Zu­sätz­lich sen­ken Mu­sik so­wie das Wan­nen­bad selbst je­weils den Blut­druck. Und das ha­ben wir al­les auch noch im Dop­pel­pack! In un­se­rem Bad gibt es da­her, ganz old­school, ein Ra­dio mit CD-Play­er. Für das schnel­le Bad zwi­schen­durch, al­so die Du­sche, hö­re ich näm­lich ger­ne mei­nen Lieb­lings­sen­der. Für län­ge­re Ba­de­ein­hei­ten mit Rund­umPro­gramm ge­stal­te ich mein Ba­de­zim­mer in ei­ne Wohl­fühl-Lounge

Ba­den ist mein Liebs­tes. Wenn es fürs Meer drau­ßen zu kalt ist, lockt die hei­mi­sche Ba­de­wan­ne. Fuß­läu­fig er­reich­bar, in­di­vi­du­ell be­füll­bar und gren­zen­los auf­heiz­bar. Letz­te­res ver­lei­tet ge­ra­de die Frau­en, das Ba­de­ver­gnü­gen nicht nur aus Rein­lich­keits­grün­den zu ge­nie­ßen. Und ein Ge­nuss kann es al­le­mal sein. Die Ba­de­wan­ne prahl­te sehr. Sie hielt sich für das Mit­tel­meer und ih­re ei­ne Sei­ten­wand für Hel­go­län­der Küs­ten­land. (Joa­chim Rin­gel­natz)

um. Da­zu ist es un­er­läss­lich, dass sich auch die Raum­tem­pe­ra­tur er­wärmt. Ker­zen in mei­ner Lieb­lings­far­be mit ent­spre­chen­den Leuch­tern und Tee­lich­tern ste­hen über­all, wer­den da­für opu­lent ver­teilt. Ger­ne dra­pie­re ich sie auch um Spie­gel und Wan­ne. Sie hül­len al­les in ein war­mes und mil­des Licht. Kör­per, See­le und den Raum wär­men sie. Im Herbst kra­me ich auch wie­der mei­ne Ster­nenLich­ter­ket­te her­vor. Die­se rahmt den Spie­gel und zau­bert stän­dig ein hei­me­lig schmei­cheln­des Am­bi­en­te. Gro­ße, mol­li­ge Ba­de­tü­cher oder Ba­de­män­tel le­ge ich be­reit, da­mit wir vor und nach dem ge­nüss­li­chen Bade­ri­tu­al nicht wie­der aus­küh­len. Un­ter Um­stän­den brin­ge ich noch mein der­zei­ti­ges Lieb­lings­buch mit zur Wan­ne und al­les, wo­nach mir si­tua­ti­ons­be­dingt sonst noch ist.

Auf je­den Fall im­mer ein Gläs­chen Was­ser, da­mit ich nicht in­ner­lich dürs­te, und ei­nen le­cke­ren Tee oder ei­nen Cap­puc­ci­no. Ganz nach Lau­ne und Be­dürf­nis. Be­ru­hi­gung, Ent­span­nung oder An­re­gung.

Die Haupt­rol­le spielt al­ler­dings der „Ba­de­zu­satz“! Es gibt mo­men­tan zwei Köst­lich­kei­ten, nach de­nen ich und mei­ne Haut sich ver­zeh­ren. Al­lein der Duft aus dem an­mu­ti­gen Glas­ti­gel be­wirkt so­for­ti­ge Glücks­aus­brü­che. Et­was ganz Be­son­de­res! Da­zu gleich mehr... Erst­mal las­se ich heiß­damp­fen­des Was­ser in die

Wan­ne lau­fen und ver­wand­le mein Bad mit mei­ner „Mee­res­rau­schen“– CD lang­sam in ei­ne Spa-Oa­se.

Was­ser ist ge­sund

Latei­nisch: Sa­ni­tas Per Aquam.

Das wuss­ten schon die Rö­mer und Grie­chen, dass Rei­ni­gun­gen und Ba­den mit Was­ser und spe­zi­el­len Es­sen­zen sich auf Kör­per und Geist wohl­tu­end und ge­sun­dend aus­wir­ken. Zu­dem fängt ja mit die­ser Um­hül­lung un­ser Le­ben an. Denn schon im Mut­ter­leib be­we­gen wir uns in kör­per­tem­pe­rier­tem Was­ser und wer­den mit al­len wich­ti­gen Nähr­stof­fen bes­tens ver­sorgt. Das kön­nen wir bei­be­hal­ten und uns im­mer wie­der in die­sen be­schüt­zen­den Schwe­be­zu­stand ver­set­zen. Die idea­le Was­ser­tem­pe­ra­tur be­trägt des­halb 37 bis 38 Grad. Die­se an­ge­neh­me Wär­me regt die Durch­blu­tung der Haut an und der ge­sam­te Be­we­gungs­ap­pa­rat wird ent­las­tet. Mus­kel­ver­här­tun­gen lö­sen sich, weil es sich im woh­lig­war­men Was­ser wun­der­bar los­las­sen und da­mit ent­span­nen lässt. Da­mit wird auch das Herz ent­las­tet und die Lun­ge füllt sich mit an­ge­neh­mer Luft und Es­sen­zen der bes­ten äthe­ri­schen Öle. Die­se, auf den in­di­vi­du­el­len Ge­schmack und das je­wei­li­ge Be­dürf­nis ab­ge­stimmt, sind ein herr­li­cher heil­sa­mer Ba­de­zu­satz. Den Schaum las­sen wir lie­ber weg, denn er ent­hält che­mi­sche Sub­stan­zen, die uns und der Um­welt scha­den. Bei Wind und Wet­ter emp­fiehlt sich das gleich­na­mi­ge Bad mit Fich­ten­na­deln, Jo­joba- und Erd­nuss­öl, das frei durch­at­men lässt und zu­dem be­ru­higt. Durch die auf­stei­gen­den Dämp­fe wer­den die Duf­ta­ro­men ein­ge­at­met und wir­ken auf den ge­sam­ten Kör­per. Das Ge­hirn „er­kennt“Duft­mo­le­kü­le und schüt­tet bei po­si­ti­ven Emo­tio­nen qua­si als Sah­ne­häub­chen auch noch das Glücks­hor­mon En­dor­phin aus. Noch glück­li­cher geht fast gar nicht, oder?

Zau­ber­was­ser

Lang­sam rie­seln die fei­nen wei­ßen Kris­tal­le in das Was­ser. Sie ge­ben lei­se knis­tern­de Ge­räu­sche ab, wenn sie mit dem Was­ser ei­ne Ver­bin­dung ein­ge­hen und eins wer­den... Ach ja. Ich at­me da­zu ein und wie­der aus. Füh­le mich wie im Som­mer in Süd­frank­reich. Von hier stammt näm­lich das na­tür­lich rei­ne Ba­de­salz aus der Se­rie „Aro­ma­cho­lo­gie“. Es ent­hält äthe­ri­sches Ber­ga­mot­te-, Man­da­ri­nen-, Sü­ß­or­an­gen-, Gera­ni­en- und La­ven­del­öl. Al­lein die­se In­gre­di­en­zi­en be­tö­ren mich und ver­set­zen mich in tie­fe Ent­span­nung. Da ich das abend­li­che Bade­ri­tu­al dem mor­gend­li­chen vor­zie­he, fal­le ich nach ei­nem der­ar­tig duf­ti­gen Wär­me­bad als­bald sinn­lich-satt

Fünf Mit­tel ge­gen Schmer­zen und Trau­rig­keit: Trä­nen, das Mit­leid der Freun­de, der Wahr­heit ins Au­ge sehn, schla­fen, ba­den. (Tho­mas von Aquin)

ins mol­li­ge Bett und spä­ter in ei­nen an­ge­neh­men Tief­schlaf. Die re­ge­ne­rie­ren­de Pfle­ge­li­nie hilft, am En­de des Ta­ges die Hek­tik und das Ge­plap­per der in­ne­ren Stim­me ab­zu­spü­len. Die er­le­se­nen Kom­po­si­tio­nen fül­len den Ener­gie- und Glücks­spei­cher wie­der auf und er­öff­nen ei­ne sau­ber aus­ba­lan­cier­te Ge­fühls­ebe­ne.

Mei­ne Haut und ich

Mit dem lu­xu­riö­sen Wan­nen­bad geht nicht nur ei­ne men­ta­le Ent-

schla­ckung und Er­ho­lung ein­her, son­dern auch die kör­per­li­che. Das ge­schieht auch über die Haut, die bei Wär­me sanft die Po­ren öff­net. Mit den auf den Haut­typ ab­ge­stimm­ten In­halts­stof­fen wird ei­ne Rei­ni­gung, An­re­gung und/oder Be­ru­hi­gung in Gang ge­setzt. Pfle­gen­de Kom­po­nen­ten aus den Ba­de­zu­sät­zen kom­men zum Tra­gen, wer­den qua­si ne­ben­bei ein­ge­schleust. Ein mil­chi­ges Man­del­bad bei­spiels­wei­se ver­leiht zu­sätz­lich noch den Kleo­pa­traEf­fekt. Sich (an)füh­len und duf­ten wie ei­ne Kö­ni­gin ist ja im­mer ein wün­schens­wer­ter Zu­stand! Und Frau spart sich das Ein­cre­men nach dem Bad. Ge­gen den

Grau­schlei­er auf dem

Ge­sicht wirkt das sanf­te

Wa­schen mit Man­del­kleie Wun­der. Durch die auf­stei­gen­de Wär­me wird die Cre­me zu ei­ner Mas­ke und kann be­son­ders gut wir­ken.

Mei­ne Toch­ter schwört al­ler­dings al­lein auf Gur­ken­schei­ben. We­gen des ho­hen Was­ser­ge­hal­tes und des na­tür­li­chen Pro­duk­tes.

Bei die­sen – ja, auch der

Gur­ke – soll­te im­mer auf al­ler­bes­te Bio-Qua­li­tät Wert ge­legt wer­den. Je hoch­wer­ti­ger und er­le­se­ner die ein­zel­nen Be­stand­tei­le sind, des­to grö­ßer und nach­hal­ti­ger ist der Ef­fekt. Al­so gön­nen Sie sich ei­ne Ba­de­es­senz der Ex­t­ra­klas­se. Et­was ganz Be­son­de­res, auf Sie und Ih­re Wün­sche Zu­ge­schnit­te­nes. Und

Das Was­ser ist ein freund­li­ches Ele­ment für den, der da­mit be­kannt ist und es zu be­han­deln weiß. (Jo­hann-Wolf­gang von Goe­the)

wenn sie es ge­fun­den ha­ben, wün­schen Sie es sich zu Weih­nach­ten von ih­ren Liebs­ten.

In bes­ter Ge­sell­schaft

Neu­lich las ich in ei­nem Ma­ga­zin über Men­schen und ih­re Bade­ri­tua­le. Der Schau­spie­ler Lars Ei­din­ger et­wa ba­det seit Kin­der­ta­gen so gern und so lan­ge, bis sich Run­zeln an sei­nen Fü­ßen und Fin­gern bil­den. Da­bei muss­te frü­her im­mer Spiel­zeug mit in die Wan­ne: „Das Play­mo­bilPi­ra­ten­schiff, He-Man und Krieg-der-Ster­neFi­gu­ren.“Das ist ja auch ei­ne tol­le Va­ri­an­te: im war­men Was­ser mit sei­nen Liebs­ten plan­schen! Auch Er­nie aus der Se­sam­stra­ße ba­det ger­ne in Ge­sell­schaft: mit sei­ner gel­ben Qu­iet­sche-En­te. Da­zu singt er dann auch noch...

Mei­ne Toch­ter mein­te neu­lich, dass es sehr scha­de sei, dass wir nicht mehr zu­sam­men ba­den kön­nen. Da sind wir ein­fach raus­ge­wach­sen. Bei al­ler Weh­mut hat das aber auch ei­nen gro­ßen Vor­teil. Denn ich fin­de, die Ba­de­wan­ne ist ein letz­ter ge­schütz­ter Raum. Ru­he­zo­ne und Hort des Zu­sich­fin­dens. Ers­te-Hil­fe-Ein­heit bei sämt­li­chen Küm­mer­nis­sen und kleins­te Wohl­fühl­zel­le. Und wem es tat­säch­lich mal zu ein­sam in der Wan­ne wer­den soll­te, für den gibt es auch hier Ab­hil­fe. Bei­spiels­wei­se lässt sich die „Royal­beach-Schwimm­ring-En­te“ganz ein­fach um den Hals le­gen und hält beim Ab­tau­chen den Kopf trotz­dem über Was­ser. <

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