#01 Ber­lin Voy­eu­ris­ti­sche WG-Mit­be­woh­ner

Auszeit - - INHALT -

Der Start an der Uni brach­te zeit­rau­ben­de Pen­de­lei­en zwi­schen Ber­lin, Köln und Hei­del­berg mit sich. 1965 zog In­ge dann nach und wir mie­te­ten uns zwei Zim­mer in ei­ner Ber­li­ner Hin­ter­hof-Bu­de. Schon bald wur­den wir zur WG ver­eint. Ei­ner da­von war Man­fred, der als Schrift­stel­ler Fuß fas­sen woll­te. Sehr lär­m­emp­find­lich, zog er sich oft in sein Zim­mer zu­rück. Ei­nes Abends, In­ge und ich la­gen in der Ba­de­wan­ne, ent­deck­ten wir zwi­schen den Flie­sen ein klei­nes Loch. Wo­hin das wohl führ­te? Man­freds Zim­mer grenz­te an das Bad. Als er das Haus ver­ließ, gin­gen wir auf Ent­de­ckungs­tour. In sei­nem Zim­mer brauch­ten wir nicht lan­ge zu su­chen: Man­fred hat­te sich so lan­ge durch den Putz ge­schabt, bis er schließ­lich zum Bad vor­ge­drun­gen war. Für das klei­ne Guck­loch am an­de­ren En­de muss­te das al­te brö­cke­li­ge Ber­li­ner Ge­mäu­er ge­hö­rig dran glau­ben.

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