Zu­sam­men alt wer­den bis dass der Tod uns schei­det

Sue und Jeff Al­len wis­sen aus ei­ge­ner Er­fah­rung, wie wich­tig Be­zie­hun­gen sind. Als ih­re Ehe in den spä­ten 80er Jah­ren ka­putt ging, hat­ten sie die Wahl: Tren­nung und Schei­dung oder mu­tig an ih­rer Be­zie­hung ar­bei­ten. Heu­te sind sie im­mer noch glück­lich verh

Auszeit - - DOSSIER -

Be­zie­hun­gen sind das Fun­da­ment un­se­res Le­bens. Sie be­stim­men in ho­hem Maß, wie glück­lich und er­füllt wir uns füh­len. Vie­le un­glück­li­che Men­schen ge­ben ih­ren Be­zie­hun­gen die Schuld – und den­ken, oh­ne die Be­zie­hung wür­de es ih­nen bes­ser ge­hen. Da­bei kann man je­de un­glück­li­che Be­zie­hung in ei­ne glück­li­che ver­wan­deln. Wir müs­sen nur be­reit sein, ein paar grund­le­gen­de Ein­sich­ten zu er­for­schen und uns wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Wenn wir uns nicht än­dern wol­len, bleibt al­les so wie es ist. Die ein­zi­ge Fra­ge lau­tet: Wann bist du so­weit? Wann fängst du an, an­ders mit Be­zie­hungs­the­men um­zu­ge­hen, da­mit du mehr Freu­de und Er­fül­lung in dein Le­ben ein­la­den kannst? Oder möch­test du et­wa dein Un­glück mit ins Gr­ab neh­men?

Ge­ben und Neh­men

Ei­ne Be­zie­hung kann al­les wer­den, was wir uns wün­schen. Sie kann die Qu­el­le un­se­res Elends sein – oder die Qu­el­le von Freu­de und Glück. Nicht die Be­zie­hung ist das Pro­blem, son­dern das Pro­blem liegt in uns. Das ist ei­ne gu­te Nach­richt, denn es be­deu­tet, dass wir frei wäh­len und be­stim­men kön­nen. Jetzt kannst du na­tür­lich sa­gen, dei­ne Be­zie­hung wä­re ein ganz spe­zi­el­ler Fall und nie­mand kön­ne dei­ne schreck­li­chen Wun­den hei­len. Aber in 30 Jah­ren Be­zie­hungs­ar­beit ha­ben wir wirk­lich al­les schon mal ge­hört. Und wis­sen des­halb, dass ei­ne Be­zie­hung auch al­les über­win­den kann – vor­aus­ge­setzt, du bist be­reit zu ler­nen und zu wach­sen. Denn an dem Tag, wo wir das nicht mehr tun, fängt das Ster­ben an. Be­son­ders wenn wir äl­ter wer­den, müs­sen wir an un­se­ren Be­zie­hun­gen ar­bei­ten, da­mit sie uns Glück und Freu­de brin­gen. Ir­gend­wann muss sich je­der fra­gen, was Vor­rang hat: die Be­zie­hung oder die in­di­vi­du­el­len Plä­ne. Und da­für ist es nie zu spät… Sue wur­de in Lon­don ge­bo­ren; ihr Va­ter war En­g­län­der, ih­re Mut­ter Ame­ri­ka­ne­rin. Jeff wur­de in Afri­ka ge­bo­ren; sein Va­ter stamm­te aus Neu­see­land, sei­ne Mut­ter aus En­g­land. Als wir uns ken­nen­lern­ten dach­ten wir, auf­grund un­se­rer Le­bens­ge­schich­ten wä­ren wir sehr ver­schie­den. Doch mitt­ler­wei­le be­rei­sen wir seit 45 Jah­ren ge­mein­sam die emo­tio­na­len Mee­re und psy­cho­lo­gi­schen Ber­ge – und mer­ken im­mer mehr, dass die Un­ter­schie­de nur ober­fläch­lich sind. Be­zie­hun­gen sind da, da­mit wir das Ge­ben und Emp­fan­gen ler­nen. Wenn wir ge­ben, ver­än­dern sich die Men­schen um uns her­um; sie blü­hen auf. Es ist un­ser Ge­ben, das sie schön oder an­zie­hend oder se­xy macht. Vie­le von uns sind ganz gut im Ge­ben, doch beim Emp­fan­gen sieht es an­ders aus. Mit den Jah­ren be­gin­nen wir, das Le­ben als sinn­los oder wert­los zu emp­fin­den. In Wahr­heit wa­ren die­se Ge­füh­le aber schon im­mer da. Wir hat­ten frü­her nur mehr Ener­gie, um sie zu ver­drän­gen (zum Bei­spiel, in­dem wir hart ge­ar­bei­tet oder uns un­ent­behr­lich ge­macht ha­ben).

Ei­ne Be­zie­hung kann al­les wer­den, was wir uns wün­schen. Sie kann die Qu­el­le un­se­res Elends sein – oder die Qu­el­le von Freu­de und Glück.

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