Ho­nig

HEI­LUNG FÜR KÖR­PER UND GEIST Er ist ein Na­tur­pro­dukt durch und durch, hilft bei Er­käl­tun­gen und schmeckt auch noch gut – Ho­nig ist ein ech­tes Wun­der­mit­tel. Doch das üs­si­ge Gold hat noch viel mehr zu bie­ten, wenn es dar­um geht, den All­tag zu ver­sü­ßen.

Auszeit - - INHALT - FRAN­ZIS­KA DAU­ME

# Er ist Hei­lung für Kör­per und Geist

Der Früh­ling ist be­reits in vol­lem Gan­ge. Die strah­lend gel­be Son­ne ani­miert die flei­ßi­gen Ho­nig­bie­nen zur Ar­beit. Em­si­ges Trei­ben herrscht beim Sam­meln von Nekt­ar und Pol­len der Blü­ten. Ab­ge­se­hen von far­ben­präch­ti­gen Blu­men die­nen auch Ho­nig­tau und an­de­re Säfte von Laub- und Na­del­bäu­men als Grund­la­ge für den süß­li­chen Ge­nuss.

Viel­falt

Bei der ge­schmack­li­chen No­te spielt der je­wei­lig ge­sam­mel­te Frucht­saft ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Sam­melt die Bie­ne nur von ei­ner Pflan­zen­art, ent­steht ein so­ge­nann­ter rei­ner Ho­nig. Das kann zum Bei­spiel Fich­ten-, Raps-, Obst­blü­ten- oder Korn­blu­men­ho­nig sein. Die ver­brei­tets­te Form ist je­doch der Misch­ho­nig. Un­ter­schied­li­che Blu­men wer­den da­für von den Bie­nen an­ge­flo­gen. Als Pro­dukt ent­steht ein Ge­schmacks­er­leb­nis, das mit gro­ßer Viel­falt her­vor­sticht, denn die Zu­sam­men­set­zung ist nie gleich. In­ter­es­sant zu wis­sen ist, dass in der Stadt und auf dem Land auch klei­ne aber fei­ne Un­ter­schie­de in der Ho­nig­pro­duk­ti­on er­fol­gen. Ent­ge­gen der Er­war­tun­gen ist Städte­ho­nig von grü­nen­den Park­an­la­gen, Klein­gär­ten und un­be­rühr­ten Fluss­au­en we­ni­ger von Pes­ti­zi­den be­fal­len, als in länd­li­chen Re­gio­nen. Ei­nen wei­te­ren Vor­teil stellt die Ar­ten­viel­falt dar, wel­che ver­gli­chen mit dem mo­no­ton und künst­lich an­ge­leg­tem Raps­feld, viel­fäl­ti­ger ist.

Flüs­si­ges Gold

Bis die Men­schen aus Zu­cker­rü­ben Zu­cker her­ge­stellt ha­ben, galt Ho­nig als vor­wie­gen­des Sü­ßungs­mit­tel. Die Be­zeich­nung Ho­nig, ab­ge­lei­tet vom alt­hoch­deut­schen Wort „honang“, geht üb­ri­gens auf des­sen gol­de­ne Fär­bung zu­rück. Wäh­rend die

Far­be im Zu­sam­men­hang mit dem Ho­nig­tau und den Blü­ten steht, rich­tet sich der Ge­schmack nach der Pflan­ze, von der die Bie­ne ih­re Ga­ben sam­melt. Wo ge­ra­de von ur­sprüng­li­chen Be­deu­tun­gen die Re­de ist, ken­nen vie­le be­stimmt fol­gen­de Re­de­wen­dung: Je­man­den Ho­nig ums Maul schmie­ren. Die­se all­seits be­kann­te Aus­sa­ge geht auf die Zeit der Zir­kus­bä­ren zu­rück, de­nen der Dres­seur bei ei­nem ge­lun­ge­nen Trick zur Be­loh­nung Ho­nig ums Maul ge­schmiert hat.

Ho­nig be­steht zu 80 % aus Zu­cker, 20 % Was­ser und ei­ner Mi­schung aus En­zy­men, Vit­ami­nen und Mi­ne­ral­stof­fen. Da kommt bei man­chen

si­cher der Ver­dacht auf, dass Ho­nig auf­grund des ho­hen Zu­cker­an­teils sehr un­ge­sund sei. Dem ist nicht so. Bei dem ent­stan­de­nen Zu­cker han­delt es sich um Ein­fach­zu­cker, der oh­ne vor­her vom Kör­per ge­spal­ten und ab­ge­baut zu wer­den, so­fort ge­nutzt wer­den kann. Er ist da­durch gut ver­träg­lich und wirkt sich zu­sätz­lich scho­nend und för­dernd auf das Ver­dau­ungs­sys­tem aus. In sei­ner Sü­ße wird Ho­nig gern zur Ver­fei­ne­rung von Spei­sen und Ge­trän­ken ver­wen­det, so zum Bei­spiel als Brot­auf­strich, zum Ba­cken, als Zu­ga­be in Milch und Tee oder von Schle­cker­mäu­lern ein­fach pur ver­zerrt.

Wun­der­mit­tel

Ab­ge­se­hen von der Ver­wen­dung als Le­bens­mit­tel und Ener­gie­lie­fe­rant, mit der Su­per­power, Spei­sen und Ge­trän­ke zu ei­nem süß­li­chen Ge­nuss zu ver­hel­fen, ist ihm auch ei­ne hei­len­de Wir­kung zu­zu­schrei­ben. Denn Ho­nig be­sitzt ei­nen an­ti­bio­ti­schen und ent­zün­dungs­ver­rin­gern­den Ef­fekt. In die­ser Hin­sicht un­ter­stützt er den Kör­per beim Kampf ge­gen Krank­hei­ten. Der wohl be­kann­tes­te Ein­satz er­folgt in der Be­hand­lung von Er­käl­tungs- und Hals­be­schwer­den. Egal ob als hals­scho­nen­der Tee mit Ho­nig oder in der ver­trau­ten Schlaf un­ter­stüt­zen­den Form in der Milch, was die Wir­kung des süß­li­chen Nekt­ar­er­zeug­nis­ses in hei­ße Ge­trän­ke be­trifft, gibt es ei­ne wich­ti­ge Be­son­der­heit. Ist die Flüs­sig­keit wär­mer als 40 Grad, so schwin­det der ge­sun­den­de Ef­fekt. Da­her ist es rat­sam, lie­ber zu war­ten, bis sich die Flüs­sig­keit ab­ge­kühlt hat, um ei­ne er­folg­rei­che Wir­kung zu ge­wäh­ren. Auf­grund der gu­ten Be­kömm­lich­keit trägt er zu­dem för­dernd für Ma­gen- und Ma­gen-Darm­be­schwer­den bei. In Kom­bi­na­ti­on mit Zi­tro­ne und hei­ßem Was­ser wird aus dem ein­fa­chen Ho­nig zu­dem ein De­tox-Ge­tränk. Mor­gens nach dem Auf­ste­hen auf lee­ren Ma­gen kann die­se Mi­schung zum Ab­bau von Schad­stof­fen und Fett an­re­gen. Be­zo­gen auf die äu­ßer­li­che An­wen­dung, kann sei­ne an­ti­sep­ti­sche Wir­kung bei klei­nen Wun­den ge­nutzt wer­den. In die­ser Wir­kungs­wei­se wird er als me­di­zi­ni­scher Ho­nig ver­wen­det. Da­bei han­delt es sich nicht um den im Su­per­markt zu kau­fen­den Ho­nig, son­dern um spe­zi­ell her­ge­stell­te Ar­ten mit zu­sätz­lich hei­len­den Ef­fek­ten. Ein Bei­spiel ist der neu­see­län­di­sche Ma­nu­ka Ho­nig. Dank sei­ner na­tür­li­chen Be­schaf­fen­heit, ist er bei der Be­hand­lung von Ma­gen­ge­schwü­ren bes­ser ver­träg­lich und be­sitzt we­ni­ger Ne­ben­wir­kun­gen als an­de­re her­kömm­lich an­ge­wand­te Pro­duk­te. Stu­di­en der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Dres­den be­stä­ti­gen sei­ne ho­he Wund­hei­lung, die be­reits in ei­ner Kin­der­kli­nik in Bonn zum

Ein­satz kommt. Ein Aspekt, der den neu­see­län­di­schen Ho­nig zu ei­ner Be­son­der­heit macht, ist sei­ne Ei­gen­schaft, beim Er­hit­zen nicht die heil­sa­me Wir­kung zu ver­lie­ren.

Wohl­fühl­ge­nuss

Der heil­sa­me Ef­fekt von Ho­nig und sein sinn­li­cher Ge­nuss las­sen ihn auch in ei­ner ganz an­de­ren Art und Wei­se zur Ver­sü­ßung bei­tra­gen.

Die Re­de ist vom Well­ness- und Er­ho­lungs­be­reich. In vie­len kos­me­ti­schen Pro­duk­ten wie Cre­mes, Lo­tio­nen oder Sham­poos wird er als ein na­tür­li­cher und pfle­gen­der Be­stand­teil ge­nutzt. Wie be­reits Kleo­pa­tra in der an­ti­ken Zeit fest­stell­te, dass Milch im Ba­de­was­ser die Haut ge­schmei­di­ger wer­den lässt, so trifft das auch auf Ho­nig zu. Ein Bad ver­mischt mit Ho­nig trägt nicht nur zu ei­ner ge­nüss­li­chen und er­hol­sa­men Ver­wöhn­aus­zeit mit Wohl­füh­lef­fekt bei, son­dern lädt durch den süß­li­chen Duft zum Ver­wei­len ein. Auch klei­ne Ent­span­nungs­pau­sen in Form ei­nes Hand- oder Fuß­ba­des kön­nen da­durch be­rei­chert wer­den. Wer für die hei­mi­sche Doit-yours­elf Ver­wöh­nung kei­ne Zeit hat, kann sich an dem An­ge­bot ei­ner Ho­nig­mas­sa­ge in Well­ness- und Spa-Ein­rich­tun­gen er­freu­en. Dank sei­ner ent­schla­cken­den Wir­kung saugt er schä­di­gen­de Stof­fe aus der Haut und öff­net so­mit die Po­ren. In Kom­bi­na­ti­on mit ab­ge­stimm­ten Mas­sa­ge­grif­fen regt die­se Be­hand­lung den Stoff­wech­sel an und för­dert die Durch­blu­tung. Ein neu­er Trend, bei dem auch der Ho­nig mit von der Par­tie ist, stellt das so­ge­nann­te Su­ga­ring (dt. Zu­cke­rung) dar. Durch das Auf­tra­gen ei­ner Zu­cker­pas­te und das Ent­fer­nen in Haar­wuchs­rich­tung er­mög­licht die­se Me­tho­de ei­ne haut­freund­li­che und vor al­lem scho­nen­de An­wen­dung zur Haa­rent­fer­nung.

Bei die­ser viel­fäl­ti­gen Ver­wen­dungs­wei­se stellt der Ho­nig schon fast ein Muss für je­den Haus­halt dar. Und wenn auch nur des­halb, um dem mor­gend­li­chen But­ter­brot den letz­ten Schliff zu ver­lei­hen. <

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