Ja­gu­ar E-Ty­pe S1

AUTO ZEITUNG Classic Cars - - SPECIAL -

En­zo Fer­ra­ri hielt ihn für das schöns­te Au­to­mo­bil, das je ge­baut wur­de. Die­ses un­wi­der­spro­che­ne Lob von ei­nem Mann, des­sen ei­ge­ne Krea­tio­nen als äs­the­ti­sche und tech­ni­sche Wun­der­wer­ke gel­ten, weist auf den Stel­len­wert die­ser Iko­ne des bri­ti­schen Sport­wa­gen­baus hin. Sei­ne Ele­ganz und der Sex-Ap­peal sei­ner For­men ha­ben den E-Ty­pe zu ei­nem In­be­griff für au­to­mo­bi­len Chic wer­den las­sen, der bis heu­te stil­bil­dend wirkt, egal, ob in Roads­ter- oder in 2+2-Cou­pé-Form. Die Be­sat­zung nimmt kurz vor der Hin­ter­ach­se Platz und blickt über die ero­ti­schen Run­dun­gen ei­ner me­ter­lan­gen Hau­be, die prak­tisch den ge­sam­ten Vor­der­wa­gen in­klu­si­ve der Rad­häu­ser über­spannt (was den Vor­der­wa­gen für Ar­bei­ten gut zu­gäng­lich macht). Sei­nem De­si­gner, dem aus der Luft­fahrt­tech­nik stam­men­den In­ge­nieur Mal­colm Say­er, ging es ne­ben der Li­ni­en­füh­rung eben­so stark um die ae­ro­dy­na­mi­sche Funk­ti­on sei­ner Krea­tio­nen. Ab­ge­lei­tet aus dem Le Mans-Sie­g­er­wa­gen D-Ty­pe ge­lang Say­er der Trans­fer von küh­ner Renn­tech­nik in die Groß­se­rie. An ein zen­tra­les Mo­no­co­que schlie­ßen sich vorn und hin­ten Rohr­rah­men an, die An­triebs­strang und Ein­zel­rad­auf­hän­gun­gen rings­um auf­neh­men. Der Rei­hen­sechs­zy­lin­der mit zwei oben­lie­gen­den No­cken­wel­len gilt als gro­ßer Wurf des Mo­to­ren­baus, des­sen Kon­zept auf den XK120 des Jahr­gangs 1948 zu­rück­geht und der bis 1992 in Di­enst stand. Über an­dert­halb Jahr­zehn­te durch­lief der E-Ty­pe drei Mo­dell­sta­di­en. Die ers­te Se­rie gilt un­ter Pu­ris­ten als be­gehr­tes­te, nicht zu­letzt auf­grund ih­rer ho­hen Agi­li­tät. Die Se­rie 2 trug US-Ge­set­zen un­ter an­de­rem da­durch Rech­nung, dass die Schein­wer­fer ih­re Ab­de­ckung ver­lo­ren und im In­ne­ren Wipp­statt Kipp­schal­ter zum Ein­satz ka­men. Zu­dem wur­de die ha­ke­li­ge Moss-Box durch ein Ja­gu­ar-ei­ge­nes Vier­gang-Schalt­ge­trie­be er­setzt, das sehr viel bes­ser zu be­die­nen war. Die Se­rie 3 (bis 1974) be­kam ei­ne brei­te­re Spur und brei­te­re Rä­der, so­dass die Ka­ros­se­rie ei­ne ent­spre­chen­de Auf­wei­tung er­fuhr. Da­mit ge­riet die ger­ten­schlan­ke Mo­del-Fi­gur des E-Ty­pe um die Hüf­ten ein we­nig üp­pi­ger. Be­son­ders aus heu­ti­ger Sicht ist das si­cher kein Nach­teil.

Kauf­tipp: Für den E-Ty­pe gilt: je frü­her, des­to sport­li­cher. Nur so­li­de Ex­em­pla­re ver­mit­teln Fahr­spaß. Fach­ge­rech­te Re­stau­rie­run­gen sind auf­grund der kom­ple­xen Struk­tur und Mecha­nik sehr teu­er. Da­her lie­ber den bes­se­ren E kau­fen, als Kom­pro­mis­se ein­ge­hen.

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