Fi­at Ar­gen­ta

Mit dem alt­mo­disch ver­pack­ten Ar­gen­ta ver­ab­schie­de­te sich Fi­at aus der Ober­klas­se

AUTO ZEITUNG Classic Cars - - INHALT - Kars­ten Reh­mann

Mit die­sem Mo­dell schei­ter­ten die Ita­lie­ner in der Ober­klas­se

Sel­ten ver­ab­schie­de­te sich ein gro­ßer Her­stel­ler so rasch und so nach­hal­tig aus der Ober­klas­se wie Fi­at ab 1981 mit dem Ar­gen­ta. Die Li­mou­si­ne soll­te ober­halb des Vor­gän­ger­mo­dells 132 ran­gie­ren und die Er­in­ne­rung an das 1977 ein­ge­stell­te Top­mo­dell 130 wach­hal­ten, wirk­te aber wie ei­ne Ver­le­gen­heits­lö­sung, um die Zeit bis zur Vor­stel­lung des Cro­ma zu über­brü­cken. Das De­sign ge­riet zur Hom­mage an den rech­ten Win­kel, die star­re Hin­ter­ach­se, die Schne­cken­len­kung und die op­tio­na­le Drei-Stu­fen-Au­to­ma­tik pass­ten schon beim De­büt nicht mehr in die Zeit. Als 1982 neue Kon­kur­ren­ten wie Peu­geot 505 und Au­di 100 auf den Plan tra­ten, sah der Fi­at Ar­gen­ta nach nur ei­nem Jahr ver­staubt aus.

An­ti­kes De­sign, rus­ti­ka­les Chas­sis, mo­der­ner Mo­tor

Da nütz­te es auch nichts, dass sich un­ter dem kan­ti­gen Blech­kos­tüm ein mo­der­ner An­trieb ver­barg. Der Twin-Cam-Vier­zy­lin­der mit Zahn­rie­men­an­trieb ge­hör­te wei­ter­hin zu den füh­ren­den Mo­to­ren in der Zwei­li­ter-Klas­se, die Bosch-Ein­sprit­zung im 2000 i.e. wur­de von 1982 an mit ei­ner elek­tro­ni­schen „Di­gi­plex“-Zün­dung ge­kop­pelt. Der Ar­ma­tu­ren­trä­ger mit for­mal ge­konnt in­te­grier­ten An­zei­gen und In­stru­men­ten be­inhal­te­te so­gar ein „Check Pa­nel“mit Kon­troll­leuch­ten für al­le wich­ti­gen Bau­tei­le, und die kom­mod aus­ge­form­te Rück­sitz­bank ver­sprach auch den Fond­pas­sa­gie­ren gu­ten Rei­se­kom­fort. Fi­at lif­te­te den Ar­gen­ta nach nur zwei Jah­ren, schob ei­nen 2,5-Li­ter-Die­sel und ei­nen Kom­pres­sorBen­zi­ner nach, doch es nütz­te nichts: Die Ita­lie­ner ver­pass­ten den Zug in die mo­der­ne Ober­klas­se. Selbst mit dem in je­der Hin­sicht stark ver­bes­ser­ten Cro­ma ge­lang es nicht mehr, die­sen Rück­stand auf­zu­ho­len.

Der Zwei­li­ter-Vier­zy­lin­der und das mo­der­ne, auf­ge­räum­te Ar­ma­tu­ren­brett ge­hör­ten zu den we­ni­gen star­ken Sei­ten des Fi­at Ar­gen­ta

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