Chev­ro­let Cor­vet­te C3 Cou­pé

Zwar kein Ca­brio­let, aber doch viel Frisch­luft: Ein Tar­ga bie­tet ech­tes Open-Air-Fee­ling. Die drit­te Cor­vet­te-Ge­ne­ra­ti­on ver­bin­det atem­be­rau­ben­des Sty­ling mit halt­ba­rer Tech­nik

AUTO ZEITUNG Classic Cars - - INHALT -

Der ame­ri­ka­ni­sche Sport­wa­gen schlecht­hin ist seit je­her die Cor­vet­te. Als im Herbst 1967 die drit­te Ge­ne­ra­ti­on vor­ge­stellt wur­de, über­rasch­te die Vet­te nicht nur mit ei­nem auf­re­gen­den De­sign, son­dern auch mit zwei her­aus­nehm­ba­ren Dach­hälf­ten – es war die Ge­burts­stun­de des T-Top- oder T-Bar-Roof-Tar­gas. Be­son­ders die Tar­gas der drit­ten Cor­vet­te-Ge- ne­ra­ti­on sind preis­lich ei­ne nä­he­re Be­trach­tung wert. Wäh­rend die so ge­nann­ten Chrom­mo­del­le bis Bau­jahr 1972 be­son­ders be­gehrt sind, füh­ren die spä­ten Ver­sio­nen fast ein Schat­ten­da­sein und sind ent­spre­chend güns­tig. Der von der Öl­kri­se ent­mann­te V8 mit nur noch 180 PS aus 5,7 Li­tern Hu­b­raum wird zwar oft be­lä­chelt, zum ge­nuss­vol­len Crui­sen taugt das durch­zugs­star­ke Trieb­werk aber al­le­mal. Bis 1975 war die Cor­vet­te so­wohl als T-TopCou­pé als auch als Con­ver­ti­ble er­hält­lich. Aus Si­cher­heits­grün­den und we­gen man­geln­der Nach­fra­ge stell­te Chev­ro­let die Pro­duk­ti­on des Ca­brio­lets da­mals ein; erst von 1986 an gab es mit der C4 wie­der ein völ­lig of­fe­ne Cor­vet­te. Ab 1978 ent­fiel die senk­rech­te Heck­schei­be bei der C3, ein Fast­back-Heck mit Glas­kup­pel do­mi­nier­te nun die Li­ni­en­füh­rung.

Fahr­dy­na­misch war die Cor­vet­te C3 zwar ei­ne ech­te An­sa­ge für ei­nen US-Sport­ler, doch mit der eu­ro­päi­schen Kon­kur­renz konn­te sie sich höchs­tens bei Am­pel­ren­nen mes­sen. Die Schei­ben­brem­sen rund­um wa­ren der Leis­tung ge­wach­sen, die un­prä­zi­se Len­kung, die an­ti­quier­te Star­rach­se hin­ten und das mas­si­ge Kampf­ge­wicht von gut 1,6 Ton­nen ver­hin­der­ten je­doch ein agi­les Fahr­ver­hal­ten.

Tech­nik und Ka­ros­se­rie sind bei re­gel­mä­ßi­ger War­tung lang­le­big

Grund­sätz­lich gilt die drit­te Cor­vet­te-Ge­ne­ra­ti­on als so­li­de. Wenn doch ein­mal et­was in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen wird, ist Er­satz eher kein Pro­blem. Da die Ka­ros­se­rie aus Kunst­stoff be­steht, ist Rost hier kein The­ma. Als pro­ble­ma­tisch er­weist sich da schon eher der Lack, des­sen Qua­li­tät schon abWerk nicht im­mer erst­klas­sig war. Bei nach­träg­li­chen La­ckie­run­gen müs­sen die Ober­flä­chen kri­tisch be­gut­ach­tet wer­den – Haar­ris­se im Lack sind oft die Fol­ge von un­pro­fes­sio­nel­len Ar­bei­ten. Der Rost treibt un­ter­des­sen ger­ne am Stahl­rah­men und an den Rad­häu­sern sein Un­we­sen. Im In­nen­raum soll­ten die In­stru­men­te auf ih­re Funk­ti­on ge­prüft wer­den, die­se fal­len näm­lich – eben­so wie die Zen­tral­ver­rie­ge­lung – häu­fig aus. Zu­dem bil­den sich ger­ne Ris­se im Ar­ma­tu­ren­brett, das von eher zwei­fel­haf­ter Qua­li­tät ist. Die Dich­tun­gen kön­nen vor al­lem im Be­reich der T-Top-Dach­hälf­ten ver­sprö­den, was sich durch ho­he Luft­feuch­tig­keit und muf­fi­gen Ge­ruch im In­nen­raum be­merk­bar macht. Wenn die Kli­ma­an­la­ge kei­ne küh­le Luft mehr spen­det, ist mit kos­ten­in­ten­si­ven Re­pa­ra­tu­ren zu rech­nen. Vor dem Kauf soll­te auch de­fi­ni­tiv das pneu­ma­ti­sche Sys­tem über­prüft wer­den, wel­ches nicht nur die Klapp­schein­wer­fer be­tä­tigt, son­dern auch die un­ter ei­ner Ab­de­ckung lie­gen­den Schei­ben­wi­scher. Der V8-Mo­tor ist in all sei­nen Aus­füh­run­gen pro­blem­los, so­lan­ge es noch das Ori­gi­nal­trieb­werk ist. Nicht we­ni­ge Fahr­zeu­ge er­hiel­ten in ih­rem be­weg­ten Le­ben je­doch ein oft­mals ge­tun­tes Spen­der­herz. Die hö­he­re Leis­tung soll­te dem sport­li­chen De­sign des Che­vys ad­äquat sein. Ver­schleiß am Mo­tor macht sich durch Ölaus­tritt be­merk­bar, Öl­ne­bel ist da­bei noch ver­tret­bar. Wenn die Ser­vo­len­kung un­dicht ist, dro­hen hin­ge­gen teu­re­re War­tungs­ar­bei­ten. Nicht we­ni­ge Cor­vet­te C3 wur­den mit Rad­la­ger-zer­mal­men­den Breit­rei­fen aus­ge­rüs­tet. Die Er­satz­teil­prei­se hal­ten sich in den meis­ten Fäl­len in Gren­zen, be­acht­lich ist auch die An­zahl der Qu­el­len. Ob bei ei­nem der vie­len USCar-Spe­zia­lis­ten in der Re­pu­blik oder aus Über­see: Ei­gent­lich ist al­les pro­blem­los zu be­kom­men. An­sons­ten hilft die re­ge Club­sze­ne wei­ter, die in ver­schie­de­nen Ge­bie­ten re­gel­mä­ßig Ver­an­stal­tun­gen durch­führt. DasAn­ge­bot an Cor­vet­te C3 ist über­aus viel­fäl­tig und bie­tet al­les vom Bast­ler­au­to bis zum ge­pfleg­ten Samm­ler-Fahr­zeug.

Das Co­ke-Bott­le-De­sign macht die Cor­vet­te C3 un­ver­wech­sel­bar

Das sport­li­che In­te­ri­eur lei­det zu­wei­len un­ter schlech­ter Ma­te­ri­al­qua­li­tät

In der mehr als 14 Jah­re wäh­ren­den Bau­zeit än­der­ten sich Front und Heck der C3 mehr­mals

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