to­yo­tas zu­kunft

In Ja­pan ist der To­yo­ta Mi­rai ein Ver­kaufs­er­folg, ab Herbst gibt es das Brenn­stoff­zel­len-Au­to auch bei uns. Wir konn­ten es be­reits fah­ren und wer­fen ei­nen ge­nau­en Blick auf die Tech­nik

AUTO ZEITUNG - - TECHNIK · TOYOTA MIRAI & PLATTFORMSTRATEGIE - Alex­an­der Lidl

Mi­rai heißt über­setzt ins Deut­sche Zu­kunft. Und ge­nau das soll die Li­mou­si­ne für To­yo­ta sein, das Au­to der Zu­kunft. Der größ­te Au­to­mo­bil­pro­du­zent der Welt setzt für den An­trieb von mor­gen auf die Brenn­stoff­zel­len­tech­nik und nicht et­wa auf das Elek­tro­au­to. Auf dem Hei­mat­markt ist das 4,89 Me­ter lan­ge Ober­klas­se-Mo­dell be­reits seit An­fang des Jah­res er­hält­lich, im Herbst kommt es zu uns. Zu kau­fen gibt es das Was­ser­stoff-Au­to hier­zu­lan­de zu­nächst je­doch nicht, es wird aus­schließ­lich zum Lea­sen an­ge­bo­ten. Be­rech­nungs­grund­la­ge für die Mo­nats­ra­te ist da­bei der Grund­preis von 78.600 Eu­ro. Rei­ßen­den Ab­satz wird der Vier­tü­rer in Deutsch­land si­cher nicht fin­den. Da­für fehlt nach wie vor ei­ne flä­chen­de­cken­den In­fra­struk­tur – bis En­de des Jah­res sol­len es 50 Tank­stel­len sein. Doch als Be­weis für die Se­ri­en­rei­fe der kom­ple­xen An­triebs­tech­nik und als Weg­wei­ser in die Zu­kunft kommt dem Mi­rai ei­ne her­aus­ra­gen­de Funk­ti­on zu. Bei un­se­rer ers­ten Fahrt mit dem lo­kal emis­si­ons­lo­sen Fahr­zeug hin­ter­lässt der Ja­pa­ner ei­nen be­mer­kens­wert ho­hen Rei­fe­grad und be­geis­tert mit ei­ner ab­so­lut pro­blem­lo­sen Hand­ha­bung. Nichts deu­tet dar­auf hin, welch auf­wän­di­ge Tech­nik un­ter dem ex­tra­va­gant ge­zeich­ne­ten Blech­kleid steckt (Tech­nik Kas­ten rechts). Ein Druck auf den Start-Knopf, und der Front­trieb­ler setzt sich na­he­zu laut­los in Be­we­gung. Dank der 335 Nm, die der 113 kW leis­ten­de Asyn­chron­mo­tor be­reits aus dem Stand be­reit­stellt, be­schleu­nigt die 1850 kg schwe­re Li­mou­si­ne er­staun­lich en­er­gisch, ehe der Vor­wärts­drang jen­seits der 100-km/ h-Gren­ze all­mäh­lich nach­lässt. Als Höchst­ge­schwin­dig­keit gibt To­yo­ta 175 km/ h an, dann rückt die an­ge­ge­be­ne Reich­wei­te von 650 Ki­lo­me­ter aber in wei­te Fer­ne. Ob­wohl der Mi­rai kei­nes­falls ein Leicht­ge­wicht ist, legt er ein über­ra­schend agi­les Fahr­ver­hal­ten an den Tag. Mit­ver­ant­wort­lich da­für ist der Schwer­punkt, der durch die im Fahr­zeug­bo­den an­ge­ord­ne­ten An­triebs­kom­po­nen­ten tie­fer liegt

In den bei­den Tanks herrscht ein Druck von um­ge­rech­net mehr als 700 kg pro Qua­drat­zen­ti­me­ter

als bei den meis­ten kon­ven­tio­nel­len Au­tos. Gleich­zei­tig er­weist sich der Mi­rai auf un­se­rer Aus­fahrt als sehr kom­for­ta­ble Li­mou­si­ne. Die sanf­te Fe­de­rungs­ab­stim­mung über­zeugt, und auch das Ge­räusch- so­wie das Vi­bra­ti­ons­ver­hal­ten ist – wie bei Elek­tro­au­tos üb­lich – erst­klas­sig.

Gu­te Platz­ver­hält­nis­se

Im In­nen­raum setzt sich das au­ßer­ge­wöhn­li­che De­sign kon­se­quent fort. Das Cock­pit sieht fu­tu­ris­tisch aus, lässt sich da­bei aber pro­blem­los be­die­nen. Den mit­tig an­ge­ord­ne­ten Di­gi­talt­a­cho ken­nen wir in ähn­li­cher Form be­reits vom To­yo­ta Pri­us. Die se­ri­en­mä­ßi­ge Aus­stat­tung ist na­he­zu kom­plett: Rund­um be­heiz­ba­re Vi­nyl­sit­ze, Kli­ma­au­to­ma­tik, Na­vi­ga­ti­ons­sys­tem oder Voll-LEDSchein­wer­fer bringt der Mi­rai se­ri­en­mä­ßig mit. Auch was das Platz­an­ge­bot be­trifft, muss der Ja­pa­ner den Ver­gleich mit der Kon­kur­renz aus der Ober­klas­se kei­nes­falls scheu­en: Im Fond bie­tet der Vier­tü­rer un­ge­mein viel Platz für die Bei­ne, al­len­falls die Kopf­frei­heit fällt auf­grund der nach hin­ten ab­fal­len­den Dach­li­nie et­was knap­per aus – ein Tri­but an die aus­ge­zeich­ne­te Ae­ro­dy­na­mik. Doch da­mit kann man si­cher le­ben, wenn man da­für im Au­to der Zu­kunft fährt.

Fu­tu­ris­tisch an­mu­ten­des Cock­pit, die Be­die­nung geht pro­blem­los von der Hand

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