Wirt­schaft: Bent­ley fei­ert Ver­kaufs­re­kor­de

Wäh­rend an­de­re Lu­xus­mar­ken Ver­lus­te ein­fah­ren, fei­ert Bent­ley Ver­kaufs­und Ge­winn­re­kor­de. Wie die Bri­ten ih­ren Er­folg wei­ter aus­bau­en wol­len

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Mar­kus Bach

Lu­xus­mar­ken ha­ben es schwer. Ih­re Kun­den er­war­ten High­tech-Pro­duk­te, die Spit­zen­leis­tun­gen brin­gen, kurz­um: das Bes­te vom Bes­ten. Da­her ist der Bau sol­cher Au­tos ex­trem auf­wen­dig und teu­er. Bis ein ein­zi­ger Bent­ley Mulsan­ne aus­ge­lie­fert wer­den kann, sind 399 Ar­beits­stun­den nö­tig. Den ho­hen Ent­wick­lungs- und Pro­duk­ti­ons­kos­ten ste­hen aber nur ge­rin­ge Stück­zah­len ge­gen­über. So ist es trotz der ho­hen Fahr­zeug­prei­se ex­trem schwie­rig, ei­ne Lu­xus­mar­ke pro­fi­ta­bel zu füh­ren. Im VW-Kon­zern schrei­ben et­wa Bu­gat­ti und Lam­bor­ghi­ni bis heu­te kei­ne schwar­zen Zah­len. Vor die­sem Hin­ter­grund er­schei­nen die 170 Mil­lio­nen Eu­ro Ge­winn, die Bent­ley im Vor­jahr er­ziel­te, um­so be­ein­dru­cken­der. Die Bri­ten ge­hö­ren seit 1998 zu VW. Seit vier Jah­ren wirt- schaf­ten sie nun im grü­nen Be­reich. 2014 lag Bent­ley mit ei­ner Ge­winn­mar­ge von 9,7 Pro­zent so­gar auf Au­di-Ni­veau. Zum Ver­gleich: 2009 muss­ten die Bri­ten noch ei­nen Ver­lust von 194 Mil­lio­nen Eu­ro ab­schrei­ben.

Bent­ley ist der welt­weit größ­te Her­stel­ler von W12-Mo­to­ren

Auch die Ver­kaufs­zah­len zei­gen deut­lich nach oben: In den letz­ten fünf Jah­ren konn­te Bent­ley sei­ne Aus­lie­fe­run­gen mehr als ver­dop­peln. 11.020 Fahr­zeu­ge mit dem ge­flü­gel­ten B fan­den 2014 ei­nen Käu­fer. „Noch nie ver­zeich­ne­te un­se­re Mar­ke ei­nen so gro­ßen Er­folg bei den Kun­den­aus­lie­fe­run­gen“, freut sich Bent­ley-Chef Wolf­gang Dür­hei­mer. Das Stamm­werk in Crewe ist der welt­weit größ­te Pro­du­zent von W12- Mo­to­ren – seit 2003 wur­den dort über 66.500 der mäch­ti­gen Trieb­wer­ke ge­baut. Die zwei­te Ge­ne­ra­ti­on des Con­ti­nen­tal GT und des Fly­ing Spur set­zen den Ver­kaufs­er­folg ih­rer Vor­gän­ger fort. Und mit den stär­ke­ren Mo­dell­va­ri­an­ten GT Speed und V8 S lässt sich bei glei­cher tech­ni­scher Ba­sis viel Geld ver­die­nen. Im Na­hen Os­ten kommt vor al­lem das seit 2009 an­ge­bo­te­ne Spit­zen­mo­dell Mulsan­ne gut an. Nach den USA ist Chi­na zum zweit­größ­ten Markt für Bent­ley auf­ge­stie­gen. Doch der Er­folg ba­siert nicht nur auf den neu­en Pro­duk­ten. Bent­ley hat sei­nen Ver­trieb in­ter­na­tio­nal stark aus­ge­baut: „Wir sind mitt­ler­wei­le in mehr Märk­ten prä­sent als je­mals zu­vor in der 96-jäh­ri­gen Ge­schich­te des Un­ter­neh­mens“, be­rich­tet Wolf­gang Dür­hei­mer. Der

Vor­teil: Soll­te ein Lu­xus­markt kri­seln, wie ak­tu­ell zum Bei­spiel Chi­na, kön­nen die Bri­ten den Ein­bruch durch Zu­wäch­se in an­de­ren Län­dern aus­glei­chen. Doch Bent­ley gibt sich nicht da­mit zu­frie­den, das Er­reich­te ab­zu­si­chern: Der neue Ben­tay­ga soll als Lu­xus-SUV völ­lig neue Käu­fer­schich­ten er­schlie­ßen. Bis 2016 in­ves­tie­ren die Bri­ten über 1,1 Mil­li­ar­den Eu­ro in Crewe – et­wa in ein neu­es For­schungs- und Ent­wick­lungs­zen­trum für 1300 In­ge­nieu­re. Der Platz wird ge­braucht: In den letz­ten bei­den Jah­ren hat Bent­ley 1500 neue Jobs ge­schaf­fen. Für die Mar­ke ei­ne ge­wal­ti­ge Zahl: En­de 2015 wer­den in Crewe rund 4000 Mann ar­bei­ten. Bent­ley in­ves­tiert in sei­ne Zu­kunft – da­mit die Ge­win­ne in den nächs­ten Jah­ren wei­ter spru­deln.

Ver­käu­fe welt­weit

In fünf Jah­ren hat Bent­ley sei­ne Ver­käu­fe mehr als ver­dop­pelt und aus Ver­lus­ten Ge­win­ne ge­macht

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