DTM: Dop­pel­sieg für BMW in Oschers­le­ben

Bei der DTM in Oschers­le­ben sorg­ten die leich­te­ren BMW für zwei Vier­fach-Sie­ge: al­len vor­an ein Ex-For­mel 1-Star und ein New­co­mer

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Gregor Mes­ser

D ie Zu- und Ab­ga­be von so­ge­nann­tem Per­for­mance-Ge­wicht sorgt in der frü­her so aus­ge­gli­che­nen DTM für ein in­ho­mo­ge­nes Leis­tungs­bild. Die Block­bil­dung ei­ner Mar­ke prägt das Bild der Sai­son. Doch die Ru­del an der Spit­ze frus­trie­ren Fah­rer, Fans und Ma­cher. Noch mal zur Er­in­ne­rung: Das lo­gi­sche, aber kom­ple­xe Re­gle­ment soll die Span­nung in der Renn­se­rie er­hö­hen. Das ist haupt­säch­lich dem am­tie­ren­den Meis­ter Mar­co Witt­mann ge­schul­det: Der BMW-Star krön­te sich im Vor­jahr be­reits im dritt­letz­ten Lauf zum Meis­ter. Dem woll­te man in die­sem Jahr Ein­halt ge­bie­ten – da­mit die Fans mehr Spaß an den Ren­nen ha­ben. Ge­winnt ei­ne Mar­ke, muss sie zur nächs­ten Ver­an­stal­tung fünf Ki­lo für je­des Au­to un­ter den Top Ten zu­pa­cken. Ab Rang elf sind es im­mer noch 2,5 Ki­lo. Für die zweit­plat­zier­te Mar­ke än­dert sich nichts. Der dritt­plat­zier­te Her­stel­ler je­doch darf für sei­ne Fahr­zeu­ge au­ßer­halb der Top Ten fünf Ki­lo­gramm aus­la­den; für je­des un­ter den ers­ten Zehn sind es 2,5 Ki­lo. Die­se Form des Gleich­ma­chens ist ei­ne Art Ba­lan­ce of Per­for­mance (BoP) wie im GT-Sport. Doch den Re­gel­ma­chern ist ein Feh­ler un­ter­lau­fen: Die Ge­wichts­an­pas­sung tritt nicht von Ren­nen zu Ren­nen in Kraft (al­so von Sams­tag auf Sonn­tag), son­dern erst zur nächs­ten Ver­an­stal­tung.

„So ei­ne Dich­te wie hier ha­be ich noch in kei­ner Se­rie er­lebt“, lob­te Sams­tags­sie­ger Ti­mo Glock die aus­ge­klü­gel­te Tech­nik der in der DTM ver­tre­te­nen Her­stel­ler. Um so gra­vie­ren­der fal­len die Ein­grif­fe mit dem Per­for­mance-Ge­wicht aus. In Oschers­le­ben wo­gen die leich­ten BMW von Ti­mo Glock, Tom Blom­qvist, Bru­no Speng­ler und Ma­xi­me Mar­tin 1105 Ki­lo­gramm. Die Schwer­ge­wich­te der Kon­kur­renz aus dem Au­di-La­ger (Mat­ti­as Ek­ström, Edo­ar­do Mort­a­ra und Mi­ke Ro­cken­fel­ler – zu­letzt sieg­reich in Ös­ter­reich und Mos­kau) schlepp­ten 32,5 Ki­lo­gramm mehr mit. Ih­nen blieb des­halb in der Mag­de­bur­ger Bör­de kei­ne Chan­ce. „30 Ki­lo, das ent­spricht et­wa sechs Zehn­tel­se­kun­den pro Run­de“, ana­ly­sier­te Ro­cken­fel­lers Ren­nin­ge­nieur Jür­gen Jung­klaus mit trau­ri­gem Blick. „Nur kei­ne Schnell­schüs­se“, warnt Mer­ce­des-DTM-Chef Ul­rich Fritz vor Hau­ruck-Ak­tio­nen. „Das Ge­wicht von Sams­tag auf Sonn­tag an­zu­pas­sen, ist nur ei­ne Va­ri­an­te. Aber wir wol­len das nach der Sai­son in Ru­he ana­ly­sie­ren.“Kri­ti­ker for­dern in­des ei­ne so­for­ti­ge Lö­sung. Ein Vor­schlag kommt von der Fah­rer­ge­werk­schaft DTMDA: pro Punkt 100 Gramm Zu­la­dung, die über die gan­ze Sai­son er­hal­ten blei­ben. Des­sen un­ge­ach­tet steu­er­ten Ti­mo Glock und DTM-No­vi­ze Tom Blom­qvist zu un­an­ge­foch­te­nen Sie­gen. Mar­ken­kol­le­ge Bru­no Speng­ler hat als BMW-Speer­spit­ze nun noch Ti­tel­chan­cen, wenn auch ge­rin­ge. BMW sam­mel­te Plus­punk­te bei den Fans, weil man Glock kei­ne Stall­re­gie pro Speng­ler auf­bür­de­te: „Wä­re mir Bru­no di­rekt an der Stoß­stan­ge ge­han­gen, hät­te ich mit ei­ner Or­der ge­rech­net.“

Zäh­ne zu­sam­men­bei­ßen nach dop­pel­ter Null­run­de: Ek­ström muss­te die Ta­bel­len­füh­rung wie­der an Wehr­lein ge­ben

Dop­pel­sieg für das RBM-Team von Bart Mam­pa­ey (li.): Far­fus, De­büt­sie­ger Blom­qvist und RMG-Fah­rer Witt­mann

Do­mi­nan­ter Sieg: Blom­qvist, bis­lang un­auf­fäl­lig, fuhr am Sonn­tag al­len da­von

Bild mit Sym­bol­cha­rak­ter: Bei Au­di ging gar nichts. Hier glei­tet Mort­a­ra ins Aus

Gro­ßer Kampf um den letz­ten Punkt am Sonn­tag: Speng­ler blieb vor Ek­ström

BMW-Über­macht im Sams­tags­lauf: Sie­ger Glock biegt vor sei­nen Mar­ken­kol­le­gen Far­fus, Blom­qvist, Fe­lix da Cos­ta und Speng­ler in die ers­te Kur­ve

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