Hart, Här­ter, Ha­mil­ton

Mit Chuz­pe, Här­te und In­stinkt hol­te sich der Bri­te sei­nen drit­ten WM-Ti­tel

AUTO ZEITUNG - - SPORT · FORMEL 1 -

An sei­nem drit­ten WM-Ti­tel hat­te nie­mand ge­zwei­felt. Doch im span­nends­ten Ren­nen des Jah­res muss­te der 30-jäh­ri­ge En­g­län­der hart für den Sieg kämp­fen. Ge­nau das ist die Lieb­lings­tu­gend des Mer­ce­des­S­tars: Här­te zei­gen. Ha­mil­ton ver­gleicht sich gern mit Ayr­ton Sen­na: „So wie der woll­te ich im­mer sein.“Und auch im Um­gang mit dem Team­kol­le­gen er­in­nert Ha­mil­ton an sein 1994 ver­un­glück­tes Idol: Als in Aus­tin Ros­berg von der Po­le Po­si­ti­on zwar gut, aber nicht ganz so gut wie der Cham­pi­on ne­ben ihm star­te­te, steu­er­te Ha­mil­ton im Schei­tel­punkt der ers­ten Ecke ge­ra­de­wegs in den um Arm­län­ge vorn­lie­gen­den Deut­schen – und drück­te ihn von der Pis­te. Die Kon­se­quen­zen für den frus­trier­ten Team­kol­le­gen wa­ren noch gra­vie­ren­der als neu­lich in Su­zu­ka: Ros­berg, der in Aus­tin vor Ha­mil­ton ins Ziel hät­te kom­men müs­sen, um noch Ti­tel­chan­cen zu wah­ren, ver­lor bei dem Ma­nö­ver vier Po­si­tio­nen. Dass er spä­ter im tur­bu­len­ten Ren­nen mit zehn Se­kun­den Vor­sprung vorn lag, aber sich zehn Run­den vor Ren­nen­de durch ei­nen Aus­rut­scher den Sieg ver­mas­sel­te, mach­te für ihn die Sa­che nur noch schlim­mer. Auch Mer­ce­des-Sport-Auf­sichts­rat Ni­ki Lau­da fand Ha­mil­tons Ak­ti­on über­trie­ben. Ros­berg for­der­te ein klä­ren­des Ge­spräch: „Das war ein deut­li­cher Schritt zu weit.“Doch Ha­mil­ton wink­te nur cool ab: „Ge­spräch? Wo­für?“

Ge­gen Ha­mil­ton zieht Ros­berg im­mer den Kür­ze­ren

Die Über­rum­pe­lungs­küns­te des Bri­ten ha­ben Tra­di­ti­on. Im epi­schen Du­ell der bei­den in Bah­rain 2014 leg­te er den Grund­stein für die ste­ti­ge Er­wei­te­rung sei­nes Li­mits. In Spa 2014 woll­te Ros­berg kon­tern, aber Ha­mil­ton schnitt ihm den Weg ab. Ros­bergs Tou­ché schlitz­te Ha­mil­ton den lin­ken Hin­ter­rei­fen auf – und der Dau­erZwei­te wur­de da­für von der Team­lei­tung öf­fent­lich aus­ge­schimpft. Von die­sem Ta­del hat er sich bis­lang nicht be­frei­en kön­nen. Ein Sieg hät­te für Ros­berg ein klei­ner Be­frei­ungs­schlag sein kön­nen. Doch Ha­mil­ton kann der­zeit nichts stop­pen, sein Selbst­ver­trau­en ragt ins Un­er­mess­li­che: „Ich hät­te Ni­co in den ver­blei­ben­den zehn Run­den so­wie­so ge­kriegt. Ir­gend­wie wä­re ich an ihm vor­bei­ge­kom­men …“Gregor Mes­ser

Ju­bel­sprung im Parc Fer­mé: Ha­mil­ton fei­ert in Aus­tin nicht nur sei­nen drit­ten Ti­tel, son­dern auch sei­nen zehn­ten Sai­son­sieg

Ei­ner schmollt, ei­ner ist Cham­pi­on: Ros­berg är­gert sich über sei­nen Feh­ler

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