Test: Mi­ni Co­oper S Club­man

Mensch, bist du aber groß ge­wor­den – ein Klas­si­ker des Small­talks und be­zeich­nend für die Neu­auf­la­ge des Mi­ni mit Kom­bi-At­ti­tü­de. Wie er­wach­sen ist der Club­man mit 192 Tur­bo-PS?

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Mar­tin Ur­ban­ke

An­ders als die üb­ri­gen Mi­niDe­ri­va­te baut der neue Club­man auf der so ge­nann­ten UKL2Platt­form auf, die auch den BMW-Mo­del­len Ac­tive Tou­rer, Grand Tou­rer so­wie dem neu­en X1 als Ba­sis dient. Das ver­hilft dem Vier­tü­rer mit den cha­rak­te­ris­ti­schen Split­doors am Heck zu er­heb­lich mehr Vo­lu­men – in­nen und au­ßen. Ge­gen­über dem vier­tü­ri­gen Mi­ni mit Heck­klap­pe fällt der Club­man um 27 Zen­ti­me­ter län­ger aus, ist neun Zen­ti­me­ter brei­ter und hat ei­nen um zehn Zen­ti­me­ter ge­streck­ten Rad­stand. Da­mit wächst der Ma­xi­mal-Mi­ni auf statt­li­che 4,25 Me­ter und reiht sich naht­los in die Fahr­zeu­ge der Kom­pakt­klas­se ein. Na­tür­lich pro­fi­tiert auch der Kof­fer­raum, der mit 360 bis 1250 Li­tern ein re­spek­ta­bles For­mat er­reicht – für ei­nen Kom­bi im­mer noch mi­ni, aber ge­mes­sen an an­de­ren Kom­pak­ten durch­aus kon­kur­renz­fä­hig. Über­dies lässt sich die Rück­bank ge­gen Auf­preis (200 Eu­ro) nicht nur asym­me­trisch ge­teilt, son­dern so­gar drei­tei­lig um­le­gen, und der so­li­de La­de­bo­den (260 Eu­ro) schafft ei­ne ebe­ne Flä­che. Die un­kon­ven­tio­nel­len Dop­pel­tü­ren ge­ben ei­ne groß­zü­gi­ge La­de­lu­ke frei und öff­nen nun so­gar auf Knopf­druck oder be­rüh­rungs­los per Fuß­ges­te (390 Eu­ro).

Spür­bar groß­zü­gi­ge­res Rau­m­an­ge­bot und ein er­freu­lich gu­ter Kom­fort

Auch im In­nen­raum ist der Club­man merk­lich luf­ti­ger ge­wor­den: Die zu­sätz­li­che Brei­te sorgt für ein un­ge­kannt gu­tes Rau­m­an­ge­bot, zu­min- dest auf den vor­de­ren Sit­zen. Die­se las­sen sich so­gar erst­mals ge­gen Auf­preis (1250 Eu­ro) elek­trisch ein­stel­len und of­fe­rie­ren ei­nen über­zeu­gen­den Kom­fort, der auch für lan­ge Etap­pen ge­nügt. Die Rück­bank reicht zwar für drei, doch die müs­sen schon sehr dicht zu­sam­men­rü­cken. Auch die Knie­frei­heit bleibt eher knapp be­mes­sen. Im­mer­hin ge­stat­ten nun die kon­ven­tio­nel­len Tü­ren auf bei­den Sei­ten ei­nen pas­sa­blen Zustieg. Da­mit prä­sen­tiert sich der Mi­ni Club­man fa­mi­li­en- und pra­xis­taug­li­cher als je zu­vor. Und ob­wohl auch der Fahr­kom­fort spür­bar von der brei­te­ren Spur und dem län­ge­ren Rad­stand pro­fi­tiert, ver­liert der Ang­lo-Ba­ju­va­re fast nichts von sei­nem Esprit. Das gilt

in be­son­de­rem Maß na­tür­lich für die Co­oper S-Ver­si­on mit 192 PS star­kem Vier­zy­lin­derTur­bo­mo­tor und den op­tio­nal er­hält­li­chen ad­ap­ti­ven Dämp­fern (500 Eu­ro). Je nach ge­wähl­tem Fahr­mo­dus (Sport, Mid oder Gre­en; 280 Eu­ro in­klu­si­ve Sound­tu­ning) wech­selt der Mi­ni von ver­bind­lich zu straff und tauscht den be­acht­lich sen­si­blen Ab­roll­kom­fort ge­gen ein „ma­xi­ma­les Go­kart-Fee­ling“, wie der Bord­com­pu­ter ver­spricht. Tat­säch­lich wetzt der Club­man trotz sei­nes Ge­wichts von im­mer­hin 1483 Ki­lo und sei­ner re­la­ti­ven Grö­ße wie­sel­flink um die Ecken. Die Trak­ti­on des Front­trieb­lers ist we­gen der elek­tro­ni­schen Dif­fe­ren­zi­al­sper­re enorm, ob­wohl der Tur­bo dank Over­boost-Funk­ti­on das ma­xi­ma­le Dreh­mo­ment kurz­zei­tig so­gar von 280 auf 300 Nm an­hebt. In­ter­es­san­ter­wei­se fal­len so­wohl die Fahr­leis­tun­gen als auch der Ver­brauch laut Werks­an­ga­ben güns­ti­ger aus, wenn man die Au­to­ma­tik (erst­mals acht­stu­fig; 1950 Eu­ro) wählt. Für wei­te­re 150 Eu­ro trägt der Mi­ni zu­dem Schalt­wip­pen und ver­fügt über ei­ne Launch Con­trol. Die Gang­wech­sel er­fol­gen za­ckig, aber kei­nes­wegs rup­pig, ma­nu­el­le Schalt­be­feh­le setzt das Ai­sin-Ge­trie­be spon­tan um. Der Test­ver­brauch von 8,3 Li­tern ist nicht rühm­lich, aber ak­zep­ta­bel. Wei­te­re Kri­tik­punk­te: Die an sich kna­cki­ge Len­kung spricht aus der Mit­te her­aus et­was un­ge­nau an, und am Heck­spoi­ler kann man sich leicht sto­ßen. Klei­nig­kei­ten.

FA­ZIT: Der Co­oper S Club­man ver­kör­pert den er­wach­sens­ten al­ler Mi­ni: or­dent­li­ches Rau­m­an­ge­bot, gu­ter Kom­fort und quir­li­ge Fahr­ei­gen­schaf­ten. Aber die Prei­se! Der fein aus­ge­stat­te­te Test­wa­gen kos­te­te 45.970 Eu­ro. 2,0

1 = sehr gut; 2 = gut; 3 = be­frie­di­gend; 4 = aus­rei­chend;

5 = man­gel­haft; 6 = un­ge­nü­gend

Das Cock­pit des Club­man wirkt ein biss­chen we­ni­ger ver­spielt und ist spür­bar brei­ter als in den üb­ri­gen Mi­ni-Mo­del­len. LED-Leuch­ten sor­gen für ei­ne flip­pi­ge Il­lu­mi­na­ti­on. Op­tio­nal: be­que­me, elek­trisch ein­stell­ba­re Sit­ze und ein 8,8 Zoll gro­ßes Na­vi­ga­ti­ons­dis­play

670 mm

710 mm

1010 mm

1470 mm Auch der Ma­xi-Mi­ni bie­tet ei­ne Men­ge Fahr­spaß – und erst­mals ei­nen prak­ti­schen so­wie ge­räu­mi­gen Stau­raum

Laut Mi­ni ist der Club­man ein sech­stü­ri­ger Shoo­ting Bra­ke

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