Zwillinge Un­glei­che

Ob­wohl sich Mer­ce­des GLE und GLC sehr ähn­lich se­hen, sind sie grund­ver­schie­den. Wäh­rend der GLE im Grun­de ein mo­der­ni­sier­ter ML ist, hat der kom­plett neue GLC nichts mehr mit sei­nem Vor­gän­ger GLK zu tun

AUTO ZEITUNG - - TEST · GROß GEGEN KLEIN: MERCEDES GLE – GLC - Jür­gen Voigt

Beim „Daim­ler“muss man in­zwi­schen schon ge­nau hin­schau­en, um die ein­zel­nen Mo­del­le von­ein­an­der zu un­ter­schei­den. Mit dem Wech­sel vom ML zum GLE und vom GLK zum GLC fällt dies bei den bei­den SUV be­son­ders schwer. Lässt man die rei­ne Grö­ße auf sich wir­ken, ist der GLE na­tür­lich so­fort als das opu­len­te­re Ober­klas­se-SUV er­kenn­bar. Be­son­ders in der In­nen­raum­brei­te zieht der GLE Vor­tei­le aus sei­ner statt­li­chen Er­schei­nung, schafft vorn wie hin­ten mehr Dis­tanz zwi­schen den Mi­t­rei­sen­den als im GLC. Auch fürs Ge­päck hält der GLE den we­sent­lich grö­ße­ren Stau­raum be­reit. Mit 690 bis ma­xi­mal 2010 Li­ter ma­nagt der M-Klas­se-Er­be so­gar Klein­mö­bel­trans­por­te. Doch auch der GLC geht mit gut nutz­ba­ren 550 bis 1600 Li­ter La­de­vo­lu­men hin­ter der gro­ßen Heck­klap­pe als ge­eig­ne­tes Fa­mi­li­en-Ve­hi­kel durch. Al­ler­dings ist hier der La­de­raum­bo­den bei um­ge­klapp­ten Fond­sit­zen nicht ganz top­fe­ben. Der GLE hin­ge­gen trans­por­tiert auch sper­ri­ge Fracht in sei­nem glatt­flä­chi­gen, im Ver­gleich zum GLC hö­her auf­ra­gen­den La­de­raum. Bei­de SUV über­zeu­gen mit ei­ner über­sicht­li­chen Sitz­po­si­ti­on. Al­ler­dings nimmt man im ML auf dem Hoch­sitz Platz, wäh­rend der GLC sei­nen Fah­rer mehr ins Fahr­zeug in­te­griert. Da­mit fühlt sich der GLE eher nach Ge­län­de­wa­gen und der GLC viel­mehr wie ein Pkw an.

Mit 500 Nm Dreh­mo­ment fühlt man sich in bei­den SUV gut mo­to­ri­siert

Bei­de SUV sind als 250 d mit dem 2,1-Li­ter-Bi­tur­bo­die­sel, ei­ner Neun­stu­fen-Au­to­ma­tik und va­ria­blem All­rad­an­trieb aus­ge­rüs­tet. Da­mit ha­ken sie das The­ma Trak­ti­on als er­le­digt ab. Der mit 500 Nm Dreh­mo­ment sehr durch­zugs­star­ke Mo­tor ist akus­tisch klar als Vier­zy­lin­der-Selbst­zün­der aus­zu­ma­chen. Be­son­ders im GLE passt das Kalt­start-Ge­na­gel nicht so recht zum lu­xu­riö­sen Auf­tritt. Aber we­der hier noch im GLC fühlt man sich mit dem zwei­fach auf­ge­la­de­nen Vier­zy­lin­der un­ter­mo­to­ri­siert. Na­tür­lich kom­men die 204 PS im we­ni­ger hoch auf­ra­gen­den und leich­te­ren GLC bes­ser zur Gel­tung. Das ge­die­ge­ne Mit­tel­klas­se-SUV tritt et­was en­er­gi­scher an (0 bis 100 km/ h in 7,9 s) als der GLE (8,6 s) und er­reicht mit 222 km/ h auch die hö­he­re End­ge­schwin­dig­keit, was in ers­ter Li­nie an der klei­ne­ren Stirn­flä­che und da­mit an der bes­se­ren Ae­ro­dy­na­mik des GLC liegt. Die­se wirkt sich auch auf den Ver­brauch aus: Mit 8,7 Li­tern für den über 2,2 Ton­nen schwe­ren GLE und 7,2 Li­tern für den GLC sind bei­de je­doch recht spar­sam un­ter­wegs. Dem grö­ße­ren Au­to sagt man ja meist den bes­se­ren Kom­fort nach, aber der GLE fin­det hier im neue­ren, we­sent­lich sen­si­bler an­fe­dern­den und gut ge­dämm­ten GLC sei­nen Meis­ter. Wäh­rend sich der GLE im­mer ein we­nig tau­melnd durch flott ge­fah­re­ne Kur­ven be­wegt,

bleibt der GLC hier ge­las­se­ner und ru­hi­ger. Auch die prä­zi­se­re Len­kung trägt zum agi­le­ren Hand­ling des klei­ne­ren SUV bei. Bei­de Test­ex­em­pla­re wa­ren üb­ri­gens mit der auf­preis­pflich­ti­gen Luft­fe­de­rung in­klu­si­ve ad­ap­ti­ver Dämp­fer aus­ge­rüs­tet. Was Ver­ar­bei­tung, Qua­li­täts­ein­druck und die Ver­füg­bar­keit an As­sis­tenz- so­wie Con­nec­tivi­ty-Sys­te­men be­trifft, be­we­gen sich die zwei SUV auf gleich ho­hem Ni­veau, und auch der Um­fang der Ba­sis­aus­stat­tung fällt ähn­lich aus. Im Grund­preis un­ter­schei­den sie sich da­für um­so deut­li­cher: Für den GLC 250 d 4Matic sind 46.410, für den gleich mo­to­ri­sier­ten GLE 56.704 Euro fäl­lig

Hoch­sitz um­ge­ben von ge­die­ge­ner Qua­li­tät GLC-Cock­pit mit ähn­li­cher, zum Teil et­was kom­ple­xe­rer Be­dien­struk­tur als im GLE

GLC

GLE

Et­was knap­per ge­schnit­te­ne Fond-Bank im GLC, je­doch mehr als ge­nü­gend Be­we­gungs­frei­heit

GLC

Nicht ganz ebe­ner GLC-La­de­raum (550 bis 1600 l), aber ho­he Va­ria­bi­li­tät dank drei­tei­lig klapp­ba­rer Fond­leh­ne

GLC

Hier fühlt sich auch der Nach­wuchs wohl auf groß­zü­gi­gen Fond-Sit­zen mit ein­stell­ba­rer Leh­nennei­gung

GLE

Der Hob­by-Spe­di­teur freut sich über den 690 bis 2010 Li­ter gro­ßen, ebe­nen Fracht­raum im M-Klas­se-Nach­fol­ger

GLE

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