fahr­spa ss

verl än­gert Mi­nis neu­er Club­man passt nun lo­cker in die Kom­pakt­klas­se. Dort war­tet auf den Bri­ten al­ler­dings schon der sehr aus­ge­reif­te Au­di A3 Sport­back

AUTO ZEITUNG - - VERGLEICHSTEST · KOMPAKTKLASSE - [ TEXT El­mar Sie­pen FO­TOS Aleksan­der Per­ko­vic ]

Die Platt­form- und Gleich­tei­le­stra­te­gie macht auch vor dem Pre­mi­ums­ge­ment nicht halt. Folg­lich teilt sich der neue Mi­ni Club­man sei­ne Platt­form (Werks­code: UKL 2) mit dem BMW X1 und dem BMW 2er Ac­tive Tou­rer. Das be­deu­tet für den Club­man ge­gen­über sei­nem Vor­gän­ger vor al­lem ei­nes: Grö­ßen­wachs­tum. Kon­kret sind das üp­pi­ge 29 Zen­ti­me­ter mehr Au­ßen­län­ge (4,25 Me­ter) und im­mer­hin gut zwölf Zen­ti­me­ter mehr Rad­stand (2,67 Me­ter).

Ka­ros­se­rie

Auch in der ak­tu­el­len Ver­si­on blieb die be­kann­te Club­man-Sil­hou­et­te er­hal­ten, je­doch be­sitzt der Neue jetzt zwei Fond­tü­ren. Vor al­lem hin­ter den Vor­der­sit­zen ist der Mi­ni deut­lich grö­ßer ge­wor­den. Sitz­rie­sen ge­nie­ßen hier spür­bar mehr seit­li­che Kopf­frei­heit und Knie­raum als im A3 Sport­back. Um die Ell­bo­gen­frei­heit ist es im In­gol­städ­ter da­ge­gen bes­ser be­stellt. Ge­blie­ben ist die mä­ßi­ge Über­sicht­lich­keit des Bri­ten. So stö­ren nach wie vor beim Blick in den Rück­spie­gel die senk­rech­ten Rah­menstre­ben der zwei­flü­ge­li­gen Heck­tür. Und wer zu nah an der Am­pel hält, muss sich we­gen der re­la­tiv klei­nen und steil ste­hen­den Front­schei­be den Hals ver­ren­ken, um die­se zu se­hen. Dank ei­nes Be­dien­sys­tems, das sich an BMWs iD­ri­ve ori­en­tiert, hat man

die Steue­rung der wich­tigs­ten Fahr­zeug­funk­tio­nen im Mi­ni rasch ver­stan­den. Doch es gibt auch Schat­ten: Beim Öff­nen der Heck­tü­ren läuft Re­gen­was­ser in den Kof­fer­raum, und bei der Sprach­be­die­nung des Na­vi­ga­ti­ons­sys­tems ver­steht der Club­man so man­che Orts­na­men nicht. Das Kof­fer­raum­vo­lu­men taugt bei bei­den Kan­di­da­ten für mehr als nur Kurz­trips (Au­di: 380 bis 1220 Li­ter, Mi­ni: 360 bis 1250 Li­ter), oh­ne aber wirk­lich für die deut­sche DIN-Fa­mi­lie zu tau­gen. Im Ge­gen­satz zum Mi­ni ver­zich­tet der Au­di auf die Op­ti­on ei­ner drei­ge­teilt klapp­ba­ren Rück­bank, was ihn Zäh­ler bei der Va­ria­bi­li­tät kos­tet. Oben­drein feh­len dem A3 ge­gen­über dem Club­man in punc­to Si­cher­heits­aus­stat­tung ei­ne No­t­ruf­tas­te und das fort­schritt­li­che He­ad-up-Dis­play. Ta­del­los fällt da­ge­gen die Ver­ar­bei­tung des Bay­ern aus, hier kom­men auch die Pe­ni­bels­ten auf ih­re Kos­ten. Zwar hat der Club­man in die­sem Punkt im Ver­gleich zu sei­nem Vor­gän­ger zu­ge­legt. Un­ter­schied­li­che Pas­sun­gen an den Vor­der­tü­ren las­sen al­ler­dings auf wei­te­re Ver­bes­se­run­gen hof­fen.

Fahr­kom­fort

Die ab 310 Euro für den Club­man er­hält­li­chen Sport­sit­ze sind ei­ne gu­te Wahl, denn das Ge­stühl passt wie an­ge­gos­sen. Auf Dau­er wir­ken die Pols­ter al­ler­dings ei­ne Spur zu straff. So ent­steigt man dem Au­di nach Langstre­cken et­was ent­spann­ter. Das Glei­che gilt für die Fond­pas­sa­gie­re, die sich im En­g­län­der mit zu we­nig Ober­schen­kel­auf­la­ge ar­ran­gie­ren müs­sen. Gut: Im Mi­ni-Kof­fer­raum gibt es Abla­ge­fä­cher und ein Fi­xier­band zur si­che­ren Be­för­de­rung von Klein­kram. Auf der Au­to­bahn wahrt auch der Club­man der drit­ten Ge­ne­ra­ti­on sei­nen be­kann­ten Fe­de­rungs­Cha­rak­ter. Sprich: Die straf­fe Gr­und­ab­stim­mung lässt die In­sas­sen nie im Un­kla­ren dar­über, mit wel­cher Bo­den­wel­le sich der Kl­ein­kom­bi gera­de be­schäf­tigt. Da ver­mit­telt der A3 Sport­back schon we­sent­lich bes­ser zwi­schen In­sas­sen und Fahr­bahn. Das gilt auch auf den Mar­ter­pis­ten des Test­ge­län­des, wo der Mi­ni Schlag­lö­cher und Qu­er­kan­ten recht tro­cken durch­reicht. Un­ter vol­ler Be­la­dung kehrt sich das Bild je­doch um: Dann zeigt der Club­man Neh­mer­qua­li­tä­ten. Mit we­ni­ger Auf­bau­be­we­gun­gen und be­acht­li­chen Fe­de­rungs­re­ser­ven wirkt er recht kom­for­ta­bel. Un­ter glei­chen Be­din­gun­gen neigt der Au­di da­ge­gen schon fast zum Durch­schla­gen.

Mo­tor / Ge­trie­be

Mit kräf­ti­gen, je 150 PS star­ken 2,0-Li­ter-Tur­bo­die­seln sind die zwei Kom­pakt­kläss­ler al­les an­de­re als un­ter­mo­to­ri­siert. Le­dig­lich 8,2

Au­di A3 Sport­back 2.0 TDI

150 PS, Vor­der­rad­an­trieb, 0-100 km/ h in 8,2 s, 218 km/ h Spit­ze*, 5,9 l D/ 100 km, 28.600 Euro * Werks­an­ga­be

Mi­ni Co­oper D Club­man

150 PS, Vor­der­rad­an­trieb, 0-100 km/ h in 9,1 s, 212 km/ h Spit­ze*, 6,5 l D / 100 km, 28.850 Euro * Werks­an­ga­be; inkl. Acht­stu­fen-Au­to­ma­tik (1950 Euro)

A3: aus­fahr­ba­rer Na­vi­Bild­schirm, asym­me­trisch ge­teil­te Rück­sitz­leh­ne. Durch­rei­che für 155 Euro

Der Au­di A3 Sport­back ist fahr­si­cher, aber nicht im­mer mit der bes­ten Trak­ti­on un­ter­wegs

Mo­bil­te­le­fonund Schlüs­sel­hal­ter (25 Euro). Mehr Sitz­kom­fort als im Mi­ni

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.