Por­sche 911 Tur­bo

Noch stär­ker, noch schnel­ler, noch ef­fi­zi­en­ter: ers­te Fahrt im neu­en Por­sche 911 Tur­bo S

AUTO ZEITUNG - - IN HALT - Mar­cel Küh­ler

Fahr­dy­na­mik auf al­ler­höchs­tem Ni­veau, gleich­zei­tig ein­fa­ches Hand­ling, das den Fah­rer zu kei­nem Zeit­punkt über­for­dert, gu­te Ma­nie­ren im All­tag – der 911 Tur­bo S gilt längst als der viel­sei­tigs­te Su­per­sport­wa­gen über­haupt. Zum neu­en Jahr­gang er­hält die Krö­nung der El­fer-Rei­he ne­ben ein paar maß­vol­len op­ti­schen Re­tu­schen neu ab­ge­stimm­te Fahr­werks­mo­di so­wie ei­ne Mehr­leis­tung von 20 PS, die aus grö­ße­ren Ver­dich­ter­ge­häu­sen und er­höh­tem Ein­spritz­druck re­sul­tiert. Doch sind die­se Maß­nah­men über­haupt noch spür­bar? Die Ant­wort dar­auf lie­fern ei­ni­ge schnel­le Run­den auf dem Kya­la­mi Grand Prix Cir­cuit in Süd­afri­ka. Die Renn­stre­cke na­he Johannesburg bie­tet idea­le Vor­aus­set­zun­gen für den hei­ßen Ritt am Grenz­be­reich. Im­mens schnel­le Kur­ven, Berg­aufpas­sa­gen mit blin­den Ecken so­wie ei­ni­ge har­te Bremspunk­te: Hier kann der neue Tur­bo S zei­gen, was in ihm steckt.

Bra­chia­le Be­schleu­ni­gung, ir­re Kur­ven­tem­pi

Wir rol­len aus der Bo­xen­gas­se und tre­ten das Gas­pe­dal durch. An­satz­los ka­ta­pul­tiert der 580 PS star­ke Bi­Tur­bo-Bo­xer das 1600 Ki­lo schwe­re Cou­pé nach vorn. 100, 150, 200 km/ h – die irr­wit­zi­ge Be­schleu­ni­gung ver­liert zu kei­nem Zeit­punkt spür­bar an Dra­ma­tik. Am En­de der Star­tZiel-Ge­ra­den der ers­te har­te An­bremspunkt: Die fein do­sier­ba­re Kar­bon-Ke­ra­mik-Brem­se staucht die Fuh­re bru­tal zu­sam­men. Es folgt die ers­te Kur­ven­kom­bi­na­ti­on, die der 911 nicht nur un­glaub­lich schnell, son­dern zu­gleich völ­lig läs­sig un­ter die Rä­der nimmt. Das ul­tra­prä­zi­se Ein­lenk­ver­hal­ten und die un­fass­ba­re Trak­ti­on sor­gen da­für, dass der Fah­rer so­fort Ver­trau­en in den bis zu 330 km/ h schnel­len Por­sche fasst. Un­ter­steu­ern im Kur­ven­ein­gang oder Über­steu­ern im Kur­ven­aus­gang? Kennt der Tur­bo S nur aus der Theo­rie. Et­was Un­ru­he im Heck­be­reich kann al­len­falls auf­kom­men, wenn Brems­ma­nö­ver bis zum Ein­len­ken am Kur­ven­ein­gang noch nicht ab­ge­schlos­sen sind. In den lan­gen Hoch­ge­schwin­dig­keits­kur­ven fällt zu­dem auf, wie spur­sta­bil das Ge­schoss dank des se­ri­en­mä­ßi­gen Wank­aus­gleichs und der aus­ge­klü­gel­ten ak­ti­ven Ae­ro­dy­na­mik liegt. Doch auch auf nor­ma­len Stra­ßen macht der Über-911 ein gu­te Fi­gur. Die nun brei­ter Ab­stim­mung der ad­ap­ti­ven Dämp­fer (PASM) be­schert dem Tur­bo S ei­nen an­spre-

chen­den Fe­de­rungs­kom­fort. Auch mit grö-be­ren Fahr­bahn une­ben­hei­ten kommt der Por­sche gut zu­recht. Die Elf er-ty­pisch her­vor­ra­gen­de Er­go­no­mie so­wie die ins­ge­samt ge­rin­gen Be­di­en­kräf­te er­leich­tern den Um­gang im All­tag. Selbst der Ver­brauch hält sich in Gren­zen: Bei ge­mä­ßig­tem Gas­fuß lässt sich ein Durch­schnitt von zehn bis elf Li­tern rea­li­sie­ren. Dies dürf­te für die meis­ten po­ten­zi­el­len Be­sit­zer aber eher ei­ne Rand­no­tiz blei­ben.

FA­ZIT: Der neue 911 Tur­bo S ist ein fas­zi­nie­ren­des Ge­samt­kunst­werk, das mit ex­tre­mer Dy­na­mik bei gleich­zei­tig ge­sit­te­ten Um­gangs­for­men im All­tag be­geis­tert.

Oben: Das ma­kel­los ver­ar­bei­te­te Cock­pit ver­fügt nun – ana­log zu den zah­me­ren El­fern – über das neue In­fo­tain­ment­sys­tem mit ver­schlank­ter Be­die­nung und um­fang­rei­chen On­li­ne-Funk­tio­nen. Rechts: Dreh­reg­ler für die ver­schie­de­nen Fahr­pro­gram­me. Un­ten links: neu ge­stal­te­ter Heck­de­ckel mit aus­fahr­ba­rem Flü­gel. Un­ten rechts: Die bra­chi­al ver­zö­gern­de Kar­bon-Ke­ra­mik-Brem­se ist beim Tur­bo S Se­rie

Auf der Renn­st­re

cke be­ein­druckt der Über-El­fer mit irr­wit­zi­gem Speed

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