Ford Fo­cus RS

Mit dem neu­en Ford Fo­cus RS bricht ei­ne neue Fahr­dy­na­mik-Ära an

AUTO ZEITUNG - - IN HALT - Horst von Saurma

Al­len Tem­po­li­mits, Ver­kehrs­staus und schär­fe­ren Um­welt­auf­la­gen zum Trotz setzt Ford ver­stärkt auf Fahr­spaß und kon­ter­ka­riert den von dunk­len Mäch­ten und hel­len Köp­fen her­bei­ge­re­de­ten Trend zum au­to­no­men Fah­ren mit kühn an­mu­ten­den Fahr­dy­na­mik-An­ge­bo­ten. „Drift Mo­de“heißt eins der auf Knopfdruck an­wähl­ba­ren Pro­gram­me, die das Fah­ren im neu­en Fo­cus RS auf Wunsch – und dort, wo es mög­lich ist–zu ei­ner auf­se­hen­er­re­gen­den An­ge­le­gen­heit ma­chen: Die ein oder an­de­re Kur­ve ein­fach mal quer zu neh­men und ent­ge­gen­kom­men­de Mü­cken mit der Sei­ten­schei­be ein­zu­fan­gen, ist ab so­fort nicht mehr nur Drift- Kings wie Ken Block vor­be­hal­ten, son­dern dank pfif­fi­ger All­rad­tech­nik mit rad­se­lek­ti­ver Kraft­zu­wei­sung und in­tel­li­gen­ter Re­gel­sys­te­me auch für Ot­to-Nor­mal­fah­rer kein Ta­bu­the­ma mehr. Wir ha­ben’s aus­pro­biert: Mehr als ein­len­ken und kräf­tig Gas ge­ben ist nicht nö­tig, um den neu­en Sport­ler auf Kom­pakt­wa­gen-Ba­sis – mitt­ler­wei­le die drit­te Fo­cus RS-Ge­ne­ra­ti­on und der 30. Ford mit dem le­gen­dä­ren Lo­go – in ei­nen leicht kon­trol­lier­ba­ren Drift oh­ne Reue zu be­we­gen. Das macht nach­weis­bar min­des­tens eben­so viel Lau­ne, wie im „RaceMo­dus“von gleich auf jetzt Kur­ven­grenz­be­rei­che er­for­schen zu kön­nen, die zu­vor als kaum er­reich­bar gal­ten. Der sich cha­rak­ter­lich ganz wie ein Heck­trieb­ler in Sze­ne set­zen­de All­rad­ler folgt der Ab­sicht des Fah­rers so ge­hor­sam und ver­läss­lich, dass ei­nem die gän­gi­gen Li­mits als voll­kom­men will­kür­lich ge­setzt er­schei­nen müs­sen. In­so­fern ist es von gro­ßem Vor­teil, dass der sym­pa­thisch kom­pakt und nicht über­trie­ben ex­tro­ver­tiert auf­tre­ten­de Vier­tü­rer ei­ne All­tags- taug­lich­keit an den Tag legt, von der sich vie­le sei­ner Art ei­ne Schei­be ab­schnei­den kön­nen. Nicht zu laut, aber ker­nig und nicht zu hart, aber sport­lich-straff – so ge­fällt der RS auch im nach­bar­schaft­li­chen Um­feld mit net­ten, op­por­tu­nis­ti­schen Nei­gun­gen: Die Fahr­ge­räu­sche blei­ben stets auf an­ge­nehm er­träg­li­chem Ni­veau, und auch in Sa­chen Fahr­kom­fort gibt es kei­nen An­lass zum Weh­kla­gen. Bei al­ler Lie­bens­wür­dig­keit, die sich im Kom­fort- wie auch im Un­ter­hal­tungs­pro­gramm do­ku­men­tiert, ver­leug­net der neue Fo­cus RS aber nie sei­nen ur­ei­ge­nen Zweck: gro­ßen Fahr­spaß zu be­rei­ten. Wer je er­lebt hat, wie lo­cker-flo­ckig die

knapp 1,5 Ton­nen schwe­re und 350 PS star­ke All­zweck-Waf­fe aus dem Ford-Werk Saar­lou­is auf Tem­po 100 stürmt und wie sou­ve­rän sie auch die Gera­de­aus­fahrt bei knapp 270 km/ h meis­tert, reibt sich ob die­ser lau­ni­gen Ford-Of­fer­te ver­wun­dert die Au­gen. Denn selbst der Preis ist heiß: Mit ei­nem In­vest von 39.000 Euro las­sen sich weit­aus teu­re­re und stär­ke­re Sports­ka­no­nen lo­cker aus­spie­len.

FA­ZIT: Der neue Ford Fo­cus RS ist ein ge­lun­ge­nes Stück Au­to­tech­nik mit breit ge­fä­cher­ten All­round-Qua­li­tä­ten. Der All­rad­an­trieb zeugt von Ge­nia­li­tät , der Vier­zy­lin­der-Tur­bo ist ei­ne Wucht.

(1) Über­sicht­li­ches, Ford-ty­pisch ar­ran­gier­tes Cock­pit. (2) Re­ca­roS­port­sit­ze mit her­vor­ra­gen­dem Sei­ten­halt. (3) Quer ein­ge­bau­ter Vier­zy­lin­der-Tur­bo mit 350 PS. (4) Farb­lich ak­zen­tu­ier­te Dop­pel­kol­ben-Brems­sät­tel von Brem­bo. (5) Dri­ve Mo­de-Tas­te mit ex­klu­si­vem Fahr­dy­na­mik-An­ge­bot – läs­si­ge Drift­ein­la­gen und Launch Con­trol in­klu­si­ve

Dach­spoi­ler und Heck­dif­fu­sor als Zei­chen breit ge­streu­ter Sport-Ta­len­te

1 = sehr gut; 2 = gut; 3 = be­frie­di­gend; 4 = aus­rei­chend; 5 = man­gel­haft; 6 = un­ge­nü­gend

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