VW Bud-e

Un­ter­wegs im BUDD-e, dem Vor­bo­ten der Volks­wa­gen-Elek­tri­fi­zie­rung

AUTO ZEITUNG - - IN HALT - Tho­mas Gei­ger

Auf ei­nem Park­platz am Ran­de des Strip mit­ten im blin­ken­den Las Ve­gas war­tet die VW-Elek­tro-Stu­die Budd-e mit vol­len Ak­kus auf die ers­te Aus­fahrt – und die be­ginnt mit ei­nem Fin­ger­wisch vor dem Tür­sen­sor­feld. Schon er­tönt ein coo­ler Sci-FiSound, und die Tür schwingt auf wie von Geis­ter­hand. Die Ges­ten­steue­rung hat VW beim Budd-e kon­se­quent um­setzt, denn nicht nur die Tür­grif­fe wur­den ein­ge­spart, auch im Cock­pit gibt es kaum mehr Knöp­fe. Was man nicht durch Wi­schen via Bild­schirm oder Touch­pad wäh­len und ein­stel­len kann, das winkt man vor ei­nem Sen­sor wei­ter. Das Fah­ren funk­tio­niert da­ge­gen wie ge­wohnt: Ein­fach D drü­cken, Brem­se lö­sen und das Strom-Pe­dal tre­ten. Und so gut das In­fo­tain­ment samt der neu­en Be­di­en­füh­rung be­reits funk­tio­niert, so vor­sich­tig will der Budd-e be­wegt wer­den, wenn die hand­ge­fräs­ten 21-Zöl­ler über den schar­ti­gen As­phalt ei­ner ame­ri­ka­ni­schen Ne­ben­stra­ße rum­peln. Der Budd-e soll der Vor­bo­te des mo­du­la­ren Elek­tri­fi­zie­rungs­bau­kas­tens (MEB) sein, mit dem VW zum En­de des Jahr­zehnts ge­gen Au­tos wie den BMW i3 an­tre­ten will. Die neue Platt­form fußt auf ei­nem fla­chen Ak­ku-Pa­ket im Wa­gen­bo­den und lässt sich bei ma­xi­ma­ler Raum­aus­nut­zung in je­der Di­men­si­on va­ri­ie­ren. Der 600 Ki­lo schwe­re Ak­ku hat ei­ne Ka­pa­zi­tät von stol­zen 92,4 kWh. An der Vor­der­ach­se schnurrt ei­ne E-Ma­schi­ne mit 125 und an der Hin­ter­ach­se ein zwei­ter Mo­tor mit 170 PS. Und der Fuß­bo­den ist so flach, dass man ganz be­quem ein­stei­gen kann und auch in der ers­ten Rei­he ge­nü­gend Bein­frei­heit hat. In der Theo­rie reicht Budd-e das MEB-Pa­ket mit 295 PS Sys­tem­leis­tung und 200 plus 290 Nm dem für mehr als 500 Ki­lo­me­ter oh­ne Bo­xen­stopp und für La­de­pau­sen un­ter 30 Mi­nu­ten so­wie für ei­nen Sprint­wert von we­ni­ger als sie­ben Se­kun­den und 180 km/ h Spit­ze. In der Pra­xis al­ler­dings lässt man es mit dem Ein­zel­stück lie­ber ein biss­chen vor­sich­ti­ger an­ge­hen, traut sich nur mit dem klei­nen Zeh aufs Fahr­pe­dal und holt beim U-Turn kräf­tig aus. Spä­ter ein­mal soll ei­ne mit­len­ken­de Hin­ter­ach­se für die nö­ti­ge Agi­li­tät im Stadt­ver­kehr sor­gen, sagt VW. Doch bis da­hin merkt man spä­tes­tens am Wen­de­punkt, dass der BUDD -e fast so groß ist wie ein ak­tu­el­ler T6 und ent­spre­chend viel Weit­blick beim Ran­gie­ren braucht. Der über­zeich­net wir­ken­de Budd-e ist nur ein Aus­blick in die VW-Zu­kunft, kein Se­ri­en­au­to, das in den nächs­ten Jah­ren an den Start ge­hen wird. Doch er zeigt, dass VW es ernst meint und elek­tri­fi­zier­ter ist als je zu­vor.

FA­ZIT: Klar ist der Budd-e noch ei­ne Spie­le­rei. Doch mit re­spek­ta­blen Fahr­leis­tun­gen und neu­em In­te­ri­eur macht er Lust auf das, was der neue VW-Elek­tro­bau­kas­ten so in pet­to hat.

Der BUDD-e er­laubt 500 km Reich­wei­te und 180 km/h – theo­re­tisch

Fla­cher Wa­gen­bo­den, viel Bein­frei­heit

Platz für Wohn­kul­tur im bar­rie­re­frei­en In­nen­raum

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