Kia Op­ti­ma

Bis­lang kam Kia mit sei­nem Mit­tel­klas­se­mo­dell nicht über den Sta­tus ei­nes Ge­heim­tipps hin­aus. Das soll die neue Ge­ne­ra­ti­on des Op­ti­ma ab so­fort än­dern. Ers­ter Test

AUTO ZEITUNG - - IN HALT - [ TEXT Klaus Uck­row ]

Kia ist auf dem deut­schen Markt an­ge­kom­men. Im ver­gan­ge­nen Jahr ver­kauf­ten die Ko­rea­ner hier­zu­lan­de mehr als 55.000 Au­tos – doch nur 384 Ex­em­pla­re da­von wa­ren Op­ti­ma. Schon im Jahr zu­vor war der Er­folg des Mit­tel­kläss­lers mit 374 Neu­zu­las­sun­gen sehr über­sicht­lich ge­blie­ben. Selt­sa­mer­wei­se konn­te die Kon­zern­schwes­ter Hy­un­dai von ih­rem Mit­tel­klas­se­wa­gen i40, der al­ler­dings auch als Kom­bi an­ge­bo­ten wird, 2015 gut 6500 Stück ab­set­zen. Der neue Kia Op­ti­ma soll jetzt den Sprung aus der Exo­ten­ecke schaf­fen – spä­tes­tens als Kom­bi Sport­wa­gon, der An­fang März beim Gen­fer Au­to­sa­lon prä­sen­tiert wird. Doch zu­nächst muss sich die Li­mou­si­ne al­lein be­haup­ten. Da­zu wird sie von Kia mit ei­nem zwei Li­ter gro­ßen Vier­zy­lin­der-Ben­zi­ner mit 163 PS und dem eben­falls schon aus dem Vor­gän­ger be­kann­ten Tur­bo­die­sel mit 1,7 Li­ter Hu­b­raum aus­ge­stat­tet. Die Leis­tung des kul­ti­vier­ten Selbst­zün­ders stieg von 136 auf jetzt 141 PS. Zum ers­ten Test tritt der Ko­rea­ner als Die­sel mit op­tio­na­lem sie­ben­stu­fi­gen Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be (2000 Euro) an.

Op­tisch wur­de die Kia-Li­mou­si­ne nur evo­lu­tio­när ver­än­dert

Bei der Op­tik, ge­stal­tet vom deut­schen De­si­gn­chef Pe­ter Schrey­er, hat sich nicht sehr viel ge­tan. Mit wie bis­her 4,86 Me­tern ist der Op­ti­ma acht Zen­ti­me­ter län­ger als ein VW Pas­sat und nur we­ni­ge Mil­li­me­ter kür­zer als ein Sko­da Su­perb. Das schlägt sich nicht in ei­nem be­son­ders groß­zü­gi­gen Raum­ge­fühl nie­der. Vorn und hin­ten sitzt man zwar gut und freut sich über aus­rei­chend Knie- und Kopf­frei­heit. Beim Ein­stieg in den Fond muss man aber auf­pas­sen, dass man sich nicht den Kopf am Tür­rah­men stößt – was dem cou­péar­tig nach un­ten ge­zo­ge­nen Dach ge­schul­det ist. Der Kof­fer­raum fasst 510 Li­ter, lässt sich je­doch nur durch ei­ne re­la­tiv klei­ne Heck­klap­pe be­fül­len. Der Sitz­kom­fort auf den op­tio­na­len Le­der­sit­zen (im Pa­ket 1990 Euro) ist da­für gut. Auch die Ver­ar­bei­tung hat noch­mal zu­ge­legt, die in der Topver­si­on Spi­rit (ab 33.990 Euro) ver­wen­de­ten Ma­te­ria­li­en wir­ken hoch­wer­tig. Die Be­die­nung er­for­dert Ge­wöh­nung, ge­lingt dann aber pro­blem­los. Das gilt be­son­ders für das se­ri­en­mä­ßi­ge Na­vi­sys­tem und die Mul­ti­me­di­a­ein­heit. Deut­lich kom­for­ta­bler ar­bei­tet jetzt das Fahr­werk, das kom­plett über­ar­bei­tet wur­de. Spe­zi­ell mit den op­tio­na­len ad­ap­ti­ven Dämp­fern (im Pa­ket für 1990 Euro) glei­tet der Kia oh­ne grö­ße­re Er­schüt­te­run­gen über schlech­te Au­to­bah­nen. Im Sport-Mo­dus mit straf­fe­ren Ab-

stim­mung re­agie­ren zu­dem Ge­trie­be und Gas­pe­dal di­rek­ter – zum Sport­wa­gen wird der Op­ti­ma 1.7 CRDi aber auch dann nicht. Erst nach ge­mes­se­nen 10,5 Se­kun­den (Werk: 11,0 s) er­reicht er Tem­po 100. Da­für glänzt der Ko­rea­ner mit bis­si­gen Brem­sen und ei­nem an­ge­mes­se­nen Test­ver­brauch von 6,7 Li­tern auf 100 Ki­lo­me­tern. Al­ler­dings ist der neue Op­ti­ma kein bil­li­ges Au­to: Den Die­sel gibt es ab 29.990 Euro in­klu­si­ve Sechs­gang-Schal­tung und üp­pi­ger Aus­stat­tung mit Kli­ma­au­to­ma­tik, Rück­fahr­ka­me­ra so­wie Alu-Rä­dern. Für das Geld be­kommt man aber auch schon ei­nen Sko­da Su­perb Com­bi mit 150-PS-TDI. Ein­ma­lig ist da­ge­gen die Sie­ben-Jah­res-Ga­ran­tie von Kia.

FA­ZIT: Der Kia Op­ti­ma ist ein kom­for­ta­bles Au­to mit aus­rei­chen­dem Platz­an­ge­bot und sehr gu­ter Aus­stat­tung, die aber ih­ren Preis hat. Sehr tem­pe­ra­ment­voll ist der Mo­tor nicht.

Stoff­sit­ze sind Se­rie, Teil­le­der­sit­ze (opt.) gibt es nur in Schwarz Für 150 Euro gibt es ei­ne in­duk­ti­ve La­de­sta­ti­on fürs Han­dy

Das Dach des Kia fällt cou­péar­tig ab, die Kof­fer­raum­klap­pe ist sehr klein

Cock­pit der To­paus­stat­tung Spi­rit, ein Na­vi ist im­mer se­ri­en­mä­ßig

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