AUF DER ÜBER­HOL­SPUR

Re­kor­de bei Ab­satz, Um­satz und Ge­winn – Mer­ce­des gab 2015 rich­tig Gas, konn­te Au­di über­ho­len und zu BMW auf­schlie­ßen. Die Grün­de für den Er­folg

AUTO ZEITUNG - - IN­HALT - Mar­kus Bach

Mer­ce­des fei­er­te 2015 ein neu­es Re­kord­jahr: al­le Hin­ter­grün­de. Au­ßer­dem: In­ter­view mit Mer­ce­des-Ver­triebs­chef Ola Käl­le­ni­us

Das Ziel ist nun in Sicht­wei­te: Nur noch 33.723 ver­kauf­te Fahr­zeu­ge lag BMW im Vor­jahr vor Mer­ce­des. So we­ni­ge Ein­hei­ten tren­nen Daim­ler- Chef Die­ter Zet­sche von sei­nem Ziel, Mer­ce­des wie­der als welt­weit größ­te Pre­mium­mar­ke zu eta­blie­ren. Ei­ne Po­si­ti­on, die man seit

2005 an BMW ver­lo­ren hat­te. Zwi­schen­zeit­lich war so­gar Au­di an Mer­ce­des vor­bei­ge­zo­gen. Doch 2015 konn­ten die In­gol­städ­ter der Daim­ler-Auf­hol­jagd nichts ent­ge­gen­set­zen und wur­den wie­der auf Rang drei ver­drängt. Kein Wun­der, ver­kauf­te Mer­ce­des im Vor­jahr so vie­le Fahr­zeu­ge wie nie zu­vor: 1,87 Mil­lio­nen Aus­lie­fe- run­gen be­deu­ten ein sat­tes Plus von 13,4 Pro­zent. Für die Stutt­gar­ter war es das fünf­te Re­kord­jahr in Fol­ge. Der Mer­ce­des-Er­folg treibt auch die Daim­ler-Bi­lanz in neue Hö­hen: 2015 stei­ger­te der Kon­zern sei­nen Um­satz um 15 Pro­zent auf 149,5 Mrd. Eu­ro. Der Ge­winn klet­ter­te so­gar um sat­te 26 Pro­zent auf 13,5 Mrd. Eu­ro. 61 Pro­zent da­von

Der Ge­winn klet­ter­te um 26 Pro­zent auf 13,5 Mrd. Eu­ro

ent­fal­len auf die Au­to-Spar­te. Mit ei­nem Ge­winn von 8,2 Mrd. Eu­ro er­reich­te Mer­ce­des zu­dem die seit Jah­ren an­ge­streb­te Um­satz­ren­di­te von zehn Pro­zent. Der Er­folg ruht aus Pro­dukt­sicht auf drei Säu­len, un­ter de­nen 2015 vor al­lem die neue C-Klas­se her­vor­sticht. Die Mit­tel­klas­se ent­wi­ckel­te sich welt­weit zum Ver­kaufs­schla­ger: 443.909 Ver­käu­fe be­deu­ten ein üp­pi­ges Plus von 40,1 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr. Die zwei­te Säu­le bil­det die Kom­pakt­fa­mi­lie, de­ren Ein­füh­rung erst 2012 mit der ra­di­kal neu­en A-Klas­se be­gann. Mitt­ler­wei­le be­steht das An­ge­bot aus fünf Mo­del­len, auf die fast ein Drit­tel al­ler Mer­ce­des-Ver­käu­fe ent­fal­len. Ei­ne noch hö­he­re Mar­ge er­ziel­te Daim­ler mit dem drit­ten Er­folgs­ga­ran­ten, den SUV. In ei­nem Kraft­akt hat­ten die Stutt­gar­ter 2015 fast ih­re kom­plet­te SUV-Pa­let­te er­neu­ert, der Ab­satz stieg um 26,6 Pro­zent auf ei­nen Re­kord­wert von 525.866 Fahr­zeu­gen.

Was die Märk­te be­trifft, konn­te Mer­ce­des vor al­lem in Chi­na deut­lich zu­le­gen. Hier ho­len die Stutt­gar­ter mit Rie­sen­schrit­ten zu Au­di und BMW auf: 32,6 Pro­zent Zu­wachs und 373.459 Ver­käu­fe las­sen Chi­na erst­mals zum größ­ten Ein­zel­markt für Mer­ce­des auf­stei­gen. Seit 2008 ha­ben die Stutt­gar­ter ih­ren Ab­satz in der Volks­re­pu­blik ver­acht­facht. Im be­nach­bar­ten Ja­pan war Mer­ce­des mit 64.989 Ein­hei­ten so­gar die am meis­ten zu­ge­las­se­ne Pre­mium­mar­ke. Auch in Eu­ro­pa läuft es für den Stern: 798.852 Aus­lie­fe­run­gen be­deu­ten ein Plus von 10,5 Pro­zent. In die­sem Jahr soll das Wachs­tum mit ei­nem Dut­zend neu­er oder über­ar­bei­te­ter Mo­del­le wei­ter­ge­hen, dar­un­ter die wich­ti­ge E-Klas­se. Die­ter Zet­sche hät­te si­cher nichts da­ge­gen, wenn Mer­ce­des schon 2016 BMW über­ho­len wür­de – ob­wohl er sich das erst bis zum En­de des Jahr­zehnts vor­ge­nom­men hat­te.

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