Bu­gat­ti Chi­ron

Der Kai­ser ist zu­rück: Mit dem 1500 PS star­ken, 420 km/h schnel­len Chi­ron ka­li­briert Bu­gat­ti die Au­to­welt völ­lig neu

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Jo­han­nes Riegs­in­ger

Nein, Bu­gat­ti fällt nicht dem Die­sel­ga­te-Dra­ma des Volks­wa­gen-Kon­zerns zum Op­fer. Und: Die Mar­ke wird mit den 500 pro­jek­tier­ten Ex­em­pla­ren des Chi­ron rich­tig Geld ver­die­nen. Auch hier ha­ben die Schwarz­se­her im Vor­feld falsch ge­ra­ten. Trotz des 2,85-Mil­lio­nen­Eu­ro-Preis­schilds sind über 120 Chi­ron be­reits ver­kauft – an Kun­den, de­nen be­reits die ers­te In­ter­es­sens­be­kun­dung un­ge­se­hen 200.000 Euro wert war. Und der Chi­ron dürf­te die Er­war­tun­gen deut­lich er­fül­len: Wie­der ein­mal hat Bu­gat­ti die Mess­lat­te im Sport­wa­gen­bau ganz nach oben ge­rückt: Der Acht­li­ter-Qua­dTur­bo-W16 speit 1500 PS und ein irr­wit­zi­ges Dreh­mo­ment von 1600 New­ton­me­tern über ein Sie­ben­gang-Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be an al­le vier Rä­der, das Koh­le­fa­serMo­no­co­que ist nun noch leich­ter und ex­tre­mer. Al­lein Letz­te­res wä­re für sei­ten­lan­ge Ab­hand­lun­gen gut: 3,3 Mil­lio­nen Ki­lo­me­ter Koh­le­fa­ser­fa­den sind in ei­nem Chi­ron ver­spon­nen und la­mi­niert, die Schich­ten ein­zeln per Com­pu­ter ein­ge­mes­sen. Der Un­ter­bo­den bei­spiels­wei­se ist als Sand­wich mit zwi­schen­ge­schäum­ten, ul­tra­dün­nen Koh­le­fa­ser­schich­ten aus­ge­führt (leich­ter und lei­ser). Am En­de steht nach rund 500 St­un­den ein Meis­ter­werk aus Koh­le­fa­ser – mit per­fek­ten Fa­den­ver­läu­fen selbst über Bau­teil­g­ren­zen hin­aus, als Stoß­fän­ger aus­ge­führ­ten Kot­flü­geln und bei höchs­ter Komp­le- xi­tät trotz­dem in Sicht­kar­bonBau­wei­se ge­bau­ten Ka­ros­se­rieE­le­men­ten. Be­son­de­re De­sign-High­lights sind die ein­tei­li­ge Sing­le Beam-Heck­leuch­te, das schar­fe Acht-Au­genGe­sicht und die über dem Mo­tor fort­ge­führ­te At­lan­tic-Kamm­li­nie. An der huf­ei­sen­för­mi­gen Sei­ten­li­nie tref­fen sich Poe­sie und In­ge­nieurs-Ra­tio: Oh­ne Ae­ro-An­ge­be­rei­en schafft Bu­gat­ti enor­men Stau­druck in den Luft­ein­läs­sen hin­ter den Tü­ren. Der Chi­ron ist ein mäch­ti­ges, prä­sen­tes Au­to oh­ne in­fan­ti­le Ag­gres­si­on und be­mer­kens­wert sou­ve­rän ge­macht.

Ex­tre­me Leis­tungs­da­ten, per­fek­te Fahr­bar­keit

Auch im In­te­ri­eur ist der Bu­gat­ti ei­ne kla­re Wei­ter­ent­wick­lung und ver­bin­det ex­tre­me Sport­lich­keit mit ho­hem All­tags- so­wie Langstre­cken­kom­fort. Die me­tal­le­nen Dreh­knöp­fe mit Mi­ni-Dis­plays pas­sen her­vor­ra­gend, das fah­rer­ori­en­tier­te Cock­pit wirkt no­bel und auf­ge­räumt. Aber na­tür­lich wird es an den Stamm­ti­schen der Welt doch wie­der nur um die 420 km/ h Spit­ze und die Be­schleu­ni­gung von null auf Tem­po 100 in un­ter 2,5 Se­kun­den ge­hen. Oder um den Ea­sy­to-Drift-Knopf, der das All­ra­dMons­ter zum hand­zah­men Qu­er­trei­ber für Fah­rer mit viel Geld und we­nig Ta­lent macht. So ist das nun mal mit dem ers­ten Platz im Au­to-Quar­tett.

Im Land der Ver­hei­ßung: ana­lo­ger Ta­cho­me­ter bis 500 km/h, mi­ni­ma­lis­ti­sche Funk­ti­ons­ele­men­te

In­nen und au­ßen: Die vom Bu­gat­ti 57 At­lan­tic be­kann­te Kamm­li­nie ist auch am Chi­ron zu fin­den – im In­te­ri­eur wird sie zwi­schen den Sit­zen be­leuch­tet dar­ge­stellt

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