Al­le Fah­rer, Au­tos und Teams der neu­en For­mel-1-Sai­son

In Bar­ce­lo­na tra­fen die Bo­li­den der 2016er-Ge­ne­ra­ti­on erst­mals auf­ein­an­der. Wah­rend Fer­ra­ri mit schel­len Ru­den pro­vo­zier­te. spul­te Mer­ce­des stur sein Test­pro­gramm ab. Al­le an­de­ren blie­ben Sta­tis­ten

AUTO ZEITUNG - - INHALT - [ TEXT Mar­kus Bach ]

Am En­de der Test­fahr­ten in Bar­ce­lo­na stand die Hoff­nung. Die Hoff­nung, dass Fer­ra­ri end­lich zum ernst­haf­ten Kon­kur­ren­ten für Mer­ce­des wer­den wür­de. Im­mer­hin hat­ten die Stutt­gar­ter in den letz­ten bei­den Jah­ren gan­ze 32 der ins­ge­samt 38 Ren­nen ge­won­nen. Da­her ta­ten die Ita­lie­ner bei den acht­tä­gi­gen Test­fahr­ten in Spa­ni­en al­les, um ih­rem Ruf als Mer­ce­des-Heraus­for­de­rer ge­recht zu wer­den: Ki­mi Räik­kö­nen und Se­bas­ti­an Vet­tel fuh­ren die schnells­ten Run­den­zei­ten. Auch die Zu­ver­läs­sig­keit des Fer­ra­ri SF16-H stimmt. Das sorg­te in der Box für Er­leich­te­rung, denn Fer­ra­ri-Prä­si­dent Ser­gio Mar­chion­ne for­dert nichts we­ni­ger als ei­nen Ti­tel­kampf bis zum letz­ten Ren­nen. „Der ers­te Ein­druck ist gut. Wir hat­ten kei­ne gro­ßen Pro­ble­me am Au­to und konn­ten vie­le Run­den fah­ren“, gibt sich Vet­tel ver­hal­ten op­ti­mis­tisch. Doch wäh­rend die Ita­lie­ner auf Best­zei­ten aus wa­ren und da­für oft mit den wei­chen Rei­fen aus­rück­ten, spul­te Mer­ce­des sein Test­pro­gramm oh­ne gro­ße Aus­ru­fe­zei­chen auf den lang­sa­me­ren Me­di­um-Gum­mis ab. Da­für über­rasch­te der Ti­tel­ver­tei­di­ger mit in­ter­es­san­ten tech­ni­schen Neue­run­gen: Der Mer­ce­des F1 W07 ver-

fügt über ei­ne schma­le Na­se mit aus­ge­frans­ten Leit­ble­chen an der Un­ter­sei­te und ei­nem Luft­schacht. Oben­drein schraub­ten die Welt­meis­ter an je­dem Test­tag neue Tei­le ans Au­to. Zu­dem zeig­te sich Mer­ce­des be­ängs­ti­gend zu­ver­läs­sig: Le­dig­lich am letz­ten Tag be­klag­te Welt­meis­ter Le­wis Ha­mil­ton ei­nen Ge­trie­be­scha­den. Und trotz der Kärnt­ner­ar­beit fuhr Ni­co Ros­berg die dritt­schnells­te Zeit. Kein Fra­ge: Mer­ce­des ist auch 2016 der Top­fa­vo­rit. Hin­ter Fer­ra­ri und Mer­ce­des konn­te sich in Bar­ce­lo­na Wil­li­ams eta­blie­ren. Wäh­rend der FW38 in der ers­ten Wo­che Pro­ble­me mit der Ae­ro­dy­na­mik und der Halt­bar­keit hat­te, ab­sol­vier­ten Mas­sa und Bot­tas da­nach zu­ver­läs­sig schnel­le Run­den. Da­bei muss­te der Wil­li­ams noch mit der al­ten Front aus­rü­cken – die neue Mer­ce­des-ar­ti­ge Na­se war beim Crash­test durch­ge­fal­len. Ni­co Hül­ken­bergs Force In­dia er­weist sich als ei­ne so­li­de Wei­ter­ent­wick­lung des letzt­jäh­ri­gen Mo­dells. Da­mit hol­te der LeM­ans-Ge­win­ner die siebt­bes­te Zeit in Spa­ni­en. Der gro­ße Plus­punkt des VJM09 ist der neue Mer­ce­des-Mo­tor im Heck. Auch das Ma­nor-Team von For­mel-1-Neu­ling Pas­cal Wehr­lein zeig­te sich dank der Po­wer aus Stutt­gart erst­mals bei Test­fahr­ten vor der Sai-

son kon­kur­renz­fä­hig. Al­ler­dings müs­sen die zahl­rei­chen neu­en Kom­po­nen­ten noch zu­sam­men­fin­den: Die Zu­ver­läs­sig­keit des Ma­nor ist aus­bau­fä­hig. Das neue Re­nault-Werks­team üb­te sich da­ge­gen schon mal in De­mut: Der RS16 wur­de beim Vor­gän­ger­team Lo­tus ur­sprüng­lich für ei­nen Mer­ce­des-V6 im Heck ent­wor­fen. Wel­che Fort­schrit­te der Re­nault-Mo­tor ge­macht hat, wird man eher bei Red Bull er­ken­nen. Dort lau­fen die Trieb­wer­ke un­ter dem Na­men der Uh­ren­mar­ke TAG Heu­er. Doch auch Red Bull hat­te den RB12 ei­gent­lich mit ei­nem an­de­rem Trieb­werk ge­plant. McLa­ren er­wies sich we­gen des neu­en Hon­da-Mo­tors als we­sent­lich zu­ver­läs­si­ger. Im­mer­hin, denn ob­wohl das Trieb­werk an Leis­tung zu­ge­legt hat, war bei den Top-Speeds noch Luft nach oben. Fer­nan­do Alon­so möch­te im Lauf der Sai­son trotz­dem mal wie­der aufs Po­dest fah­ren. Wäh­rend To­ro Ros­so die Um­stel­lung von Re­nault auf den Fer­ra­riV6 aus 2015 gut meis­ter­te und Ver­stap­pen und Sainz ei­ni­ge schnel­le Run­den fah­ren konn­ten, muss­te Neu­ein­stei­ger Haas Lehr­geld zah­len und hat­te im­mer wie­der mit Pro­ble­men zu kämp­fen. Der im Ge­gen­satz zum To­ro Ros­so neue Fer­ra­ri-Mo­tor sorg­te aber für ei­ne ge­wis­se Grund­schnel­lig­keit.

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