Mer­ce­des und Por­sche er­ziel­ten 2015 Best­wer­te bei Um­satz und Ge­winn– al­le Hin­ter­grün­de

Für Mer­ce­des und Por­sche war 2015 ein gol­de­nes Jahr: und Ge­winn ver­zeich­nen. Wir neh­men die Er­fol­ge der Bei­de Mar­ken konn­ten Re­kor­de bei Ab­satz, Um­satz schwä­bi­schen Un­ter­neh­men ge­nau­er un­ter die Lu­pe

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Mar­kus Bach

Aus­ge­rech­net die Schwa­ben. Mer­ce­des und Por­sche ge­ben al­les, um die gän­gi­gen Vor­ur­tei­le dem Länd­le ge­gen­über zu be­stä­ti­gen: Dass die Men­schen dort flei­ßig sind und ihr Geld gut zu­sam­men­hal­ten. Denn was die bei­den Stutt­gar­ter Her­stel­ler 2015 er­wirt­schaf­tet ha­ben, ist selbst für er­folgs­ver­wöhn­te deut­sche Pre­mium­mar­ken au­ßer­ge­wöhn­lich. So konn­te Die­ter Zet­sche in sei­nem zehn­ten Jahr als Daim­lerChef er­neut Best­mar­ken bei Ab­satz, Um­satz und Ge­winn ver­kün­den. Da­für sorg­te vor al­lem die Mar­ke Mer­ce­des: Die Stutt­gar­ter stei­ger­ten ih­ren Ab­satz im sechs­ten Jahr in Fol­ge und über­tra­fen mit welt­weit 2.001.438 Aus­lie­fe­run­gen (in­klu­si­ve Smart) erst­mals die Zwei-Mil­lio­nen-Gren­ze. Da­bei konn­ten in fast al­len Re­gio­nen Markt­an­tei­le hin­zu­ge­won­nen wer­den. Wachs­tums­trei­ber Num­mer eins blieb 2015 je­doch Chi­na: Die Volks­re­pu­blik wur­de mit 373.459 Aus­lie­fe­run­gen erst­mals zum größ­ten Ein­zel­markt von Mer­ce­des. Un­ter den Mo­del­len sticht vor al­lem die neue C-Klas­se her­vor: Sie ent­wi­ckel­te sich mit 443.909 Ver­käu­fen und ei­nem Plus von 40,1 Pro­zent zum glo­ba­len Ver­kaufs­schla­ger. Mit den Aus­lie­fe­run­gen stieg auch der Um­satz der Stutt­gar­ter: 83,8 Mrd. Euro be­deu­ten ei­nen Zu­wachs von 14 Pro­zent. Nach den um­fang­rei­chen In­ves­ti­tio­nen in neue Pro­duk­te und Stand­or­te, die den Mer­ce­des-Ge­winn in den letz­ten Jah­ren be­las­tet hat­ten, konn­te die Mar­ke 2015 zu­dem ei­nen Ren­di­te­sprung er­zie­len: Der Ge­winn sprang um 35,4 Pro­zent auf 7,9 Mrd. Euro. Da­durch stieg die Um­satz­ren­di­te von 8,0 auf 9,5 Pro­zent. Mer­ce­des liegt da­mit erst­mals vor den Wett­be­wer­bern BMW und Au­di. Da wun­dert es nicht, dass der Auf­sichts­rat den Ver­trag von Die­ter Zet­sche um wei­te­re drei Jah­re bis 2019 ver­län­gert hat. Doch der Ma­na­ger weiß: „Es ist schwer, an die Spit­ze zu kom­men. Aber es ist noch schwe­rer, vorn zu blei­ben.“Die Daim­ler-Mit­ar­bei­ter dür­fen sich je­doch erst­mal freu­en: Ih­re Er­folgs­be­tei­li­gung er­höh­te sich auf die Re­kord­sum­me von 5650 Euro.

„ wir ge­hö­ren dau­er­haft an die Spit­ze “Die­ter Zet­sche, Vor­stands­vor­sit­zen­der Daim­ler

Auch Oli­ver Blu­me konn­te bei sei­ner ers­ten Bi­lanz­pres­se­kon­fe­renz als Por­sche-Vor­stands­vor­sit­zen­der ei­ni­ge Su­per­la­ti­ve ver­kün­den: Die welt­wei­ten Aus­lie­fe­run­gen der Schwa­ben klet­ter­ten 2015 um 18,6 Pro­zent auf über 225.000 Neu­wa­gen. So vie­le Por­sche wur­den noch nie in zwölf Mo­na­ten ver­kauft. Gro­ßen An­teil am Wachs­tum hat­te der Ma­can, des­sen Aus­lie­fe­run­gen sich auf 80.216 Ex­em­pla­re fast ver­dop­pel­ten. Zu­sam­men mit dem Cay­enne ent­fal­len mitt­ler­wei­le 68 Pro­zent al­ler Por­sche-Ver­käu­fe auf SUV. „Ho­he Aus­lie­fe­run­gen sind aber nicht un­ser vor­ran­gi­ges Ziel“, so Blu­me. „Grö­ße­re Be­deu­tung hat die Er­trags­stär­ke der Fir­ma.“Doch auch hier kann Por­sche Re­kor­de ver­mel­den: Der Um­satz der Zuf­fen­hau­se­ner stieg um 25 Pro­zent auf 21,5 Mrd. Euro. Was noch mehr be­ein­druckt: Trotz In­ves­ti­tio­nen in Stand­or­te und neue Tech­no­lo­gi­en stieg der Ge­winn eben­falls um 25 Pro­zent auf 3,4 Mrd. Euro. Die Um­satz­ren­di­te vor Steu­ern lag 2015 bei sat­ten 15,8 Pro­zent. Zum Ver­gleich: Der Ge­winn­an­teil der Kon­zern­schwes­ter Au­di be­trug 8,8 Pro­zent. Da­mit bleibt Por­sche der pro­fi­ta­bels­te Au­to­her­stel­ler der Welt. Und die Mit­ar­bei­ter kön­nen sich über ei­ne Son­der­zah­lung von 8911 Euro freu­en. Was auf­fällt: Mer­ce­des und Por­sche sind nicht nur fi­nan­zi­ell er­folg­reich, 2015 do­mi­nier­ten bei­de Mar­ken auch die Welt des Mo­tor­sports: Mer­ce­des et­wa ge­wann mit Le­wis Ha­mil­ton zum zwei­ten Mal die For­mel-1-Welt­meis­ter­schaft so­wie mit Pas­cal Wehr­lein den DTM-Ti­tel. Und Por­sche räum­te mit dem 919 Hy­brid nicht nur den 17. Sieg bei den 24 St­un­den von Le Mans ab, son­dern wur­de zu­dem Cham­pi­on in der Langstre­cken-WM. Um auch ab­seits der Renn­stre­cken an der Spit­ze zu blei­ben, wer­den die Stutt­gar­ter in den nächs­ten Jah­ren stark in­ves­tie­ren müs­sen: Neue Tech­no­lo­gi­en wie Elek­tro­mo­bi­li­tät, Ver­net­zung und au­to­no­mes Fah­ren ver­schlin­gen Mil­li­ar­den an Ent­wick­lungs­kos­ten. Aber Mer­ce­des und Por­sche wä­ren kei­ne schwä­bi­schen Fir­men, wenn sie ihr Geld nicht gut über­legt an­le­gen wür­den.

„ por­sche ist wei­ter auf Er­folgs­kurs“Oli­ver Blu­me, Vor­stands­vor­sit­zen­der Por­sche

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