Neue All­rad­tech­nik von GKN mit Ab­schalt­funk­ti­on

Auf win­ter­li­cher Eis­pis­te in Nord­schwe­den er­prob­ten wir die neue ab­schalt­ba­re All­rad­tech­nik des Au­to­zu­lie­fe­rers GKN Dri­ve­li­ne in ver­schie­de­nen Fahr­zeu­gen

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Hol­ger Ip­pen

Das ver­schla­fe­ne nord­schwe­di­sche 2000-See­len-Ört­chen Ar­jeplog wird in den ers­ten Mo­na­ten des Jah­res zum Treff­punkt der eu­ro­päi­schen Au­to­in­dus­trie. Denn hier müs­sen sich die hei­ßes­ten Au­to-Neu­hei­ten in der Käl­te be­wei­sen. In der Nä­he des Nord­po­lar­krei­ses herr­schen in die­ser Zeit Tem­pe­ra­tu­ren um die mi­nus 40 Grad Cel­si­us, was die vie­len Se­en me­ter­dick zu­frie­ren lässt. Mit über­schau­ba­rem Prä­pa­ri­er-Auf­wand ent­ste­hen auf dem Eis Kreis­bahn, Hand­ling­kurs, Sla­lom und Brems­stre­cken. Spe­zi­el­le Eis-Frä­sen kön­nen un­ter­schied­lichs­te Fahr­bah­no­ber­flä­chen bürs­ten, krat­zen oder po­lie­ren – von Blitz­eis-glatt bis As­phalt- grif­fig. So ent­steht ein per­fek­tes Ter­rain, um et­wa die All­rad­tech­nik im Grenz­be­reich aus­zu­tes­ten. Die AU­TO ZEI­TUNG war mit da­bei, als Au­to­zu­lie­fe­rer GKN Dri­ve­li­ne, Spe­zia­list für An­triebs­wel­len und Sperr­dif­fe­ren­zia­le, mit sei­nen neu­es­ten Ent­wick­lun­gen auf Win­ter-Er­pro­bung ging. Be­son­de­res In­ter­es­se weck­te bei uns der ab­schalt­ba­re All­rad­an­trieb mit in­tel­li­gen­ter Dis­con­nect-Tech­no­lo­gie: Das Sys­tem re­agiert auf Fah­rer­be­feh­le und Stra­ßen­ver­hält­nis­se, schal­tet al­so den An­trieb der Hin­ter­ach­se nach Be­darf zu bzw. ab. Der ex­trem schnel­le Schalt­vor­gang (et­wa 300 Mil­li­se­kun­den) läuft sehr kom­for­ta­bel und für den Fah­rer un­merk­lich ab. Ei­ne ver­bes­ser­te Trak­ti­on ist da­ge­gen deut­lich zu spü­ren. Wei­te­rer Vor­teil: Durch die Ab­schalt­funk­ti­on per elek­tro-me­cha­ni­scher Kupp­lung sinkt der Kraft­stoff­ver­brauch um vier Pro­zent. Der Clou: Die­sel­be All­rad­tech­nik lässt sich in ver­schie­de­nen Fahr­zeug-Mo­del­len mit un­ter­schied­li­chen Cha­rak­te­ris­ti­ka ein­set­zen. Wir tes­ten das GKN-All­rad­sys­tem, das für Jeep Re­ne­ga­de und Fi­at 500X op­tio­nal er­hält­lich ist. Wäh­rend sich der Jeep ge­län­de­ty­pisch und ker­nig gibt, punk­tet der Fi­at mit dy­na­misch-kom­for­ta­bler Gan­gart. Bei­de las­sen sich auch in kniff­li­gen Si­tua­tio­nen gut be­herr­schen. Der Fi­at meis­tert schnel­le Kur­ven­fahrt be­son­ders sou­ve­rän. Wäh- rend der AWD-Schal­ter des 500X nur drei Mo­di an­bie­tet (Nor­mal, Dy­na­mic und Win­ter), sind beim Re­ne­ga­de wei­te­re off­road­t­y­pi­sche Ein­stel­lun­gen mög­lich: „Snow“für mi­ni­ma­les Über­steu­ern und ma­xi­ma­le Trak­ti­on, „Sand + Mud“für ma­xi­ma­le Trak­ti­on durch mehr Rad­schlupf (bei Lang­sam­fahrt) und „Rock“spe­zi­ell für Ge­röll und an­spruchs­vol­le­res Ge­län­de. Trotz kom­plett bau­glei­cher Tech­nik hin­ter­las­sen bei­de Au­tos recht un­ter­schied­li­che Fah­rein­drü­cke – und das ist al­lein der Soft­ware zu­zu­schrei­ben. Chef­ent­wick­ler Pe­ter Mo­elgg er­läu­tert: „So kön­nen wir auch die Er­war­tun­gen recht un­ter­schied­li­cher Kun­den er­fül­len.“

Die ab­schalt­ba­re All­rad­an­trieb von GKN wirkt fi­li­gran und bringt ein Mehr­ge­wicht von nur 60 Ki­lo­gramm auf

die Waage

Trak­ti­on pur: Als Front­trieb­ler ist der Fi­at 500X auf der Eis­pis­te schnell über­for­dert, mit

au­to­ma­tisch zu­schalt­ba­rem All­rad­an­trieb da­ge­gen si­cher und dy­na­misch un­ter­wegs

„Mit ein und der­sel­ben Tech­nik er­fül­len wir un­ter­schied­lichs­te Kun­den­wün­sche und bie­ten in je­dem Fall ei­ne ver­bes­ser­te Kraft­stoff­ef­fi­zi­enz so­wie nied­ri­ge­re CO2-Emis­sio­nen“, ver­spricht Pe­ter Mo­elgg, Pre­si­dent En­gi­nee­ring

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