Sechs neue SUV: Au­di Q3, Al­fa Ro­meo SUV, BMW X2, Ja­gu­ar E-Pace, Maz­da CX-6, Vol­vo XC 60

Al­le Ziel­fern­roh­re sind auf Wolfs­burg ge­rich­tet. Der neue VW Ti­gu­an ist drau­ßen. Wer kann ihn zur Stre­cke brin­gen? Aus­blick auf sechs künf­ti­ge Kon­kur­ren­ten

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Fah­ren wir nach Ko­blenz oder zum Khai­ber­pass? Fragt man ein­ge­fleisch­te VW Ti­gu­an- Fans da­nach, ist das ei­ne Fra­ge des Wol­lens, nicht des Kön­nens. Die grund­sätz­li­chen SUV-Vor­tei­le aus er­höh­ter Sitz­po­si­ti­on, gu­ter Trak­ti­on und dem Ge­fühl be­son­de­rer Ge­bor­gen­heit üben ei­nen ho­hen Reiz aus. Rech­net man die Ti­gu­an­spe­zi­fi­schen hin­zu – gu­tes Qua­li­täts­ni­veau, kon­kur­renz­los dich­tes Händ­ler­netz, ho­he Rest­wer­te –, dann ist der VW tat­säch­lich ein bei­na­he un­schlag­ba­res An­ge­bot. Bis­her je­den­falls. Jetzt steht der Wach­wech­sel an, und der welt­weit ers­te Test (Sei­te 26) klärt, was vom Nach­fol­ger zu hal­ten ist. Der soll­te sich warm an­zie­hen, denn die Kon­kur­renz ist auf dem Pos­ten. Die Ent­wick­lungs­ab­tei­lun­gen er­schaf­fen im­mer ef­fi­zi­en­te­re Ver­bren­nungs­mo­to­ren, ar­bei­ten an rei­bungs­op­ti­mier­ten All­rad­an­trie­ben, die ih­re Kraft be­darfs­ge­recht ver­tei­len, und er­grei­fen Leicht­bau­maß­nah­men. Auch die De­si­gn­ide­en wer­den mu­ti­ger. Bli­cken wir auf sechs be­son­ders in­ter­es­san­te SUV-Neu­lin­ge, die den VW Ti­gu­an ins Vi­sier neh­men.

Al­fa Ro­meo zum Bei­spiel. Gleich drei „Sports Uti­li­ty Ve­hi­cles“ste­hen auf der Agen­da von Kon­zern­boss Ser­gio Mar­chion­ne. Den An­fang macht im Früh­jahr 2017 ein

Mit­tel­klas­se­mo­dell im For­mat des Au­di Q5. Ihm fol­gen 2019 ein Kom

pakt­mo­dell in X1-Grö­ße und ein lu­xu­riö­ser Q7-Kon­kur­rent, der aber nicht vor 2020 zu er­war­ten ist.

Al­fa – ei­ne Platt­form für al­le

Al­le drei Mo­del­le sol­len auf der­sel­ben enorm ska­lier­ba­ren Tech­nik­platt­form ba­sie­ren, die be­reits der neu­en Mit­tel­klas­se-Li­mou­si- ne Gi­u­lia zu­grun­de liegt. Das be­deu­tet Hin­ter­rad­an­trieb für al­le und All­rad auf Wunsch. Ge­schal­tet wird ent­we­der per ma­nu­el­lem Sechs­gang-Ge­trie­be oder über ei­ne Acht­stu­fen-Au­to­ma­tik. Die Achs­kom­po­nen­ten wie Rad­auf­hän­gun­gen, Fe­dern und Dämp­fer wer­den den un­ter­schied­li­chen Traglas­ten der grö­ßen­mä­ßig sehr ver­schie­de­nen SUV an­ge­passt, für die Al­fa Ro­meo ein mo­der­nes Mo­to­ren­port­fo­lio be­reit­hält. Ne­ben ei­nem 200 PS star­ken 2,0-Li­ter-Vier­zy­lin­der-Tur­bo­ben­zi­ner, der auch in ei­ner et­was schwä­che­ren Au­s­prä­gung kom­men dürf­te, ste­hen zwei 2,2-Li­ter-Vier­zy­lin­der Tur­bo­die­sel mit 150 und 180 PS pa­rat. Als Top­mo­to­ri­sie­rung dient ein von Fer­ra­ri ent­wi­ckel­ter 2,9Li­ter-V6-Tur­bo­ben­zi­ner, der es auf stram­me 510 PS bringt, aber nicht

ins Ein­stiegs-SUV kommt. Für den Mit­tel­kläs­ser in­des ist er hoch in­ter­es­sant und frag­los im­stan­de, selbst herz­haft mo­to­ri­sier­te Sport-SUV vom Schlag ei­nes BMW X4 M40i (360 PS) oder des neu­en

Mer­ce­des-AMG GLC 43 Coupé (367 PS) in Schach zu hal­ten. Lo­gisch, dass die­se Hoch­leis­tungs­mo­del­le in der Min­der­heit blei­ben wer­den. Das Vo­lu­men ent­fällt auf die je­wei­li­gen Die­sel. Ein qua­si in­ner­be­trieb­li­cher Kon­kur­rent des neu­en VW Ti­gu­an ist der Au­di Q3, des­sen zwei­te Ge­ne­ra­ti­on ab Mit­te 2018 dann eben­falls auf dem va­ria­blen MQB (sie­he Schau­bild)

ba­siert. Grö­ßer wird er, der fei­ne Ver­wand­te des VW, denn mit dem eben­falls tau­fri­schen, ab Herbst er­hält­li­chen Q2 ha­ben die In­gol­städ­ter ein neu­es Ein­stiegs­mo­dell er­schaf­fen. Ex­ak­te Da­ten gibt es zwei Jah­re vor der Markt­ein­füh­rung noch nicht, doch dürf­te der Q3 mit gut 4,50 Me­ter Län­ge sei­nen seit 2011 an­ge­bo­te­nen Vor­gän­ger (4,39 Me­ter) klar über­bie­ten und soll da­bei trotz­dem et­wa 50 Ki­lo leich­ter sein. Die An­triebs­pa­let­te ori­en­tiert sich eng an der des ge­ra­de auf­ge­wer­te­ten A3 (Sei­te 18). Glei­ches gilt für das er­wei­ter­te An­ge­bot der As­sis­tenz­sys­te­me. Das pro­gram­mier­ba­re „ Au­di vir­tu­al cock­pit“kommt ins Sor­ti­ment. Neu­er Ein­stiegs­die­sel ist der 110 PS star­ke 1.6 TDI. Und auch der 190 PS kräf­ti­ge 2.0 TFSI wird er­hält­lich sein, ein Vier- zy­lin­der-Tur­bo­ben­zi­ner, der mit ei­nem in­no­va­ti­ven Brenn­ver­fah­ren ar­bei­tet und nied­ri­ge Ver­brauchs­wer­te rea­li­sie­ren soll. Ob auch der 1.0 TFSI in den neu­en Q3 kommt, ist frag­lich. Zwar mo­bi­li­siert der Drei­zy­lin­der-Tur­bo­ben­zi­ner ein ma­xi­ma­les Dreh­mo­ment von wa­cke­ren 200 New­ton­me­tern, doch zie­len die Au­dia­ner mit ih­rem neu­en Q3 re­la­tiv hoch.

BMW: neu­es SUV-Coupé

Na­tür­lich zielt Au­di nicht nur hoch, son­dern auch auf BMW – in Mün­chen tut sich Er­staun­li­ches. Im nächs­ten Jahr soll dem just ein­ge­führ­ten X1 der zwei­ten Ge­ne­ra­ti­on ei­ne sport­li­che Coupé-Ver­si­on zur Sei­te ge­stellt wer­den – der

X2. Die Re­de ist al­so von quer ein­ge­bau­ten Mo­to­ren mit ma­xi­mal vier Zy­lin­dern, von Vor­der­rad- und wahl­wei­se All­rad­an­trieb (xD­ri­ve). Bei ei­nem iden­ti­schen Rad­stand von 2670 Mil­li­me­tern wird der X2 we­gen ei­ner ge­än­der­ten Heck­schür­ze knapp 20 Mil­li­me­ter kür­zer aus­fal­len als der 4439 Mil­li­me­ter lan­ge X1, des­sen Mo­to­ren­pa­let­te mit Aus­nah­me des 136 PS star­ken Drei­zy­lin­ders ins X2-An­ge­bot kommt. Tur­bo­ben­zi­ner: 2,0-Li­ter-Vier­zy­lin­der mit 192 und 231 PS; Tur­bo­die­sel: 2,0-Li­ter-Vier­zy­lin­der mit 150, 190 und 231 PS. Nach­fra­ge­ab­hän­gig könn­te der Drei­zy­lin­der mit an­ge­ho­be­ner Leis­tung dann spä­ter ins Pro­gramm auf­ge­nom­men wer­den. Ei­ne Plug-in-Hy­brid-Va­ri­an­te ist be­schlos­se­ne Sa­che. Bleibt die span­nen­de Fra­ge nach ei­ner M-Ver­si­on. Die ent­span­nen­de Ant­wort lau­tet: ja. Im An­ge­sicht ei­nes kon­kur­rie­ren­den 381 PS star­ken Mer­ce­des-AMG GLA 45 und des aktuell bis zu 367 PS kräf­ti­gen Au­di RS Q3 ist das auch kein Wun­der. In­ter­es­sant: Auch für den bis­lang noch auf ei­ner Heck­an­triebs­platt­form fu­ßen­den BMW

M135i muss mit der auf 2018 ter­mi­nier­ten Um­stel­lung auf die in­tern UKL2 („Un­te­re Klas­se“) ge­nann­te Front­an­triebs­ba­sis ein an­de­res Trieb­werk her. Der 326 PS star­ke 3,0-Li­ter- Rei­hen­sech­ser passt schlicht nicht in den neu­en Qu­er­bau­kas­ten. Der Aus­gangs­mo­tor der neu­en M-Ver­sio­nen ist der in­tern B48 ge­nann­te 2,0-Vier­zy­lin­der-Tur­bo­ben­zi­ner. Über die zu er­war­ten­de Leis­tung kann der­zeit nur spe­ku­liert wer­den: 350 PS sind ge­wiss nicht zu viel. Auch Maz­da und Vol­vo pla­nen in­ter­es­san­te Mo­del­le, die den Ti­gu­an ins Vi­sier neh­men. Die Ja­pa­ner lö­sen nächs­tes Jahr den er­folg­rei-

chen CX-5 ab und schi­cken kur­ze Zeit spä­ter die Coupé-Ver­si­on CX-6 hin­ter­her. Der rund 4,60 Me­ter lan­ge, an­spre­chend ge­styl­te Of­f­roa­der ist tech­nisch mit dem Maz­da 6 ver­wandt. Neu sind ein Leis­tungs­zu­schlag für den bis­her 175 PS star­ken 2,2-Li­ter-Vier­zy­lin­derTur­bo­die­sel auf 200 PS so­wie ein 250 PS kräf­ti­ger, 2,5 Li­ter gro­ßer Vier­zy­lin­der-Tur­bo­ben­zi­ner.

Vol­vo: XC 60 kommt 2017

En­de 2017 wird Vol­vo all je­nen Schwe­den-Fans ein An­ge­bot ma­chen, de­nen der XC 90 ei­ne Spur zu groß ge­ra­ten ist. Der neue XC 60 ist qua­si ei­ne Klein­aus­ga­be und et­was fla­cher und bul­li­ger als das ak­tu­el­le Mo­dell. Die Dach­säu­len ste­hen stei­ler, die Fens­ter­flä­chen sind klei­ner. Ana­log zum gro­ßen Vor­bild kom­men nur auf­ge­la­de­ne Vier­zy­lin­der-Tur­bo­mo­to­ren ins Pro­gramm, die als Ben­zi­ner 254 und 320 PS leis­ten so­wie als Die­sel 190 und 225 PS. Auch ein spar­sa­mer Plug-in-Hy­brid steht im Plan. Er dürf­te je­doch die wuch­ti­gen 408 PS des XC 90-Top­mo­dells T8 un­ter­schrei­ten. Ein wei­te­rer SUV-No­vi­ze ist Ja­gu­ar. Die Raub­kat­zen­mar­ke star­tet aktuell mit dem 4,73 Me­ter lan­gen F-Pace (ab 42.390 Eu­ro), des­sen Vier- und Sechs­zy­lin­der ein Leis­tungs­spek­trum von 180 bis 340 PS ab­de­cken. Oh­ne Ei­le, aber ent­schlos­sen ar­bei­ten die er­folg­rei­chen Bri­ten an ei­nem klei­ne­ren Mo­dell, das als Ja­gu­ar E-Pace in gut zwei Jah­ren markt­reif sein und sich die Tech­nik mit dem nächs­ten Ran­ge Ro­ver Evo­que tei­len könn­te. Vor­der­rad­an­trieb ist Stan­dard und All­rad­an­trieb Ehrensache für die Of­f­road-Pro­fis von der In­sel. Da­von pro­fi­tiert Ja­gu­ar. Wie fort­schritt­lich im Hau­se Land Ro­ver das The­ma An­triebs­tech­nik be­han­delt wird, zei­gen zwei Ver­suchs­trä­ger, die un­ter der Be­zeich­nung „Con­cep­t_ e“ent­wi­ckelt wur­den. Für neue Mo­del­le im EPace-For­mat heißt das: Die­sel­mo­tor (90 PS), 48-Volt-Bord­netz und 15-kW-Elek­tro­mo­tor. In­ter­es­sant ist auch das „Con­cep­t_e BEV“samt neu­er Alu­mi­ni­um-Ar­chi­tek­tur. Im Un­ter­bo­den kön­nen so­wohl ein elek­tri­scher Achs­an­trieb als auch ein 70-kWh-Li­thi­um-Io­nen­Hoch­volt- Ak­ku un­ter­ge­bracht wer­den. An der Vor­der­ach­se wirkt ein 85 kW (115 PS) kräf­ti­ger E-Mo­tor. Das Pen­dant an der Hin­ter­ach­se mo­bi­li­siert 145 kW (197 PS). Da­mit wä­re der E-Pace auch für die stren­ger wer­den­den Ab­gas­vor­schrif­ten chi­ne­si­scher Me­gaMe­tro­po­len ge­rüs­tet. Für Eu­ro­pa frei­lich sind mo­der­ne Ver­bren­ner zu er­war­ten: 2,0-Li­ter-Vier­zy­lin­der-Tur­bo­die­sel und -Ben­zi­ner mit rund 150 bis 250 PS.

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