Deut­sche Zu­lie­fe­rer: War­um Bosch, Con­ti­nen­tal, Scha­eff­ler, ZF und Co. so er­folg­reich sind

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Mar­kus Bach

Die deut­sche Au­to­in­dus­trie be­steht nicht nur aus VW, Daim­ler oder BMW. Bosch, Con­ti­nen­tal, Scha­eff­ler und ZF sind ge­nau­so wich­tig. Vi­el­leicht so­gar noch be­deu­ten­der: Im­mer­hin ent­wi­ckeln und pro­du­zie­ren die Zu­lie­fe­rer heu­te 82 Pro­zent ei­nes Au­tos. Un­ter den Rie­sen im Hin­ter­grund spie­len die deut­schen Kon­zer­ne ei­ne füh­ren­de Rol­le. So konn­ten sie im sechs­ten Jahr in Fol­ge stär­ker zu­le­gen als der glo­ba­le Bran­chen­schnitt – seit 2011 ist ihr Um­satz um 14,7 Pro­zent ge­stie­gen. Der Ver­gleich der 100 welt­weit größ­ten Zu­lie­fe­rer zeigt: Die deut­schen Kon­zer­ne er­wirt­schaf­ten mit 8,14 Mrd. Eu­ro nicht nur den größ­ten Um­satz pro Fir­ma, son­dern er­zie­len mit neun Pro­zent auch die höchs­te Ge­winn­mar­ge. Scha­eff­ler konn­te 2015 mit ei­ner Ren­di­te von 12,7 Pro­zent so­gar das Traum­er­geb­nis von Mer­ce­des (9,5 Pro­zent) in den Schat­ten stel­len. „Auch wenn das Um­feld wei­ter her­aus­for­dernd bleibt, se­hen wir für un­ser Ge­schäft wei­ter gu­te Wachs­tums­chan­cen“, sagt der Scha­eff­ler-Vor­stands­vor­sit­zen­de Klaus Rosenfeld.

Gro­ße Zu­lie­fe­rer künf­tig im Vor­teil

Da ver­wun­dert es nicht, dass sich un­ter den drei größ­ten Zu­lie­fe­rern erst­mals nur deut­sche Fir­men fin­den. Hin­ter Spit­zen­rei­ter Bosch lie­gen Con­ti­nen­tal und Scha­eff­ler. Letz­te­re hat­ten den grö­ße­ren Con­ti­nen­tal-Kon­zern 2009 zu 46 Pro­zent über­nom­men. Sechs Jah­re spä­ter rück­te auch ZF mit dem Kauf des US-Zu­lie­fe­rers TRW un­ter die größ­ten Drei vor: „Wir ha­ben 2015 un­ser 100-jäh­ri­ges Be­ste­hen ge­fei­ert so­wie die größ­te und be­deu­tends­te Über­nah­me un­se­rer Ge­schich­te er­folg­reich ab­ge­schlos­sen“, er­klärt ZF-Chef Ste­fan Som­mer. Da­mit be­tei­li­gen sich die Deut­schen ak­tiv am Kon­so­li­die­rungs­trend der Bran­che: Ex­per­ten ge­hen da­von aus, dass in den nächs­ten acht Jah­ren bis zu 30 Pro­zent al­ler klei­nen und mitt­le­ren Zu­lie­fe­rer auf­ge­ben. Denn nur glo­bal agie­ren­de Fir­men wer­den lang­fris­tig be­ste­hen – die Au­to­her­stel­ler ver­lan­gen nach welt­weit tä­ti­gen Part­nern. Zu­dem kön­nen die ho­hen Ent­wick­lungs­kos­ten für die Elek­tri­fi­zie­rung oder das au­to­ma­ti­sier­te Fah­ren nur von gro­ßen Kon­zer­nen ge­tra­gen wer­den. Durch die Über­nah­men stel­len sich die Deut­schen auch pro­dukt­tech­nisch brei­ter auf: So schließt et­wa ZF sei­ne Lü­cken bei As­sis­tenz­sys­te­men durch den TRW-Zu­kauf. Kein Wun­der, dass auch die New­co­mer Tes­la und Goog­le auf die Ex­per­ti­se der deut­schen Schwer­ge­wich­te set­zen.

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