Ver­brauchs­ver­gleich: VW e-Golf VW Golf 1.0 TSI

Ty­pisch Golf sind bei­de, doch un­ter ih­ren Hau­ben ar­bei­ten zwei un­ter­schied­li­che An­triebs­kon­zep­te: Wer ist ge­nüg­sa­mer, Elek­tro-Golf oder Spar-Ben­zi­ner?

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Den Best­sel­ler von VW gibt es seit 2014 auch als rei­nes Elek­tro­au­to e-Golf zu kau­fen. Sie ha­ben auf der Stra­ße noch kei­nen ge­se­hen? Kein Wun­der, Stro­mer ver­kau­fen sich in Deutsch­land nur schlep­pend, und der e-Golf ist kaum von sei­nen Ver­bren­nungs-Brü­dern zu un­ter­schei­den. Von au­ßen fällt noch am ehes­ten das C-för­mi­ge LED-Tag­fahr­licht auf. Doch nicht nur op­tisch bleibt die Elek­tro­va­ri­an­te ty­pisch Golf: Die Ka­ros­se­rie des Stro­mers ist voll all­tags­taug­lich und un­ter­schei­det sich nur mi­ni­mal von der des 1.0 TSI Blu­eMo­ti­on. So fällt der Kof­fer­raum des e-Golf mit 341 bis 1231 Li­ter Vo­lu­men nur um 39 Li­ter klei­ner aus. Auch im elek­trisch be­trie­be­nen Wolfs­bur­ger fin­den fünf Per­so­nen be­quem Platz, und die Be­die­nung ist selbst­er­klä­rend. Die Fahr­stu­fe be­stimmt man in bei­den mit ei­nem klas­si­schen Wähl­he­bel, der al­ler­dings nur beim TSI mit ei­nem Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be kom­mu­ni­ziert. Beim Tritt aufs Gas spürt man die 270 Nm des EMo­bils. Al­ler­dings ist der TSI mit 200 Nm auch nicht schwach un­ter­wegs, beim Spurt auf Tem­po 100 tren­nen bei­de nur 0,2 Se­kun­den. Die Leis­tung der VW ist mit 115 PS gleich, al­ler­dings muss der e-Golf mit über 1,5 Ton­nen deut­lich mehr Ge­wicht be­we­gen, wo­bei die Bat­te­rie rund 300 kg wiegt. Ge­fühlt fährt der Stro­mer je­doch et­was dy­na­mi­scher, was auch am be­son­ders tie­fen Schwer­punkt liegt. Der e-Golf be­schränkt sich al­ler­dings auf nur 140 km/ h Spit­ze, um ei­ne mög­lichst gro­ße Reich­wei­te si­cher­zu­stel­len. Ver­geb­lich: Wäh­rend der Tur­bo­ben­zi­ner mit ei­nem Test­ver­brauch von 4,9 Li­tern sat­te 1020 km weit kommt, ist für den e-Golf schon nach 128 km Schluss. Laut EUNorm soll­te die Reich­wei­te ei- gent­lich 190 km be­tra­gen. Ist der e-Golf kom­plett leer, braucht er an ei­ner Haus­halts­steck­do­se ma­xi­mal 13 St­un­den, um voll­zu­la­den. An ei­ner Strom­säu­le ver­kürzt sich die La­de­dau­er auf acht St­un­den. Was die Kos­ten an­geht, liegt der Lis­ten­preis des e-Golf üp­pi­ge 12.325 Eu­ro über dem des 1.0 TSI Blu­eMo­ti­on – al­ler­dings ver­fügt der Stro­mer als ein­zi­ger Golf se­ri­en­mä­ßig über ei­ne Topaus­stat­tung. Bei den Kraft­stoff­kos­ten spielt er dann sei­ne Vor­tei­le aus: Sie sind ge­ra­de mal halb so hoch wie die des Ben­zi­ners. Auch in der Werk­statt spart der e-Golf. In den ers­ten fünf Jah­ren ist er zu­dem steu­er­frei – da­nach ver­langt der Staat aber die dop­pel­te Sum­me des Ben­zi­ners. In der Ver­si­che­rung hat wie­der­um der 1.0 TSI die Na­se vorn. Ins­ge­samt über­wie­gen je­doch der ho­he Lis­ten­preis und da­mit der ho­he Wert­ver­lust des e-Golf beim Un­ter­halt. So müs­sen We­nig­fah­rer ihr Um­welt­ge­wis­sen mit 5200 Eu­ro Mehr­kos­ten in vier Jah­ren be­zah­len. Mar­kus Bach

Prak­tisch: Die Reich­wei­te des Stro­mers wird auf der Na­vi­k­ar­te an­ge­zeigt Spa­ren ler­nen am Bild­schirm: Fahr­tipps vom „Think Blue Trai­ner“

Der e-Golf lässt sich auch an ei­ner 230-V-Steck­do­se la­den – kom­plett leer dau­ert das aber bis zu 13 St­un­den

Das Start-Stopp-Sys­tem des Ben­zi­ners lässt sich de­ak­ti­vie­ren

Im Mo­dus Eco+ wird auch die Leis­tung des e-Golf be­grenzt

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