Se­hen uns als Op­po­si­ti­on

AUTO ZEITUNG - - WORLD OF RACING -

Die For­mel 1 ist in letz­ter Zeit in Schief­la­ge ge­ra­ten. Fal­sche Ent­schei­dun­gen wie zu­letzt zum Qua­li­fi­ka­ti­ons­mo­dus ver­grau­len die Fans. Die Fah­rer­ge­werk­schaft GPDA hat sich ve­he­ment da­zu ge­äu­ßert. Wie­so?

Nur al­le paar De­ka­den lässt die GPDA ih­re Mus­keln spie­len. Wie et­wa 1982 beim Fah­rer­streik in Kya­la­mi. Oder beim Kampf ge­gen die Su­per­li­zenz, die das Zehn­fa­che hät­te kos­ten sol­len. Nun war es wie­der so­weit. Aus­nahms­los al­le Fah­rer hat­ten nach dem Auf­takt in Mel­bourne das Be­dürf­nis, ih­re Mei­nung zu sa­gen. Wir se­hen uns als Op­po­si­ti­on zur Re­gie­rung so­zu­sa­gen. Um auf­zu­zei­gen: Hey, jetzt seid ihr zu weit ge­gan­gen. Ob es nutzt, wird die Zeit zei­gen.

Ber­nie Eccles­to­ne stellt sich hin­ter die GPDA. Nur ein tak­ti­sches Ge­plän­kel?

Weiß ich nicht. Wir wol­len auf­zei­gen, was schief­läuft. Da­zu ha­ben wir als Fah­rer die Macht und das Recht. Die Fans stär­ken uns. Es geht nicht nur um Be­schlüs­se wie zu­letzt zum Qua­li­fy­ing. Wir müs­sen uns ein grö­ße­res Bild ma­chen. Die For­mel 1 kämpft heu­te in ei­nem gro­ßen Frei­zeit­markt ge­gen al­les Mög­li­che, um sich zu be­haup­ten – Hol­ly­wood, So­ci­al Me­dia, Fa­mi­lie. Da müs­sen wir uns an­pas­sen.

Und des­halb die For­mel 1 fit für die Zu­kunft ge­stal­ten?

Wir er­le­ben der­zeit ei­nen dra­ma­ti­schen Um­bruch durch So­ci­al Me­dia. Was wol­len die Fans? Das müss­te zu­erst be­ant­wor­tet wer­den. Dar­aus zieht man dann lo­gi­sche Schlüs­se –mit vor­sich­ti­gen Än­de­run­gen im tech­ni­schen und sport­li­chen Re­gle­ment, statt al­les übers Knie zu bre­chen und mit Schaun-mer-mal-At­ti­tü­de zu re­agie­ren. Das funk­tio­niert nicht.

Ex-Pi­lot Alex­an­der Wurz, 42, ist seit 2014 Vor­sit­zen­der der For­mel-1Fah­rer­ge­werk­schaft GPDA

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