Vor 40 Jah­ren hob Sko­da den Ral­lye-Star 130 RS aus der Tau­fe. Da­mals wur­de auch die Köl­sch­rock-Band BAP ge­grün­det …

Vor 40 Jah­ren mach­te Sko­da aus dem 110 R Cou­pé den Ral­lyeund Rund­stre­cken­ren­ner 130 RS. Und in Köln wur­de BAP ge­grün­det. Der Rest ist Ge­schich­te …

AUTO ZEITUNG - - INHALT - [ TEXT Jo­han­nes Riegs­in­ger FOTOS Aleksan­der Per­ko­vic ]

Wolf­gang Nie­de­cken klappt den Kra­gen sei­ner Ja­cke in den kal­ten Wind, der am Rhein­ufer ent­lang­pfeift. Im­mer wie­der treibt die fri­sche Bri­se rot­wan­gi­ge Spa­zier­gän­ger vor­über, die bei Sich­tung des Rock­stars plötz­lich ganz lang­sam wer­den, mit gro­ßen Au­gen her­über­star­ren und dann an­däch­tig grü­ßen. Die Köl­ner hul­di­gen ih­rem Hel­den sicht­lich an­ge­tan. Nie­de­cken lä­chelt, nickt freund­lich, si­gna­li­siert zu­ge­wand­tes In­ter­es­se – und bleibt cool. Der Kö­nig von Köl­le möch­te kein Herr­scher sein. Son­dern sein Ding ma­chen. Ei­ner von hier sein. Als wir wie­der al­lein am Ufer ste­hen, schaut Wolf­gang Nie­de­cken ins Un­be­stimm­te und sagt: „ An ei­nem be­stimm­ten Punkt hät­te BAP ei­ne in­ter­na­tio­na­le Pop-Band wer­den sol­len, mit eng­li­schen Tex­ten und Büh­nen­show. Aber das bin ich nicht.“Kur­ze Pau­se, Wor­te su­chen. „Kölsch hat BAP zu dem ge­macht, was wir sind. Man muss sich treu blei­ben.“

40 Jah­re BAP, Sko­da RS und Köl­ner Fuß­ball

Dann ste­hen wir am Heck ei­nes al­ten Sko­da 130 RS. Der 40 Jah­re al­te Ral­lye-Bo­li­de und Mon­te Car­lo-Sie­ger hat hier ei­nen kur­zen Gast­auf­tritt ne­ben ei­nem neu­en Oc­ta­via RS, um „40 Jah­re Sko­da RS“zu fei­ern – und Wolf­gang Nie­de­cken schaut in­ter­es­siert zu, wie die Schnell­ver­schlüs­se der Heck­klap­pe des Ol­dies ge­öff­net wer­den. Er grinst: „ Am 17. Ju­ni 1976 ha­ben üb­ri­gens vier To­re von Köl­schen Spie­lern die deut­sche Fuß­ball-Na­tio­nal­mann­schaft ins End­spiel der EM be­för­dert – und am völ­lig Sie­ges­tau­mel-ver­ka­ter­ten Tag da­nach wur­de BAP ge­grün­det. Wil­de Zei­ten!“ Nie­de­cken lehnt sich mit dem El­len­bo­gen ent­spannt aufs Dach des 130 RS, der in die­sem 40-Jah­reRück­spie­gel eben­falls ei­ni­ge Er­in­ne­run­gen bei­steu­ern könn­te. Dann legt der BAP-Front­mann aber nach: „Lei­der hat die deut­sche Na­tio­nal­mann­schaft oh­ne Köl­sche Spie­ler das Fi­nal­spiel ver­geigt. Ge­gen die Mann­schaft der Tsche­cho­slo­wa­kei …“Nie­de­cken schaut jetzt mit mil­dem Lä­cheln auf den tsche­chi­schen Renn­wa­gen hin­un­ter, und als in die­sem Mo­ment der Heck­mo­tor un­ter der Heck­klap­pe auf­taucht, grinst er ma­li­zi­ös: „Ist das der Mo­tor? Das ist aber nicht nor­mal, oder? Bei mei­nem Sko­da Su­perb ist der je­den­falls vorn.“Ei­nen Mo­ment spä­ter re­gis­triert Nie­de­cken das Ent­set­zen der an­we­sen­den Mecha­ni­ker und er zuckt ent­schul­di­gend mit den Ach­seln: „Sor­ry, Leu­te, aber ich ha­be von Au­tos ein­fach kei­ne Ah­nung.“In den nächs­ten Mi­nu­ten tut Nie­de­cken je­doch al­les, um die Au­to­welt wie­der mit sich zu ver­söh­nen: Mit Schwung ver­senkt er sei­nen zer­schun­de­nen Gi­tar­ren­kof­fer im Heck­ab­teil des Oc­ta­via RS – „Passt per­fekt, die prak­ti­sche Sei­te al­ler Sko­da über­zeugt mich im­mer wie­der!“–, über­nimmt dann das Steu­er des 220-PS-Tur­bo-Sport­lers, um den al­ten 130 RS für ein Zwei­er-Bild das Rhein­ufer ent­lang­zu­ja­gen, lässt sich in­ter­es­siert die De­tails des 130 RS er­klä­ren und er­zählt dann lau­nig, wie ein Rock­star zu ei­nem Sko­da kommt: „Mei­ne Töch­ter sind schuld. Die ha­ben be­schlos­sen, dass wir ein gro­ßes Au­to mit viel Platz im Fond brau­chen, sind los­ge­zo­gen – und mit­tags hat­ten sie den Sko­da qua­si schon ge­kauft!“ Ganz au­gen­schein­lich wird der Su­perb aber in­ten­siv von Nie­de­cken selbst ge­nutzt, ei­ne kräf­ti­ge Schram­me ziert das Heck: „Das ist vor dem Stu­dio von Xa­vier Nai­doo pas­siert. Ich bin hän­gen­ge­blie­ben, und Xa­vier, der al­te Au­to-Narr, hat das na­tür­lich so­fort ge­se­hen und mei­nen ar­men Sko­da be­trau­ert.“Nie­de­cken lacht gut­mü­tig: „Ich nut­ze Au­tos nur. Ich fah­re im Sko­da zu Kon­zer­ten und Le­sun­gen, manch­mal las­se ich mich auch fah­ren – der Su­perb hat so viel Platz, dass ich su­per ar­bei­ten kann. Ich fah­re und fah­re und fah­re.“Plötz­lich geht ein Leuch­ten über sein Ge­sicht: „Vor zehn Jah­ren ha­be ich es mal ge­schafft, auf der Fahrt nach Ma­rok­ko sämt­li­che Dy­lan-Al­ben hin­ter­ein­an­der zu hö­ren. Non­stop Köln bis Afri­ka und oh­ne Wie­der­ho­lung!“– Bob Dy­lan-Fan, ganz klar. Und de­fi­ni­tiv doch ein Au­to-Fan!

„Ich nut­ze Au­tos nur. Ich fah­re, fah­re, fah­re. Mit Dy­lan bis Ma­rok­ko“

Wolf­gang Nie­de­cken hat Re­spekt und Band­schei­ben: „Da kom­me ich nur

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