BMW 3er

E wie Elek­tro? 330 wie einst der gro­ße Sechs­zy­lin­der im ath­le­ti­schen 3er? Der BMW 330e setzt das als tren­di­ger Hy­brid in die Neu­zeit um – und man trifft ihn auch schon mal an der La­de­sta­ti­on

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Jo­han­nes Riegs­in­ger

No­men­kla­tur- und Mar­ke­tin­gSpiel­chen bei BMW: Ein 320i mit sei­nem auf­ge­la­de­nen Zwei­li­terVier­zy­lin­der wird zum 330e, an Stel­le des Dreh­mo­ment­wand­lers zieht ein 65 kW leis­ten­der E-Mo­tor in die Acht­stu­fenAu­to­ma­tik ein. Die­ser 330e mit 252 PS Sys­tem­leis­tung ist aus­stat­tungs­be­rei­nigt kaum teu­rer als ein gleich star­ker 330i, BMW scheint die Hy­brid-Tech­no­lo­gie al­so re­gel­recht zu sub­ven­tio­nie­ren. Wer jetzt noch die neue, staat­li­che Prä­mie für Hy­brid-Au­tos ein­kal­ku­liert, lan­det mit dem auf­wän­di­ge­ren 330e preis­lich so­gar un­ter dem 330i. Aber auch der be­dient sich im Grun­de des glei­chen Vier­zy­lin­der-Tur­bos wie der 320i, be­zieht das Mehr an Leis­tung al­ler- dings nicht aus der E-Po­wer, son­dern schlicht aus mehr Tur­bo­druck.

Das aus­ge­wo­ge­ne Fahr­ver­hal­ten zeich­net den 330e als ech­ten 3er aus

Doch zu­rück zum 330e: Beim The­ma Plug-in­Hy­brid gibt der US-Markt die Gan­gart vor – der 330e ist dem­ent­spre­chend nur als Li­mou­si­ne er­hält­lich. Zu­dem bie­tet der 330e zwar die Funk­tio­na­li­tät, das druck­vol­le Hand­ling und die Ge­schmei­dig­keit sei­ner „nor­ma­len“Brü­der – hier ist auch die aus­ge­wo­ge­ne Ge­wichts­ver­tei­lung der zu­sätz­li­chen Bat­te­rie po­si­tiv an­zu­mer­ken –, er muss aber mit Ein­schrän­kun­gen le­ben: Der recht lauf­ru­hi­ge Tur­boVier­zy­lin­der ist eben tat­säch­lich ein 320i, dar- über kann auch das def­ti­ge E-Dreh­mo­ment, mit dem Am­pel­starts und Zwi­schen­sprints ef­fek­tiv gar­niert wer­den, nicht hin­weg­täu­schen. So­bald bei hö­he­ren Tem­pi Leis­tung ge­for­dert wird, sitzt man ge­fühlt eben doch in ei­nem 320i, der noch ei­ne La­dung Elek­tro­tech­nik spa­zie­ren fährt. Er­staun­lich: Das hö­he­re Leer­ge­wicht be­ein­träch­tigt das hand­li­che Fahr­ge­fühl in der Pra­xis kaum, beim auf 370 Li­ter ge­schrumpf­ten Kof­fer­raum und vor al­lem dem nur 41 Li­ter gro­ßen Sprit­tank sieht das aber an­ders aus. Bei kräf­ti­ger Nut­zung des Elek­tro-Boosts oder ge­ring­fü­gig län­ge­rer Fahrt im rein elek­tri­schen Mo­dus ist die Bat­te­rie ratz­fatz leer – ab dann läuft der 330e im La­de­mo­dus, und der Ver­bren-

ner dient nun nicht mehr nur der Fort­be­we­gung, son­dern lädt zu­dem den Ak­ku. Dann hat der 330e we­ni­ger Dampf als ein 320i, und die Traum-CO2-Wer­te sind eben­falls er­le­digt. Al­ler­dings geht der ge­mit­tel­te Test­ver­brauch von 7,3 l/100 km völ­lig in Ord­nung, auch wenn die­ser Wert nichts mehr mit den uto­pi­schen Nor­man­ga­ben zu tun hat. Wirk­lich sinn­voll ist der 330e, wenn man die rein elek­tri­sche Reich­wei­te (gut 20 Ki­lo­me­ter, je nach Fahr­wei­se auch et­was mehr) mög­lichst re­gel­mä­ßig und kon­se­quent nutzt – zum Bei­spiel auf dem täg­li­chen Weg zur Ar­beit.

FA­ZIT: Der 330e ist zwar ein 3er mit des­sen Vor- und we­ni­gen Nach­tei­len – al­ler­dings bringt er im Langstre­cken­be­trieb nichts: Um den Hy­brid-Vor­teil aus­zu­spie­len, muss der Fah­rer kon­se­quent je­de La­de­mög­lich­keit nut­zen, um den 330e auf kur­zen Etap­pen rein elek­trisch zu be­trei­ben. Den­noch hat man für gro­ße Tou­ren stets sei­nen dy­na­mi­schen, kraft­vol­len 3er in der Hin­ter­hand.

Wei­ße Wes­te: Hin­ter der Klap­pe am Rad­haus vorn links sitzt der La­de­an­schluss Drei­er-Cock­pit, hier im MPa­ket-Trimm. Als Hy­brid nur durch den Mo­dusSchal­ter am Wähl­he­bel zu er­ken­nen

Der 330e ist nur als Li­mou­si­ne zu ha­ben

BMW-Hy­bri­dBaustein: Zwei­li­terVier­zy­lin­derTur­bo plus Syn­chronE-Ma­schi­ne im Ge­trie­be

Wäh­rend des La­de­vor­gangs er­laubt der 330e auch ei­ne Kli­ma­ti­sie­rung des In­nen­raums

Drei E-Mo­di: au­to­ma­tisch, aus­ge­prägt elek­trisch oder Bat­te­rie­la­dung für spä­ter auf­he­ben

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