neu­hei­ten

Gleich bei der ers­ten Be­geg­nung auf Ku­ba kann der Au­di Q2 Ak­zen­te set­zen. Im Be­reich der Ci­ty-SUV dürf­te ihm der­zeit kei­ner Pa­ro­li bie­ten. Au­di setzt auf Leicht­bau und Fahr­dy­na­mik so­wie mo­der­ne As­sis­tenz­sys­te­me

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Vol­ker Ko­erdt

Fahr­be­richt Au­di Q2 plus Ab­nah­me­fahrt mit Au­di-Qua­li­täts­chef Wer­ner Zim­mer­mann. Au­ßer­dem: Mit der zwei­ten Ge­ne­ra­ti­on des A5 und wei­te­ren Mo­del­len will Au­di an Mer­ce­des und BMW vor­bei­zie­hen

Mit dem neu­en Q2 be­tritt Au­di gleich in drei­fa­cher Hin­sicht Neu­land. Er ist das ers­te SUV im Ci­ty-Seg­ment der In­gol­städ­ter, und der Q2 läu­tet gleich­zei­tig ei­ne neue For­men­spra­che ein. Wäh­rend bis­lang kla­re Flä­chen vor­herrsch­ten, ist die he­xa­go­na­le Li­ni­en­füh­rung an den Sei­ten neu und mu­tig zu­gleich. Die drit­te Neue­rung: Erst­mals prä­sen­tie­ren die In­gol­städ­ter ein neu­es Mo­dell auf der Ka­ri­bik­in­sel Ku­ba. Au­di möch­te mit dem Q2 neue Ziel­grup­pen für sich ge­win­nen. Gro­ße Luft­ein­läs­se und ein stark kon­tu­rier­ter Küh­ler un­ter­strei­chen den dy­na­mi­sche Auf­tritt. Be­son­ders ge­lun­gen wirkt die cou­pé­haf­te Li­ni­en­füh­rung des nur 4,19 Me­ter lan­gen SUV. Ein lan­ger Dach­kan­ten­spoi­ler ver­leiht dem Au­di zu­sätz­lich Län­ge und ver­stärkt die cou­pé­haf­te Sil­hou­et­te. Und selbst beim kleins­ten SUV sieht man die Lie­be zum De­tail. Die Zier­leis­ten am Ar­ma­tu­ren­brett und auf der Mit­tel­kon­so­le sind be­leuch­tet so­wie far­big ein­stell­bar. Die Ver­ar­bei­tung ist pe­ni­bel, in Wa­gen­far­be la­ckier­te Flä­chen wech­seln sich mit schwar­zen Ober­flä­chen­ge­stal­tun­gen ab. Auch sonst zeigt sich der Q2 auf der Hö­he der Zeit. Er ist der ers­te Au­di mit ei­ner fest im Au­to in­te­grier­ten SIM-Kar­te, und für Si­cher­heit sorgt das Au­di pre sen­se front, das in kri­ti­schen Si­tua­tio­nen ei­ne Voll­brem­sung ein­lei­tet. Die ad­ap­ti­ve crui­se con­trol mit Stop-and-go-Funk­ti­on und Stau-/Spur­wech­sel-/Spur­hal­teas­sis­ten­ten so­wie ei­ne Ver­kehrs­zei­chen­er­ken­nung und ein Par­kas­sis­tent sind eben­falls er­hält­lich. Von Au­tos in die­sem Seg­ment er­war­tet der Käu­fer meist eher Nutz­wert als Fahr­spaß – ganz an­ders beim Q2: Der 1.4 TFSI-Ben­zi­ner (150 PS) treibt den Au­di flott vor­an. Da­bei ver­blüfft vor al­len Din­gen die Agi­li­tät des klei­nen SUV. Wir fuh­ren die Ver­si­on mit Front­an­trieb, op­tio­nal gibt es selbst­ver­ständ­lich auch All­rad­an­trieb. Der Q2 huscht förm­lich durch die Kur­ven. Mit sei­ner prä­zi­sen Len­kung sind kur­vi­ge Stre­cken ein Ter­rain, wo sich das Ci­ty-SUV be­son­ders wohl­fühlt. Er­staun­lich, dass auch der Front­trieb­ler selbst bei schar­fer Fahr­wei­se kaum un­ter­steu­ert. Si­cher ist das auch dem ge­rin­gen Ge­wicht ge­schul­det, das bei un­se­rem Test­wa­gen et­wa 1300 Ki­lo be­trug. Leicht­bau zahlt sich al­so nicht nur an der Tank­stel­le, son-

dern auch bei der Fahr­dy­na­mik aus. Selbst mit vier Per­so­nen bleibt der Q2 auch bei ho­hen Ge­schwin­dig­kei­ten sehr neu­tral. Die Sit­ze bie­ten da­bei gu­ten Sei­ten­halt und sind so­gar auf län­ge­ren Dis­tan­zen be­quem. Nur die Kopf­stüt­zen könn­ten et­was wei­cher ge­pols­tert sein. Die Fahr­werks­ab­stim­mung ist an­ge­nehm straff. Und ob­wohl der Test­wa­gen nicht über ein ein­stell­ba­res Fahr­werk mit ad­ap­ti­ven Dämp­fern ver­füg­te, gab er sich den­noch sport­lich und kom­for­ta­bel. Auch sonst ist der Klei­ne ein ganz Gro­ßer. Das vir­tu­el­le Cock­pit mit pro­gram­mier­ba­rem Dis­play und 12,3-Zoll-Bild­schirm kennt man eher aus Ober­klas­se-Mo­del­len, wie auch das wahl­wei­se er­hält­li­che und aus­fahr­ba­re He­ad-upDis­play. Das Platz­an­ge­bot kann sich eben­falls se­hen las­sen. Der Fah­rer sitzt eher sport­lich tief, was auch groß­ge­wach­se­nen Per­so­nen ge­nü­gend Kopf­frei­heit be­schert. Hin­ten je­doch geht der Sitz­kom­fort ge­ra­de noch in Ord­nung. Die et­was ein­fach ge­pols­ter­te Sitz­bank könn­te hier noch mehr Kom­fort bie­ten. Die Kopf­frei­heit ist für bis zu ca. 1,90 Me­ter gro­ße Per­so­nen noch aus­rei­chend. Und das La­de­vo­lu­men reicht von 405 bis 1050 Li­tern bei um­ge­klapp­ten Sit­zen. Au­ßer dem 1.4 TFSI konn­ten wir auch ei­nen ers­ten Fah­rein­druck vom 1,6-Li­ter-Selbst­zün­der mit 116 PS ge­win­nen. Die­sel­ty­pisch of­fe­riert der Mo­tor ei­nen gu­ten Durch­zug so­wie ein an­ge­mes­se­nes Dreh­mo­ment und ist in punc­to Ge­räu­sche gut ge­dämmt. Bei gleich­zei­tig we­ni­ger Leis­tung und hö­he­rem Ge­wicht (1395 kg) bie­tet die Die­sel­ver­si­on aber nicht die glei­che Agi­li­tät wie der 1.4 TFSI, so­dass der Ben­zi­ner für den Q2 die bes­se­re Wahl ist. Apro­pos Mo­to­ren: Sechs Ag­gre­ga­te sind zum Start er­hält­lich – zu­nächst drei Die­sel, be­gin­nend beim 1,6-Li­ter mit 116 PS. Da­zu kom­men der 150 PS star­ke 2.0 TDI, den es für Leis­tungs­hung­ri­ge auch mit 190 PS gibt. Die Ben­zi­ner star­ten mit dem 1.0 TFSI-Drei­zy­lin­der mit 116 PS, dar­über rei­hen sich der 1.4 TFSI mit 150 PS und der 190 PS leis­ten­de 2.0 TFSI ein. Letz­te­rer ar­bei­tet nach dem so­ge­nann­ten Mil­ler Brenn­ver­fah­ren, das be­son­ders ef­fi­zi­ent sein soll. Ein cW-Wert von nur 0,30 soll au­ßer­dem Sprit spa­ren hel­fen. Für den 2.0 TDI und den 2.0 TFSI ist zu­dem ein neu­es Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be mit ge­än­der­ter Sprei­zung und ver­rin­ger­ter Rei­bung er­hält­lich. Al­le an­de­ren Mo­to­ren sind ent­we­der mit ei­ner Sechs­gang- Schal­tung oder dem Sie­ben­gang-Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be S tro­nic er­hält­lich. Emp­feh­lens­wert ist auch das op­tio­na­le Fahr­dy­na­mik-Sys­tem Au­di dri­ve select. Es er­mög­licht dem Fah­rer die Wahl zwi­schen vier Mo­di: au­to, com­fort, dy­na­mic und ef­fi­ci­en­cy. Da­mit kön­nen Lenk­un­ter­stüt­zung, Ga­s­an­nah­me, Schalt­cha­rak­te­ris­tik und das op­tio­na­le Fahr­werk mit ad­ap­ti­ver Dämp­f­er­re­ge­lung ein­ge­stellt wer­den. Im Herbst 2016 rollt der Q2 zu den Händ­lern, der Ein­stiegs­preis soll vor­aus­sicht­lich bei 23.500 Eu­ro lie­gen.

FA­ZIT: Schon bei der ers­ten Be­geg­nung ge­fällt der Au­di Q2 mit über­zeu­gen­der Fahr­dy­na­mik, gu­ter Ver­ar­bei­tung und viel Fahr­spaß. Der neue In­gol­städ­ter ist ei­ne klei­ne Fahr­ma­schi­ne un­ter den Mi­ni-SUV und wen­dig wie ei­ne Kat­ze. Der Er­folg des Q2 scheint vor­pro­gram­miert, denn die Pre­mi­um-Wett­be­wer­ber BMW und Mer­ce­des ha­ben in die­sem Seg­ment kei­ne Mo­del­le an­zu­bie­ten.

Der 1.4 TFSI ist dreh­freu­dig, spar­sam und für den Q2 ei­ne gu­te Wahl

Tref­fen zwei­er Re­vo­luz­zer: Che Gue­va­ra sorg­te für po­li­ti­sche Ve­rän­de­run­gen, der Q2 will das Ci­ty-SUV-Seg­ment auf­mi­schen

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