Le­ser-Rei­se: mit dem neu­en Sko­da Oc­ta­via Scout von Her­mann­stadt ans Schwar­ze Meer

Knob­lauch ein­ge­packt? Der Sko­da Eu­ro Trek 2016 stat­te­te dem Land Dra­cu­las ei­nen Be­such ab. Mit da­bei: drei Le­ser und der Oc­ta­via Scout. Über ei­ne Tour vol­ler Über­ra­schun­gen, Aben­teu­er und Mut­pro­ben

AUTO ZEITUNG - - INHALT - [ TEXT Mar­kus Bach ]

A uf die­sem Land las­tet ein Fluch. Das wird al­len Teil­neh­mern des Sko­da Eu­ro Trek 2016 schon zu Be­ginn klar. Zu ver­dan­ken hat Trans­sil­va­ni­en sei­nen Fluch ei­nem Iren, der die Ge­gend nie­mals be­tre­ten hat: Bram Sto­ker präg­te 1897 mit sei­nem Ro­man „Dra­cu­la“das Image des ber­gi­gen, un­be­rühr­ten Lan­des in der Mit­te Ru­mä­ni­ens für im­mer. Es gibt kaum ei­ne Ge­gend, die so stark mit ei­ner li­te­ra­ri­schen Fi­gur ver­bun­den wird. Das mer­ken auch die Le­ser Ti­na Mei­er, Nor­bert Hil­len­brand und Se­bas­ti­an Pa­pe, die zu­sam­men mit dem Au­tor die Fahrt durch Trans­sil­va­ni­en wa­gen. Als sie ih­ren Be­kann­ten die Rou­te des dies­jäh­ri­gen Sko­da Eu­ro Trek ver­kün­den, hö­ren sie im­mer wie­der die glei­chen Kom­men­ta­re: „Dann nimm lie­ber et­was Knob­lauch mit oder ein Kreuz, oder bes­ser Weih­was­ser ...“ Doch schon nach der Lan­dung auf dem Flug­ha­fen in Si­biu, das von der deut­schen Min­der­heit Her­mann­stadt ge­nannt wird, zeigt sich Trans­sil­va­ni­en in ei­nem ganz an­de­ren Licht: Von we­gen dun­kel und düs­ter – strah­len­der Son­nen­schein spie­gelt sich auf den knapp 20 Sko­da Oc­ta­via Scout, mit de­nen wir in drei Ta­gen die 919 Ki­lo­me­ter bis ans Schwar­ze Meer zu­rück­le­gen wer­den. Da­bei wol­len wir die gut aus­ge­bau­ten Stra­ßen Ru­mä­ni­ens – ja, die gibt es zu­hauf – mei­den und über­wie­gend Of­f­road-Stre­cken nut­zen. Bis auf das zu­sätz­li­che Er­satz­rad auf dem Dach ent­spricht un­ser Oc­ta­via Scout da­bei dem Se­ri­en­mo­dell: Grö­ße­re Bö­schungs­win­kel und ei­ne auf 17 Zen­ti­me­ter er­höh­te Bo­den­frei­heit hel­fen in an­spruchs­vol­lem Ge­län­de. Auch der Un­ter­bo­den­schutz für den Mo­tor sorgt für ein

be­ru­hi­gen­des Ge­fühl. Und für den Vor­wärts­drang sind der All­rad­an­trieb mit elek­tro­nisch ge­re­gel­ter La­mel­len­kupp­lung und der dreh­mo­ment­star­ke 2.0 TDI mit 184 PS zu­stän­dig. Statt blut­rüns­ti­ger Vam­pi­re sind die größ­te Be­dro­hung für uns Ru­mä­ni­en-Rei­sen­de je­doch die vie­len frei­lau­fen­den Tie­re auf den Stra­ßen: Nicht nur Hun­de, son­dern auch Zie­gen, Kü­he und so­gar Pfer­de be­geg­nen uns. Gut, dass die Brem­sen des Scout be­herzt zu­pa­cken, wenn plötz­lich ein see­len­ru­hig auf der Mit­te der Stra­ße dö­sen­der Hund im Weg liegt. Und statt Fle­der­mäu­sen ent­deckt wir vie­le Stör­che – in bei­na­he je­dem klei­nen Ort ha­ben sie ihr Nest auf ei­nem der al­ten Strom­mas­ten ge­baut. Auch die Ein­hei­mi­schen schau­en nicht wie in den Vam­pir-Fil­men grim­mig drein und war­ten nur, bis uns der Fürst der Dun­kel­heit holt. Sie grü­ßen freund­lich un­se­re Ka­ra­wa­ne von fast zwei Dut­zend Sko­da. Selbst die Bau­ern auf ih­ren Pfer­de­wa­gen, die von un­se­ren Scout mit Staub ein­ge­ne­belt wer­den, las­sen sich da­von nicht vom Win­ken ab­hal­ten. Hö­he­punkt des ers­ten Tages ist Schloss Bran. Die ma­le­ri­sche Burg wird Tou­ris­ten als Dra­cu­la-Schloss prä­sen­tiert. Da­bei war der blut­rüns­ti­ge Fürst Vlad III. Dră­cu­lea, das his­to­ri­sche Vor­bild der li­te­ra­ri­schen Fi­gur, nie­mals dort. Doch das tut der spek­ta­ku­lä­ren Fe­s­tung kei­nen Ab­bruch. Bei strah­len­dem Son­nen­schein wirkt sie eher wie ei­nes der baye­ri­schen Mär­chen­schlös­ser von Lud­wig II. Rot wie Blut ist am ers­ten Abend üb­ri­gens nur der Rot­wein, der in Ru­mä­ni­en schon seit 6000 Jah­ren an­ge­baut wird. Da­mit zählt das Land zu den äl­tes­ten Wein­bau­län­dern Eu­ro­pas. Am zwei­ten Tag geht es in al­ler Frü­he wie­der auf die Of­f­road-Stre­cken, heu­te ste­hen 499 Ki­lo­me­ter auf dem Pro­gramm. Zum Glück ist es wie­der tro­cken. Sonst wür­den sich die stau­bi­gen We­ge in Schlamm­wüs­ten ver­wan­deln. Aber auch so hat der Fah­rer al­le Hän­de voll zu tun: Stän­dig dro­hen Schlag­lö­cher, Bo­den­wel­len, spit­ze St­ei­ne und tie­fe Furch­ten. Und der Vor­der­mann sorgt viel zu oft da­für, dass al­les in ei­nem fei­nen Staub­ne­bel ver­schwin­det. Zum Glück muss man dank des Sechs­gang-Di­rekt­schalt­ge­trie­bes nicht auch noch auf die Wahl der Gän­ge ach­ten.

Be­droh­lich knarrt die Hän­ge­brü­cke

Nach un­zäh­li­gen Fluss­durch­fahr­ten gilt es nun, zwei Ge­wäs­ser ober­halb der Was­ser­li­nie zu durch­que­ren. Luft an­hal­ten heißt es bei der 289 Me­ter lan­gen Hän­ge­brü­cke über die Bu­zău. Dicht be­ein­an­der­ste­hen­de Pfei­ler zwin­gen uns, die Au­ßen­spie­gel ein­zu­klap­pen und die Park­sen­so­ren ab­zu­schal­ten. Nur ein­zeln kann die Brü­cke Me­ter für Me­ter be­zwun­gen wer­den – im­mer das be­droh­li­che Knar­ren der al­ten Holz­bal­ken und der ros­ti­gen Stahl­sei­le im Ohr. Ent­spann­ter ist da­ge­gen die Fahrt über die Do­nau. So en­det die Stra­ße am nörd­li­chen Stadt­rand von Brăi­la ab­rupt am Was­ser des zweit­größ­ten Flus­ses Eu­ro­pas. Zwei­mal muss die Fäh­re über­set­zen, dann sind al­le Sko­da auf der an­de­ren Sei­te an­ge­kom­men. Am drit­ten Tag er­rei­chen wir schließ­lich das ma­le­ri­sche Do­nau-Del­ta, wo der mäch­ti­ge Strom in das Schwar­ze Meer mün­det. Al­le Teil­neh­mer und ih­re Au­tos ha­ben die Tour gut über­stan­den. Le­dig­lich zwei Rei­fen muss­ten ge­wech­selt wer­den – tie­fen Schlag­lö­chern sei Dank. Doch nicht nur für die Teil­neh­mer, auch für das Land zwi­schen Trans­sil­va­ni­en und dem Schwar­zen Meer hat sich die Fahrt ge­lohnt: Nach ei­nem pas­sen­den Ti­tel für un­se­re Rei­se ge­fragt, schält sich „Der Scout, der sich was traut“als Fa­vo­rit her­aus – und das hat nun wirk­lich nichts mehr mit Dra­cu­la zu tun.

Vor­sicht Ne­bel­wer­fer: Der Stra­ßen­staub raubt die Sicht Schloss Bran gilt als Dra­cu­las Hei­mat. Da­bei ist es auch so schon be­ein­dru­ckend ge­nug

Be­geg­nun­gen mit frei­lau­fen­den Nutz­tie­ren sind kei­ne Sel­ten­heit Von we­gen Hin­ter­wäld­ler: Die meis­ten Städ­te Trans­sil­va­ni­ens sind gut in Schuss Luft an­hal­ten: Mit dem Sko­da über ei­ne al­te Hän­ge­brü­cke

Kein Scherz: Hier gibt es tat­säch­lich zu je­der Ta­ges­zeit Kaf­fee Nach drei an­spruchs­vol­len Ta­gen am Ziel: Das Schwar­ze Meer ist schon zu se­hen Von klei­nen Was­ser­läu­fen lässt sich der Scout nicht auf­hal­ten

Schloss Bran bil­det die op­ti­ma­le Ku­lis­se für die klei­ne Rei­se­grup­pe mit ih­ren Oc­ta­via Scout

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