Der ab­so­lu­te Brül­ler

Der ex­tro­ver­tier­te As­ton Mar­tin GT8 schreit sei­ne Ex­klu­si­vi­tät ge­ra­de­zu her­aus

AUTO ZEITUNG - - FAHRBERICHT - Horst von Saurma

Es gilt als Bin­sen­weis­heit, dass es mit den ver­meint­lich en­gen ver­wandt­schaft­li­chen Be­zie­hun­gen zwi­schen Stra­ßen­sport­lern und ih­ren Eben­bil­dern auf den Renn­stre­cken meist nicht all­zu weit her ist. Aber es gibt löb­li­che Aus­nah­men. So wie die jüngs­te und wohl auch letz­te Van­ta­ge-Va­ri­an­te ih­ren vor­wit­zi­gen Front­split­ter, die von di­cken Schwel­lern ver­bun­de­nen Kot­flü­gel und das hoch auf­ra­gen­den Heck­leit­werk in den Wind stellt, dürf­te ihr der Vor­wurf, die Öf­fent­lich­keit vor­sätz­lich zu täu­schen, er­spart blei­ben. Denn die ho­he Renn­stre­cken-Af­fi­ni­tät der tech­nisch kühns­ten, schnells­ten und auch teu­ers­ten Van­ta­ge-Va­ri­an­te jüngs­ter Prä­gung ist ur­kund­lich be­glau­bigt. Zu­letzt an­läss­lich des 24h-Ren­nens auf dem Nür­burg­ring, wo ei­ne GT8-Ver­si­on glei­chen Ur­sprungs zwar mit an­er­kann­ter Schnel­lig­keit über­zeug­te, der Klas­sen­sieg aber we­gen ei­nes Aus­rut­schers dies­mal au­ßer Reich­wei­te lag. Der renn­wa­gen­glei­che Auf­tritt des 220.000 Eu­ro teu­ren, auf 150 Ex­em­pla­re li­mi­tier­ten und sämt­lich be­reits ver­ge­be­nen GT8 wirkt in­so­fern nach, als der tief zu Fü­ßen lie­gen­de, 446 PS star­ke 4,7-Li­ter-V8 den Oh­ren der In­sas­sen durch ei­ne feh­len­de Ge­räusch­däm­mung so ei­ni­ges zu­mu­tet. We­gen des klang­lich zu­nächst an­re­gen­den, auf Dau­er aber be­täu­ben­den Un­ter­hal­tungs­bei­trags auf ei­ne ge­ne­rell er­mü­den­de Art der Fort­be­we­gung zu schlie­ßen, wä­re in­des falsch. Der Fe­de­rungs­kom­fort ist deut­lich bes­ser, als die Renn­sport- Far­ben es ver­mu­ten las­sen. Das Ver­hält­nis zwi­schen V8-Mo­tor und au­to­ma­ti­sier­ter Sports­hift-Schal­tung ist hin­ge­gen auch in die­ser Kon­stel­la­ti­on et­was an­ge­spannt. Da­her emp­fiehlt sich das kon­ven­tio­nel­le Sechs­gan­gSchalt­ge­trie­be. An der auf­fäl­lig lan­gen End­über­set­zung än­dert die­ses zwar auch nichts, aber die di­rek­te­re Ein­fluss­nah­me auf die kul­ti­ge V8-Qu­el­le schärft die Sin­ne und be­frie­digt den Ehr­geiz. Dass der GT8 auf der Renn­stre­cke schnell be­wegt wer­den kann und im öf­fent­li­chen Um­feld zu tie­fen Ver­beu­gun­gen An­lass gibt, ist der Be­weis gro­ßer fahr­dy­na­mi­scher Klas­se und In­diz für tief emp­fun­de­ne Ehr­er­bie­tung.

Fa­zit: der krö­nen­de Ab­schluss ei­ner be­mer­kens­wer­ten Kar­rie­re.

Von re­du­zier­tem Renn­spor­tMi­ni­ma­lis­mus kei­ne Spur: Der äu­ßer­lich wie aus ei­nem Renn­stall ent­führt aus­se­hen­de GT8 trägt im Cock­pit ge­ra­de­zu lu­xu­riö­se Zü­ge. Aber der Klang …

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