Bent­ley Mulsan­ne

Den Bent­ley Mulsan­ne Ex­ten­ded Whee­l­ba­se soll­te man auch mal sel­ber fah­ren

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Tho­mas Gei­ger

Bent­ley prä­sen­tiert den über­ar­bei­te­ten Mulsan­ne und fährt des­halb groß auf. Gut sie­ben Jah­re nach der Pre­mie­re des Bri­ten schärft Bent­ley nicht nur das De­sign nach und spen­diert ihm rie­si­ge LEDSchein­wer­fer so­wie ein zeit­ge­mä­ßes In­fo­tain­ment-Sys­tem. Wenn die En­g­län­der in die­sen Ta­gen zu Prei­sen ab 297.191 Eu­ro die Or­der­bü­cher öff­nen, kön­nen die Kun­den erst­mals zwi­schen drei Va­ri­an­ten wäh­len: Ne­ben dem Stan­dard­mo­dell und dem Speed für den en­ga­gier­ten Selbst­fah­rer gibt es nun auch ei­ne Lang­ver­si­on, die mit 25 Zen­ti­me­tern mehr Rad­stand zur ul­ti­ma­ti­ven Chauf­feurs­li­mou­si­ne wird. Für ei­nen Auf­preis von ein biss­chen mehr als 50.000 Eu­ro streckt Bent­ley den Lu­xus­li­ner auf 5,83 Me­ter und wer­tet den Fond zu ei­ner ex­klu­si­ven Lounge auf. Auf Knopf­druck surrt der Bei­fah­rer­sitz nach vorn, wäh­rend in der zwei­ten Rei­he der Sitz zur be­que­men Lie­ge wird. Wer sich die­sen Lu­xus leis­ten möch­te, der kann dann ge­müt­lich auf den elek­trisch aus­fahr­ba­ren Bild­schir­men die Ak­ti­en­kur­se che­cken oder sich auf den aus 800 Ein­zel­tei­len ge­fer­tig­ten Ti­schen, die sich aus der Mit­tel­kon­so­le ent­fal­ten, feins­ten Cham­pa­gner schlür­fen. Das noch ein­mal sof­te­re Fahr­werk bet­tet Fahr­gäs­te da­bei wie auf Wol­ken. Au­ßer­dem hat Bent­ley die himm­li­sche Ru­he an Bord mit mehr Iso­lie­rung und ak­ti­ven Mo­tor­la­gern so­gar wei­ter ge­stei­gert. Hät­te der Mulsan­ne noch ei­ne ech­te, me­cha­ni­sche Uhr – ihr Ti­cken wä­re wahr­schein­lich das ein­zi­ge, das man im Fond hö­ren wür­de. Aber es gibt selbst in die­sem Au­to ein Ar­gu­ment, das den Be­sit­zer aus sei­ner Lu­xus­lounge treibt und hin­ters Lenk­rad lockt: den 6,75 Li­ter gro­ßen, 512 PS star­ken V8Bi­tur­bo. Denn wenn kurz ober­halb der Leer­lauf­dreh­zahl 1020 Nm zu­pa­cken, dann fühlt sich die 2,7-Ton­nen-Li­mou­si­ne plötz­lich fe­der­leicht an. Wäh­rend der Acht­zy­lin­der tat­säch­lich ein we­nig die Stim­me an­hebt und sich die Acht­stu­fenAu­to­ma­tik zu­min­dest in dem bei die­sem Au­to eher über­flüs­si­gen Sport-Mo­dus ein paar spür­ba­re Schalt­punk­te er­laubt, nimmt der Mulsan­ne so un­merk­lich Fahrt auf, als wür­de er von ei­nem Ma­gne­ten an­ge­zo­gen und nicht von ei­nem Mo­tor ge­trie­ben. Ihm ge­nü­gen 5,5 Se­kun­den, um mit Tem­po 100 da­hin­zu­glei­ten. Der ge­wal­ti­ge Schub hält an, bis 296 km/ h er­reicht sind – was schon in ei­ner nor­ma­len Lu­xus­li­mou­si­ne ziem­lich ein­drucks­voll wirkt, wird in die­sem lan­gen Pracht­stück zu ei­nem ech­ten Spek­ta­kel. Doch ei­nes wurmt Bent­ley-Chef Wolf­gang Dür­hei­mer trotz­dem: dass in den mäch­ti­gen Bug kein Zwölf­zy­lin­der passt. Und weil es nicht sein kann, dass im größ­ten Au­to nicht auch der dicks­te Mo­tor steckt, ver­spricht Dür­hei­mer: „Der nächs­te Mulsan­ne kommt auf je­den Fall auch mit Zwölf­zy­lin­der.“

FA­ZIT: Der Bent­ley Mulsan­ne Ex­ten­ded Whee­l­ba­se ver­wöhnt mit feins­tem In­te­ri­eur, ei­nem sen­sa­tio­nel­len Kom­fort und sei­nem gran­dio­sen V8-Bi­tur­bo. Mehr Lu­xus lässt sich auf Rä­dern kaum rea­li­sie­ren.

Mulsan­ne-Cock­pit: edel bis ins De­tail und end­lich ein neu­es, zeit­ge­mä­ßes Mul­ti­me­di­a­sys­tem

Üp­pi­ge Platz­ver­hält­nis­se in der Fond-Lounge. Die Mo­ni­to­re fah­ren aus den Leh­nen der Vor­der­sit­ze

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.