For­mel 1 in Aser­bai­dschan

In Aser­bai­dschan hat die For­mel 1 mit ei­nem tol­len Stadt­kurs ein neu­es Ex­pan­si­ons­feld er­schlos­sen. Bei den Sie­gern blieb aber al­les beim Al­ten: Mer­ce­des tri­um­phier­te mit Ni­co Ros­berg, der sei­nen fünf­ten Sai­son­sieg hol­te

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Gre­gor Mes­ser

Die neue Pis­te gilt als der schnells­te Stadt­kurs der Welt – mit ei­ner Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit von 210 km/ h. Ein ul­tra­schnel­ler Teil ent­lang des Kas­pi­schen Meers bringt Spit­zen­tem­pi jen­seits von 370 km/ h. Dann wie­der Slow Mo­ti­on in der Alt­stadt von Ba­ku mit we­ni­ger als Tem­po 80. Nur Mo­na­co bie­tet lang­sa­me­re Kur­ven. Ba­ku gilt als ei­ne der bes­ten neu­en Stre­cken der ver­gan­ge­nen 20 Jah­re. Ar­chi­tekt ist wie schon so oft der Aa­che­ner Bau­in­ge­nieur Her­mann Til­ke. Geld spielt bei den auf­stre­ben­den Ase­ris noch kei­ne Rol­le – so­lan­ge der Öl­preis nicht un­ter 30 US-Dol­lar pro Bar­rell fällt. Das Land ist durch sein hoch­wer­ti­ges Öl und Gas reich. Aber auch kor­rupt. Und in Ver­ruf we­gen Miss­ach­tung der Men­schen­rech­te. „Was sind Men­schen­rech­te“, frag­te For­mel1- Pro­mo­ter Ber­nie Eccles­to­ne nach ei­ner De­fi­ni­ti­on. Und: „Wenn die For­mel 1 nur dort fah­ren wür­de, wo es kei­ne Kor­rup­ti­on gibt, wür­de sie nir­gend­wo fah­ren.“Eccles­to­ne reibt sich die Hän­de: Sie­ben Jah­re läuft sein Ver­trag mit den Ase­ris. Ne­ben dem rus­si­schen Grand Prix in Sot­schi ist Ba­ku sein ein­träg­lichs­tes Ge­schäft. Rund 50 Mil­lio­nen USDol­lar soll der De­al für die For­mel 1 brin­gen – pro Jahr. Sport­lich be­trach­tet war das Qua­li­fy­ing in­ter­es­san­ter als das span­nungs­ar­me Ren­nen. Schon al­lein des­halb, weil Le­wis Ha­mil­ton sei­nen Mer­ce­des im fi­na­len Qua­liSeg­ment ver­stüm­mel­te. Als Zehn­ter ge­star­tet, blieb dem Zwei­ten der WM nur Rang fünf. Auch des­halb, weil der Bri­te mit ver­min­der­ter Leis­tung un­ter­wegs war – ein Schal­ter an sei­nem Lenk­rad be­fand sich in fal­scher Po­si­ti­on. Sie­ger Ni­co Ros­berg hat­te das glei­che Pro­blem. Aber: „Ich ha­be den Leis­tungs­ver­lust be­merkt, kurz nach­ge­dacht und den Schal­ter jus­tiert.“Se­bas­ti­an Vet­tel fuhr wie schon in Mon­tre­al als Zwei­ter aufs Po­dest. Mehr liegt ge­gen Mer­ce­des der­zeit nicht drin.Ser­gio Pe­rez ge­lang als Drit­tem ein Po­dest­platz für Force In­dia – wie schon in Mo­na­co. Da­bei hat­te der Me­xi­ka­ner fünf Start­plät­ze we­gen ei­nes Ge­trie­be­wech­sels ver­lo­ren. Sonst wä­re er aus der ers­ten Rei­he ins Ren­nen ge­gan­gen.

Un­fall im Qua­li­fy­ing: Ha­mil­ton war am Sams­tag völ­lig von der Rol­le und wur­de im Ren­nen le­dig­lich Fünf­ter

Crash im Trai­ning: We­gen des fäl­li­gen Ge­trie­be­wech­sels wur­de Pé­rez auf Start­platz sie­ben straf­ver­setzt

Sie­ger­po­dest: Vet­tel, Pe­tro­nas-CEO Wan Zul­ki­flee, Ros­berg und Pe­rez, der wie in Mo­na­co Drit­ter wur­de

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