Hy­un­dai i30 N

Ers­te Mit­fahrt im Hy­un­dai i30 N – die Ant­wort der Ko­rea­ner auf den VW Golf GTI Club­sport

AUTO ZEITUNG - - Inhalt - Micha­el God­de

Al­bert Bier­mann ver­steht et­was von Hig­hPer­fo­mance Fahr­zeu­gen. Als ehe­ma­li­ger Ent­wick­lungs­chef der BMW M Gm­bH hat er leis­tungs­star­ken Heck­trieb­lern à la M3 und Co. sei­nen Stem­pel auf­ge­drückt. Nun wid­met er sich neu­en Her­aus­for­de­run­gen. Statt M heißt sei­ne Be­ru­fung jetzt N, die neue Hy­un­dai Per­for­mance-Di­vi­si­on. Die Ko­rea­ner ha­ben das Mot­to „Von der Renn­stre­cke auf die Stra­ße“aus­ge­ge­ben. Das ers­te Pro­dukt: der i30 N. Und Bier­mann lässt es di­rekt kra­chen. Rund 270 PS ste­cken un­ter der Hau­be des Ver­suchs­trä­gers. Sei­ne Feu­er­tau­fe hat der neue Zwei­li­ter-Tur­boVier­zy­lin­der be­reits hin­ter sich: Bei den 24h Nür­burg­ring lief er oh­ne Pro­ble­me im i30-Ren­ner ins Ziel. Wie viel PS es in die Se­rie schaf­fen wer­den, will Bier­mann noch nicht ver­ra­ten. Da­mit der Dampf des neu­en Ag­gre­gats an der Vor­der­ach­se nicht ver­raucht, dreht das Team um Bier­mann an al­len Stell­schrau­ben. Die Vor­der­ach­se ver­fügt über Radträ­ger aus Alu­mi­ni­um, die Len­kung wur­de gänz­lich über­ar­bei­tet. Spur und Sturz ha­ben die Tech­ni­ker dem neu­en An­spruch an­ge­passt. Auch hin­ten kom­men neue, stei­fe­re Radträ­ger zum Ein­satz. Son­der­lich viel zu­sätz­li­che Ver­stei­fun­gen wa­ren nicht not­wen­dig, ein paar fes­te­re An­lenk­punk­te der Ach­sen an die Ka­ros­se­rie ge­nüg­ten. „Be­reits die ak­tu­el­le Ka­ros­se­rie ist ex­trem steif“, freut sich Bier­mann. „Die neue Bau­rei­he, die im Herbst auf dem Pa­ri­ser Au­to- sa­lon de­bü­tiert, wird noch bes­ser“, fügt er hin­zu. Noch steckt die Tech­nik in der ak­tu­el­len Bau­rei­he, be­vor sie En­de 2017 die neue i30-Bau­rei­he krönt – als an­vi­sier­ter Geg­ner steht hier der VW Golf GTI Club­sport ganz vorn. Und das Pa­ket passt schon jetzt. Al­f­red Bier­mann sitzt lo­cker hin­ter dem Steu­er. Auf den Land­stra­ßen rund um den Nür­burg­ring de­mons­triert er, wie satt der N um die Ecken pfeilt. Trotz Näs­se baut der auf Mi­che­lin Pi­lot Sport (225/40 ZR 18) rol­len­de und mit ad­ap­ti­ven Dämp­fern aus­ge­rüs­te­te i30 aus en­gen Keh­ren grif­fi­ge Trak­ti­on auf. Dem dumpf-bas­si­gen Vier­zy­lin­der-Tur­bo nimmt man da­bei ab, dass er mit rund 270 PS die Vor­der­ach­se ver­sorgt. Das neu ent­wi­ckel­te, elek­tro­nisch ge­steu­er­te, me­cha­ni­sche La­mel­len-Sperr­dif­fe­ren­zi­al ist noch nicht ein­ge­baut, soll den Fahr­spaß aber noch­mal dra­ma­tisch er­hö­hen. Da­mit be­ginnt dann auch der Heck­an­triebs-Phi­lo­soph Bier­mann, vom Front­an­trieb zu schwär­men. Nur die opu­len­ten Spoi­ler sind für die Ba­sis­va­ri­an­te et­was zu üp­pig ge­ra­ten. „Viel­leicht se­hen wir sie aber in ei­nem op­tio­na­len Per­for­mance-Pa­ket wie­der“, lacht Bier­mann ver­schmitzt.

FA­ZIT: Hy­un­dai dreht mäch­tig auf und zün­det mit dem i30 N die nächs­te An­griffs­stu­fe. In Wolfs­burg soll­te man ge­nau hin­se­hen, was sich da im Wind­schat­ten mit Über­schuss­ge­schwin­dig­keit nä­hert.

Heck­an­triebs-Phi­lo­soph Al­bert Bier­mann (links) er­klärt Re­dak­teur God­de die tech­ni­schen De­tails des i30 N

Der hei­ße Hy­un­dai über­zeugt auch auf nas­sem Fahr­bahn­be­lag

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