Subaru: Seit 50 Jah­ren bau­en die Ja­pa­ner Bo­xer­mo­to­ren: Rück- und Aus­blick

Als ein­zi­ger Au­to­mo­bil­her­stel­ler setzt Subaru aus­schließ­lich auf Bo­xer­mo­to­ren. Die Ja­pa­ner bau­ten so­gar den welt­weit ers­ten Se­ri­en­die­sel nach die­sem Kon­struk­ti­ons­prin­zip. Jetzt wird der Subaru-Bo­xer 50 Jah­re alt

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Klaus Uck­row

Das Stre­ben nach Har­mo­nie ge­hört un­ver­zicht­bar zur ja­pa­ni­schen Kul­tur. Des­halb war es wahr­schein­lich nur fol­ge­rich­tig, dass man sich bei Subaru vor ge­nau 50 Jah­ren für den Bo­xer­mo­tor ent­schied, der har­mo­nischs­ten Form al­ler Ver­bren­nungs­ma­schi­nen: her­vor­ra­gen­de Lauf­ru­he, idea­ler Mas­sen­aus­gleich, flach bau­end, we­nig Ge­wicht, ge­rin­ge Vi­bra­tio­nen. Und bis heu­te ist die Au­to­spar­te des ja­pa­ni­schen Kon­zerns Fu­ji Hea­vy In­dus­tries bei die­ser Ent­schei­dung ge­blie­ben und ver­traut als ein­zi­ger Her­stel­ler 100-pro­zen­tig auf Bo­xer­mo­to­ren. Da­bei ist die­ses Mo­to­ren­prin­zip kei­ne ja­pa­ni­sche Er­fin­dung: Au­to­pio­nier Carl Benz stell­te 1897 das ers­te Au­to mit Ver­bren­ner vor, den er Con­tra-Mo­tor nann­te. In den fol­gen­den Jahr­zehn­ten ka­men in vie­len un­ter­schied­li­chen Fahr­zeu­gen Trieb­wer­ke zum Ein­satz, die nach dem Bo­xer-Prin­zip ar­bei­te­ten: in BMW-Mo­tor­rä­dern, VW Kä­fer, Ci­tro­ën 2CV (En­te), Por­sche 911 und Al­fa­sud, um nur ei­ni­ge zu nen­nen. Bei Subaru stand Mit­te der 60er der Bau ei­ner neu­en Mo­to­ren­ge­ne­ra­ti­on für front­ge­trie­be­ne Klein­wa­gen an. Ent­wick­lungs­chef Shin­ro­ku Mo­mo­se gab sei­nen In­ge­nieu­ren nur vor, ei­nen leich­ten, vi­bra­ti­ons­ar­men und fla­chen Mo­tor zu ent­wi­ckeln. Es ent­stan­den ein Rei­hen­mo­tor, ein V4 und ein Bo­xer. Die per­fek­te Ba­lan­ce und die lauf­ru­hi­ge Leis­tungs­ent­fal­tung ga­ben am En­de trotz hö­he­rer Pro­duk­ti­ons­kos­ten den Aus­schlag für den Bo­xer. Das fi­na­le Trieb­werk vom Typ EA-52 (re.) ver­wen­de­te bei Kur­bel­ge­häu­se und Zy­lin­der­köp­fen so­gar Alu­mi­ni­um, das da­mals 14-Mal teu­rer war als kon­ven­tio­nel­ler Grau­guss. Par­al­lel zum Mark­start 1966 des er­folg­rei­chen Subaru 1000 mit dem ers­ten Bo­xer­mo­tor mach­ten sich die Ent­wick­ler Ge­dan­ken über ei­nen All­rad­an­trieb, um die Trak­ti­on zu ver­bes­sern – das tief plat­zier­te Trieb­werk bot da­für bes­te Vor­aus­set­zun­gen. 1972 prä­sen­tier­te man mit dem Leo­ne Sta­ti­on Wa­gon 1400 AWD den ers­ten all­rad­ge­trie­be­nen Groß­se­ri­en-Pkw der Welt. Der nur 855 Ki­lo­gramm schwe­re Leo­ne dien­te als Keim­zel­le al­ler fol­gen­den All­rad­mo­del­le.

Bo­xer-Mo­to­ren mit Tur­bo­la­der und sechs Zy­lin­dern

Es blieb nicht lan­ge bei vier Zy­lin­dern: Mit wach­sen­dem Er­folg auf vie­len in­ter­na­tio­na­len Märk­ten ent­wi­ckel­te sich Subaru zum Voll­sor­ti­men­ter, der auch sport­li­che Fah­rer an­sprach: Für das Cou­pé XT ent­wi­ckel­ten die Ja­pa­ner da­her ei­nen Sechs­zy­lin­der-Bo­xer. Le­gen­där ist zu­dem der Sechs­zy­lin­der mit Vier­ven­til-Tech­nik im Cou­pé SVX, der auch in Le­ga­cy und Out­back zu fin­den war. Ganz neue We­ge be­schritt Subaru 2008 mit dem ers­ten se­ri­en­mä­ßi­gen Die­sel-Bo­xer der Welt. Hier, wie bei vie­len an­de­ren Mo­to­ren, set­zen die Ja­pa­ner in­zwi­schen auf Tur­bo­la­der. Die kom­men auch in der neu­en drit­ten Mo­to­ren­ge­ne­ra­ti­on zum Ein­satz.

Im Subaru WRX STI ar­bei­tet der 2006 als „En­gi­ne of the Ye­ar“aus­ge­zeich­ne­te 2,5-Li­ter-Bo­xer mit Tur­bo­auf­la­dung und 300 PS. Mit dem Vor­gän­ger des WRX ge­wan­nen die Ja­pa­ner bis 2003 drei­mal die Rallye-WM. Aber auch die ak­tu­el­le Se­ri­en­ver­si­on mit der cha­rak­te­ris­ti­schen Luft­hut­ze für den dar­un­ter­lie­gen­den La­de­luft­küh­ler gilt als Kur­ven­star.

Die neueste Bo­xer-Evo­lu­ti­ons­stu­fe bie­tet Subaru im Sports­tou­rer Le­vorg an: Das Down­si­zing-Trieb­werk mit 1,6 Li­ter Hu­b­raum leis­tet dank Twin­Scroll-Tur­bo­la­der und Ben­zin-Di­rekt­ein­sprit­zung 170 PS und er­reicht ein ma­xi­ma­les Dreh­mo­ment von 250 New­ton­me­tern. Mit ei­nem Norm­ver­brauch von 6,9 Li­tern pro 100 Ki­lo­me­ter ist der Sport­ler zu­dem recht spar­sam un­ter­wegs.

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