As­ton Mar­tin DB11

Der neue As­ton Mar­tin DB11 ver­passt der eng­li­schen Sport­wa­gen-Mar­ke neue Sub­stanz

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Jo­han­nes Riegs­in­ger

As­ton Mar­tin-Chef An­dy Pal­mer nimmt kein Blatt vor den Mund: „Un­ser Mar­ken­image heißt in vie­len Län­dern ein­fach nur Ja­mes Bond. Mit dem DB11 wer­den wir das än­dern.“Tat­säch­lich ist die Ni­sche der eng­li­schen Sport­wa­gen­mar­ke ge­fähr­lich klein – lan­ge wur­de das Feld zwi­schen Fer­ra­ri und Bent­ley nur durch das zeit­lo­se As­ton Mar­tinDe­sign und eben den 007-Ima­geBoost of­fen ge­hal­ten. Wo­für ein Gran Tu­ris­mo steht, hät­te im­mer wie­der durch an­ste­cken­de, neue Fahr­zeu­ge un­ter­mau­ert wer­den müs­sen – bei­na­he un­mög­lich für die no­to­risch klam­me Mar­ke. Jetzt mel­det Pal­mer al­ler­dings ei­ne so­li­de fi­nan­zi­el­le Ba­sis, auch ent­las- ten­de Tech­nik- Ko­ope­ra­tio­nen ste­hen – Zeit al­so, sich neu­en Mo­del­len der Mar­ke zu wid­men. Den Start macht der DB11, und das ers­te neue Groß­se­ri­en­mo­dell seit 2009 legt die Mess­lat­te gleich be­ein­dru­ckend hoch: Chef­de­si­gner Marek Reich­mann ver­passt der klas­si­schen As­ton Mar­tin-Ele­ganz ei­nen ag­gres­si­ven, fu­tu­ris­ti­schen Biss, sub­ti­le Ae­ro­dy­na­mik-Ele­men­te ver­bin­den Form und Funk­ti­on. So zieht bei­spiels­wei­se ein kno­chi­ger Schlitz hin­ter den vor­de­ren Rad­häu­sern hin­der­li­chen Druck ab, hin­ter den Sei­ten­schei­ben wird Stau­druck auf­ge­nom­men, ver­dich­tet und am Heck durch ei­nen schma­len Schlitz wie­der aus­ge­sto­ßen. Das Re­sul­tat ist ei­ne Art Spoi­ler­wir­kung – op­tisch na­he­zu kaum wahr­nehm­bar. Auch mit sei­nem sti­lis­tisch ei­gen­stän­di­gen In­te­ri­eur kann sich der DB11 se­hen las­sen. Dass die be­stim­men­de Fahr­zeu­ge­lek­tro­nik vom Tech­nik-Part­ner Daim­ler über­nom­men wird, ist ein funk­tio­na­ler Vor­teil: As­ton Mar­tin hat so Zu­gang zu mo­der­nen In­fo­tain­ment- und As­sis­tenz­sys­te- men. Als cha­rak­ter­li­cher Nach­teil wird das ge­le­gent­li­che Auf­tau­chen von Mer­ce­des-Ele­men­ten – et­wa Blin­ker-/ Wi­scher­he­bel, Co­mand-Dreh-Drück-Stel­ler, Me­nü­struk­tur – nicht emp­fun­den.

Ge­lun­ge­ne Kom­bi­na­ti­on: V12 mit ZF-Au­to­ma­tik

Der nach wie vor bei Ford in Köln ge­fer­tig­te, mitt­ler­wei­le aber um ei­ne Bi­tur­bo-Auf­la­dung an­ge­rei­cher­te 5,2-Li­ter-V12 wird mit ei­ner ZF-Acht­stu­fen-Au­to­ma­tik kom­bi­niert – ein Dream­team in Sa­chen Leis­tungs­ent­fal­tung, Per­for­mance, Kom­fort, Cha­rak­ter und Sound: Der DB11 mar­schiert mit mas­si­gem Druck, dreht spor­tiv und klingt phä­no­me­nal. Hy­per-

ner­vös sport­lich wird der An­trieb aber auch nicht im Sport Plus-Mo­dus, er gibt über­zeu­gend den en­er­gi­schen Up­tem­po-Sport­ler dies­seits ab­ge­sperr­ter Stre­cken. Auch das Fahr­werk des 2+2-Sit­zers folgt die­ser Phi­lo­so­phie, raum­grei­fen­der Langstre­cken­kom­fort ver­bin­det sich mit auf­ge­weck­ter Hand­lich­keit. Kritik muss der Bri­te le­dig­lich für das aus­kei­len­de Heck un­ter Last ein­ste­cken, ein Tri­but an die – zu Recht – kom­for­ta­ble Gr­und­aus­le­gung.

Nur wer ge­nau hin­sieht, er­kennt ein paar Mer­ce­des­E­le­men­te – Hin­wei­se auf die zu­ge­kauf­te Daim­lerElek­tro­nik­platt­form. An­sons­ten ver­strömt der DB11 spor­ti­ve Ele­ganz, und De­tails wie die Zie­r­ele­men­te aus ge­schlif­fe­ner Koh­le­fa­ser sind ein­fach um­wer­fend. Ganz gro­ßes Ki­no: Der 608 PS star­ke 5,2-Li­ter-V12 mit Bi­tur­bo-Auf­la­dung strahlt pu­re Ener­gie aus

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